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Kind hält Haare hoch © SENTELLO

Läuse im Kindergarten

Kopfläuse machen sich oft durch starken Juckreiz bemerkbar. Die kleinen Parasiten sind zwar relativ harmlos, jedoch wahre Quälgeister und schwer wieder los zu werden. Läuse haben nicht unbedingt mit mangelnder Hygiene zu tun. Von Kind zu Kind können sie rasch übertragen werden. Die direkte Übertragung von Kinderkopf zu Kinderkopf ist besonders häufig. Aber auch durch gemeinsam verwendete Pölster, das gemeinsame Tragen von Kopfbedeckungen wie z.B. Hauben und Verwenden von Kämmen und Bürsten gehen Läuse auf Wanderschaft – wenn auch seltener . . .

Überall, wo Kinder sozusagen „ihre Kopfe zusammenstecken“, können sich die winzigen Parasiten relativ leicht verbreiten. Daher sollten Eltern und Erziehungsberechtigte schnell reagieren und das betroffene Kind sorgfältig behandeln.

Wie erkennt man einen Lausbefall

Kopfläuse legen ihre Eier in den Haaren ab und ernähren sich vom Blut der Kopfhaut. Beim Biss und Blutsaugen geben sie ein Speichelsekret ab, das den Juckreiz auslöst. Juckreiz und Beißen der Kopfhaut können daher ein Verdachtsmoment für Läuse sein. Wenn sich Ihr Kind ständig am Kopf kratzt, sollten Sie sich daher Kopfhaut und Haare näher ansehen und nach Läusen Ausschau halten. Der sichere Beweis eines Lausbefalls ist das Auffinden einer lebendigen Laus oder Larve (noch nicht ganz ausgewachsene Laus). Dies ist allerdings nicht immer leicht. Die Plagegeister sind mit zwei bis drei Millimetern sehr klein, haben einen flachen Körper und sind meist graubraun. Larven sind noch etwas kleiner – und können oft nur mittels Lupe erkannt werden. Am besten ist es, das nasse Haar gründlich zu kämmen. Scheiteln Sie dazu das Haar und suchen Sie bei gutem Licht Strähne für Strähne nach Läusen ab. Läuse halten sich besonders gern an Stellen wie Schläfen, Nacken und hinter den Ohren auf.

Oft finden sich auch bräunlich-graue Lauseier. Diese sind etwa 0,8 Millimeter groß, tropfenförmig und lassen sich – auch durch Waschen und Abschütteln – nur schwer vom Haar entfernen. Außerdem können sich weißliche Eierhüllen (Nissen) finden. Aus diesen können noch Larven schlüpfen. Beides – Eier und Nissen – kann ebenfalls auf einen Lausbefall hindeuten.

Wenn Sie bei Ihrem Kind einige Zeit nach einer Lausbehandlung an den Haaren zwar Nissen finden, die weiter als einen Zentimeter von der Kopfhaut entfernt sind, jedoch keine Läuse, kann das ein gutes Zeichen sein. Vermutlich ist der Lausbefall dann vorbei. Ganz sicher ist dies allerdings nicht. Auch wenn keine Nissen und Läuse mehr gefunden werden, müssen Kopfhaut und Haare daher weiter kontrolliert werden.

Gibt es in Kindergarten, Schule oder im Freundes- und Bekanntenkreis Lausalarm, sollten Sie auf jeden Fall auch die Köpfe Ihrer Lieben unter die Lupe nehmen.

Hinweis Haustiere übertragen diese Art der Läuse nicht.

Was tun bei einem Lausbefall

Kopfläuse kommen ungebeten und räumen das Feld nicht freiwillig – zumindest nicht, so lange sie Nahrung über die Kopfhaut finden. In Ermangelung einer Nahrungsquelle sterben sie jedoch auf Gegenständen (wie z.B. auf Kämmen) nach spätestens 55 Stunden ab. Findet sich also eine Laus an Kopf/Haaren, ist es notwendig, eine Behandlung vorzunehmen – und das möglichst rasch. Verschiedenste Mittel mit unterschiedlichen Wirkstoffen und unterschiedlicher Wirkweise werden dafür angeboten (z.B. Shampoos). In jedem Fall sollten Sie die Packungsbeilage genau lesen und die Anwendung nach Vorschrift durchführen. Bei vielen Lausmitteln ist eine Nachbehandlung nach acht bis zehn Tagen notwendig. Diese ist unbedingt einzuhalten, da bei der Erstbehandlung Nissen/Eier überleben können, aus denen nach acht bis zehn Tagen junge Läuse schlüpfen.

Informieren Sie sich in der Apotheke und bei Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt über die unterschiedlichen Produkte (richtige Anwendung, Gegenanzeigen etc.). Vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern sowie bei wund gekratzter Kopfhaut oder bei einer Erkrankung der Kopfhaut sollten Sie mit einer Ärztin/einem Arzt Rücksprache halten. Im Falle von Schwangerschaft, Stillzeit, Allergien oder Überempfindlichkeiten auf chemische Substanzen sollten Sie ebenfalls vorher Ihre Ärztin/Ihren Arzt informieren.

Ideal zur Bekämpfung von Läusen ist die Anwendung eines zugelassenen Mittels aus der Apotheke in Kombination mit dem Auskämmen des nassen Haars mithilfe eines speziellen Nissenkammes. Wichtig ist es, nach dem Scheiteln die nassen Haare strähnenweise sorgfältig und langsam von der Kopfhaut zu den Haarspitzen zu kämmen (teils auch öfter). Die so entfernten Nissen, Larven und Läuse können mit einem Papiertuch sorgfältig abgewischt und entsprechend entsorgt werden.

Weitere Maßnahmen

  • Kämme, Bürsten und Haarspangen etc. in heißem Seifenwasser sorgfältig reinigen.
  • Nach der Behandlung bzw. dem Auskämmen sollte die Kleidung gewechselt und entsprechend behandelt werden. 
  • Beachten Sie, dass Läuse gegen bestimmte Mittel bereits Resistenzen aufweisen können – dann muss ein weiteres Präparat angewendet werden. Informieren Sie sich darüber in der Apotheke bzw. bei Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt.
  • Wechseln Sie auch Bettwäsche, Kleidung, Handtücher sowie andere Textilien, die betroffen sein können, und waschen Sie diese bei mindestens 60 Grad 30 Minuten lang.
  • Verpacken Sie Mützen, Kuscheltiere, Kuscheldecken, Kissen, Spielzeug etc., auf die Läuse gelangt sein könnten, die aber nicht so warm gewaschen werden können, in einem fest verschlossenen Plastiksack. Nach drei Tagen bei möglichst warmen Temperaturen sind die Läuse ausgehungert und leben nicht mehr. Um die Läuse abzutöten, können Sie die Gegenstände/Textilien auch bei Minusgraden ins Freie geben.
  • Saugen Sie Kindersitze etc. mit dem Staubsauger gut ab, um alle Haare und Läuse zu entfernen. Entsorgen Sie den Staubsaugerbeutel.
  • Auch Schlafzimmer, Wohnräume etc. können von Haaren bzw. Läusen mittels Staubsauger „befreit“ werden. Entsorgen Sie auch hier den Staubsaugerbeutel. Werden die Räume nicht genutzt und gleichzeitig überhitzt – so sind sie innerhalb von wenigen Tagen lausfrei, da Läuse auf Gegenständen nur ca. 55 Stunden überleben.
  • Das Verwenden von Desinfektionsmitteln und Insektensprays (für Möbel etc.) ist nicht notwendig.
  • Ebenfalls nicht notwendig: Die Haare kurz schneiden bzw. abrasieren.

Hinweis Als Elternteil bzw. Erziehungsberechtigte/Erziehungsberechtigter müssen Sie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kindergartens umgehend informieren, wenn bei Ihrem Kind Kopfläuse auftreten. Auch das nähere Umfeld – wie die Eltern von Kindern, mit denen Ihr Kind zu tun hat – sollte informiert werden. Läuse können nur auf Dauer verbannt werden, wenn alle an vorbeugenden Maßnahmen (regelmäßiger Check von Kopfhaut und Haaren) und einer sorgfältigen Behandlung mitmachen. Manche Kindergärten verlangen eine Bestätigung der Laus- und Nissenfreiheit von der Ärztin/dem Arzt oder dem Gesundheitsamt.

Wann darf das Kind wieder in den Kindergarten?

Erkundigen Sie sich am besten im Kindergarten, wann das Kind wieder in den Kindergarten darf. Sind zwölf Stunden nach der ersten Kopfwäsche keine aktiven Läuse mehr auffindbar, hat das Kind in der Regel keine Läuse mehr. Beachten Sie jedoch, dass oftmals weitere Sicherheitsbehandlungen durchgeführt werden müssen (je nach Präparat). Zur Sicherheit können Sie außerdem Ihre Ärztin/Ihren Arzt kontaktieren.

Wie kann ich mein Kind vor Kopfläusen schützen?

Einen wirklich guten Schutz gibt es nicht. Jeder, der näheren Kontakt zu anderen Menschen hat, kann Läuse bekommen. Es ist jedoch ratsam, Kopfhaut und Haare regelmäßig zu kontrollieren.

Weitere Infos

Nähere Infos erhalten Sie im jeweiligen Kindergarten und bei Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt. Weiterführende Informationen erhalten Sie unter anderem bei Ihrem Bundesland. Broschüren, Links und Infos finden Sie über Download, Beratung & Tools.

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