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Frauenkörper © BillionPhotos.com
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Anatomie der Frau

Der Körper von Mädchen verändert sich im Laufe der Pubertät deutlich. Es entwickeln sich für Frauen typische Geschlechtsmerkmale und -organe. Einige von ihnen (primäre Geschlechtsmerkmale wie beispielsweise die Eierstöcke) sind zwar von Geburt an vorhanden, verändern sich aber. Andere entwickeln sich erst während der Pubertät (sekundäre Geschlechtsmerkmale, z.B. Busen). Mit der Pubertät kommt eine Zeit auf die jungen Menschen zu, in der sie sich mit ihrem veränderten Körper und dem neuen, ungewohnten Körpergefühl vertraut machen müssen.

Vulva

Als Vulva bezeichnet man die äußeren Geschlechtsorgane der Frau – dazu gehören innere und äußere „Scheidenlippen“ (Vulvalippen, Venuslippen, Schamlippen), Klitoris (Kitzler) und der Scheideneingang. Die Grenze zwischen innerem und äußerem Geschlecht ist das Hymen („Scheidenhäutchen“, Jungfernhäutchen). Die Vulva sieht bei jeder Frau anders aus.

  • Äußere „Scheidenlippen“ (Schamlippen): Vom Venushügel (Schamhügel) bis zum Damm reichen die äußeren Schamlippen. Sie bestehen aus Fettgewebe, enthalten viele Nerven und sind stark durchblutet – und daher auch empfindlich auf Berührung. Die äußeren Schamlippen schwellen bei sexueller Erregung an.
  • Innere „Scheidenlippen“ (Schamlippen): Auch die inneren Lippen reagieren empfindlich. Sie liegen zwischen den äußeren „Scheidenlippen“, sind etwas gekräuselt und können unterschiedliche Größe und Farbe haben (z.B. rosa oder dunkelrot). Sie können auch über die äußeren hinausragen.
  • Kitzler (Klitoris): Dort, wo die inneren „Scheidenlippen“ zusammentreffen, befindet sich der sichtbare Teil des Kitzlers, die Kitzlereichel. Ein großer Teil des Kitzlers zieht sich unter den „Scheidenlippen“ entlang. Der Kitzler ist ebenfalls sehr empfindlich, besitzt Schwellkörper und viele Nerven. Bei sexueller Erregung wird er größer und schwillt an. Die kleine Eichel kommt unter der Klitorisvorhaut hervor.
  • Hymen (Scheidenhäutchen“, Jungfernhäutchen): Viele Mythen ranken sich um das Hymen. Das dünne Hautläppchen umgibt den Scheideneingang von innen, verschließt ihn aber nicht vollständig, sodass z.B. Blut während der Regelblutung abfließen kann. Es dient als Schutz. Später wird diese Funktion vom sogenannten Weißfluss übernommen und das Hymen wird dünner. Das Hymen kann ganz unterschiedlich aussehen und eine unterschiedlich große Öffnung haben oder auch gar nicht vorhanden sein. Es kann beim ersten Geschlechtsverkehr (Vaginalsex) bluten – z.B. wenn es reißt (Entjungferung). Bei manchen Mädchen kann es beim ersten Geschlechtsverkehr (Vaginalsex) ein bisschen einreißen und es kommt zu ein paar Tropfen Blut. Bei anderen Mädchen passiert das nicht und das Hymen schiebt sich einfach auf die Seite, wenn die Scheide den Penis aufnimmt. Beim Sport reißt das Hymen meist nicht. Auch kleine Tampons oder Standardtampons verletzen es üblicherweise nicht. Weitere Infos zum Hymen gibt es auf der Website der Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung (Flyer in mehreren Sprachen).

Scheide

Unter der Harnröhrenöffnung befindet sich der Scheideneingang, der erst sichtbar wird, wenn die Beine gespreizt sind. Die Scheide (Vagina) zählt zu den inneren Geschlechtsorganen. Sie ist ca. zehn bis zwölf Zentimeter lang und schlauchförmig und stellt die Verbindung zur Gebärmutter her. An ihrem oberen Rand schließt der Gebärmuttermund an, der zapfenförmig in die Scheide ragt. Während der Regelblutung gelangt Blut von der Gebärmutter über die Scheide nach außen. Während der Geburt stellt die Scheide den Geburtskanal dar, durch den das Baby „auf die Welt kommt“. Die Scheide weist viele Falten auf und ist sehr dehnbar. Der untere Teil der Scheide ist empfindlich auf Berührung. Die Scheide hat ein saures Milieu (um pH 4), sodass ein gewisser Schutz vor der Ansiedelung von Bakterien besteht. Die gesunde Scheidenflora dient als Schutz vor Infektionen.

Hinweis Sexuell übertragbare Krankheiten können dadurch allerdings nicht verhindert werden. Hier ist unter anderem die richtige Anwendung eines Kondoms wichtig!

Die Anwendung von Waschlotionen, Scheidenspülungen etc. in der Scheide ist bei einer gesunden Frau nicht notwendig. Im Gegenteil: Diese können schaden und die Scheidenflora zerstören. Ist eine Frau sexuell erregt, wird die Scheide feuchter. Spezielle Flüssigkeiten, die vom Körper gebildet werden, werden in der Scheide vermehrt ausgeschüttet (Lubrikation).

Gebärmutter

Die Gebärmutter (Uterus) zählt ebenfalls zu den inneren Geschlechtsorganen. Sie liegt zwischen Harnblase und Enddarm. Am oberen Ende münden die beiden Eileiter in den Uterus. Den Ausgang bilden der Gebärmutterhals und der Muttermund. Sie münden in die Scheide. Die Gebärmutter ähnelt einer auf dem Kopf stehenden Birne, hat eine starke Muskelschicht und ist sehr dehnbar – ebenso wie der Muttermund. Ungefähr jeden Monat baut sich bei einem geschlechtsreifen Mädchen im Inneren der Gebärmutter die Gebärmutterschleimhaut neu auf und wird, wenn sich keine befruchtete Eizelle einnistet, abgestoßen – es kommt zur Regelblutung. Nistet sich jedoch eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut ein, kommt es zu einer Schwangerschaft, und das Baby wächst in der Gebärmutter heran.

Mehr zur Gebärmutter auf www.loveline.de

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Eierstöcke & Eileiter

Die beiden Eierstöcke (Ovarien) zählen ebenfalls zu den inneren Geschlechtsorganen. In ihnen reifen die Eizellen heran. Außerdem produzieren sie Geschlechtshormone (vor allem Östrogen und Progesteron). 

In einem der Eierstöcke wächst normalerweise während des Menstruationszyklus eine Eizelle heran, die nach dem Eisprung (Ovulation) vom Eileitertrichter aufgenommen und durch die Eileiter (Tuba uterina) zur Gebärmutter transportiert wird. Die beiden Eileiter sind direkt mit der Gebärmutter verbunden. Im Eileiter ist die Eizelle normalerweise ca. bis zu 24 Stunden nach dem Eisprung befruchtungsfähig. D.h., sie kann durch eine Samenzelle befruchtet werden, wenn ein Mädchen ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einem Jungen hat bzw. hatte.

Achtung! Achtung! Samenzellen überleben in Gebärmutter und Eileitern einige Tage. Um eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern, sollte man am besten immer verhüten – z.B. auch am Ende der Regelblutung.

Informationen zur Entwicklung der Brust gibt es unter Körperliche Veränderungen bei Mädchen.
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