Über- und Untergewicht bei Kindern und Jugendlichen

Über- und Untergewicht sind bereits im Kindes- und Jugendalter manchmal ein Problem. Zudem können sie Wachstum und Entwicklung negativ beeinflussen. Manche eifern einem überzogenen Schlankheitsideal nach und entwickeln dabei ein gestörtes Selbstbild was ihren Körper betrifft. Andere kommen mit dem übermäßigen Essensangebot nicht zurecht, machen zu wenig Bewegung und nehmen an Gewicht zu.

Bei Österreichs Kindern und Jugendlichen ist, wie im internationalen Trend, ein Anstieg von Übergewicht und Adipositas zu verzeichnen. Starkes Übergewicht im Kindes- und Jugendalter kann verschiedene gesundheitliche Probleme verursachen:

  • Leberbeschwerden,
  • Asthma,
  • Bluthochdruck,
  • Knie- oder Rückenschmerzen,
  • Schlafapnoe.

Übergewichtige Kinder- und Jugendliche sind häufig auch im späteren Lebensalter übergewichtig was z.B. Bluthochdruck, Diabetes, Herzprobleme sowie manche Krebsarten in ihrer Entstehung begünstigen kann.

Übergewicht stellt für Kinder und Jugendliche allerdings nicht nur eine körperliche, sondern auch eine psychische Belastung dar. Umso wichtiger ist es, Schülerinnen und Schülern einen gesundheitsförderlichen Zugang zu Gesundheit, Ernährung und Bewegung zu vermitteln und somit ein positives Körperselbstbild zu prägen.

Die Ergebnisse einer 2018 durchgeführten WHO-Studie zeigen: 71 Prozent der österreichischen Schülerinnen und Schüler sind als normalgewichtig, 17 Prozent als übergewichtig und 12 Prozent als untergewichtig einzustufen (Basis der Angaben zu Körpergröße und Gewicht).

Beurteilung des Körpergewichts von Kindern und Jugendlichen

Da Körperzusammensetzung, Körpergröße und -gewicht von Kindern und Jugendlichen ständigen Veränderungen unterliegen, können die Body-Mass-Index-Werte nicht als Norm herangezogen werden. Stattdessen werden die Körpergröße und das Gewicht anhand von Wachstumskurven (Perzentilen) mit jenen von anderen Kindern und Jugendlichen gleichen Alters und Geschlechts verglichen.

Mehr Informationen finden Sie unter Übergewicht im Kindes- und Jugendalter.

Folgende Klassifikationen für das Körpergewicht werden für Kinder und Jugendliche im Alter von 2 bis 20 Jahre verwendet:

  • Untergewicht: BMI unterhalb der 5. Perzentile bedeutet Untergewicht.
  • Normalgewicht: Liegt der BMI zwischen der 5. und unterhalb der 85. Perzentile, ist das Kind bzw. der Jugendliche normalgewichtig.
  • Übergewicht: Ein BMI zwischen der 85. und unterhalb der 95. Perzentile bedeutet Übergewicht.
  • Starkes Übergewicht (Adipositas): Liegt der BMI-Wert größer gleich der 95. Perzentile, spricht man von starkem Übergewicht (Adipositas Grad I).
  • Sehr starkes Übergewicht: Liegt der BMI-Wert ca. bei der 99. Perzentile, liegt sehr starkes Übergewicht (Adipositas Grad II) vor (entspricht in etwa einem BMI-Wert von 35 kg pro Quadratmeter).

Weitere Informationen sowie Rechner und Perzentilenkurven etc. finden Sie im Servicebereich unter Ernährung: Tests, Rechner & Co.

Gefahr: Essstörung

Laut der WHO-Studie aus 2018 hat nur die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler zwischen 11 und 17 Jahren in Österreich ein positives Selbstbild. 35 Prozent sind der Meinung, sie seien zu dick und 15 Prozent empfinden sich als zu dünn. Im Vergleich zu den Daten aus dem Jahr 2010 ist der Anteil an Burschen mit einem positiven Körperbild leicht gesunken, jener der Mädchen leicht gestiegen.

Ein gestörtes Körperselbstbild kann für Kinder und Jugendliche eine schwere Belastung, aber auch eine Gefahr darstellen. Mitunter kann sich eine Essstörung entwickeln wie Magersucht oder Bulimie, die ärztlicher Betreuung bedarf.

Beobachten Eltern oder Lehrerinnen/Lehrer bei einem Kind starkes Über- bzw. Untergewicht oder Tendenzen in Richtung gestörter Körperwahrnehmung, ist es besonders wichtig, dies rechtzeitig anzusprechen und zu helfen. Unterstützung bieten die Schulärztin/der Schularzt bzw. die Schulpsychologin/der Schulpsychologe.

Die verwendete Literatur finden Sie im Quellenverzeichnis.

Letzte Aktualisierung: 11. März 2020

Abgenommen durch: Redaktion Gesundheitsportal

Expertenprüfung durch: Univ.-Prof. Dr. Jürgen König

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