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Schälchen mit Superfoods © baibaz
Schälchen mit Superfoods © baibaz

Ernährungstrend: „Superfood“

Unter dem Begriff „Superfood“ werden einzelne Lebensmittel zusammengefasst, die einen besonderen gesundheitlichen Nutzen haben sollen. Sie werden als Wundermittel angepriesen, versprechen Gesundheit, Energie und Schönheit, manchmal sogar die Linderung gesundheitlicher Beschwerden. Da sie häufig in der Vermarktung mit mystischen und vielversprechenden Geschichten auf sich aufmerksam machen, wirken sie mitunter besonders anziehend. Regionale Nahrungsmittel werden dadurch beinahe in den Schatten gestellt. Doch sind „Superfoods“ tatsächlich gesünder? Zeitschriften, Fernsehmagazine und Blogs berichten vermehrt darüber. Denn viele von ihnen versprechen wahre Alleskönner zu sein. 

„Superfoods“, manchmal sogar „Ultrafood“ genannt, gehen mit anderen Ernährungstrends wie dem gestiegenen Interesse an veganer Ernährung, „Rawfood“ oder Detox einher. Allen gemeinsam ist das Bedürfnis vieler Menschen, ihrem Körper etwas Gutes zu tun. Mittlerweile sind „Superfoods“ nicht mehr ausschließlich in Naturkost- und Reformläden, sondern auch in Supermärkten erhältlich.

Was sind „Superfoods”?

Es gibt keine konkrete oder rechtlich bindende fachliche Definition für den Begriff „Superfood“. Meist werden darunter Lebensmittel verstanden, die aufgrund ihres Nährstoffgehalts mit einem höheren gesundheitlichen Nutzen in Verbindung gebracht werden als andere Nahrungsmittel. So werden „Superfoods” u.a. immunstärkende Effekte, Anti-Aging-Wirkung, Steigerung der Leistungsfähigkeit und Vorbeugung mancher Krankheiten (z.B. Krebs, Herz-Kreislauf-Krankheiten und Diabetes) nachgesagt. Auch sollen sie antioxidativ und entzündungshemmend wirken, den Körper entgiften oder gar „entschlacken“. Insgesamt wird der Eindruck vermittelt, dass „Superfoods” „normale“ Nahrungsmittel übertreffen und etwas Besonderes sowie ein Muss für mehr Gesundheit sind. Allerdings fehlen für die gesundheitsförderlichen Eigenschaften großteils die wissenschaftlichen Nachweise.

Hinweis Auf Lebensmitteln dürfen keine krankheitsbezogenen Angaben zur Wirkung, Vorbeugung, Heilung oder Behandlung von Krankheiten angeführt werden (z.B. „schützt vor Darmkrebs“). Nur gesundheitsbezogene Angaben u.a. zu Vitaminen und Mineralstoffen sowie zu Fettsäuren sind möglich, sofern diese Inhaltsstoffe ausreichend hoch im Lebensmittel vorhanden sind.

Sind „Superfoods“ gesünder als herkömmliche Lebensmittel?

Eines haben alle „Superfoods“ gemeinsam: Ein einziges Nahrungsmittel kann nicht alleine als gesund eingestuft werden. „Superfoods“ können lediglich als Bestandteil einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung einen Beitrag leisten, diese allerdings nicht ersetzen. „Superfoods“ weisen zum Teil einen hohen Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen wie Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe auf. Jedoch ist keiner dieser Stoffe ausschließlich einem einzelnen „Superfood” vorbehalten, sondern findet sich ebenso in heimischen Nahrungsmitteln. „Superfoods” bzw. „extra gesunde“ Nahrungsmittel im Übermaß konsumiert, weisen demnach keinen gesundheitlichen Mehrwert im Vergleich mit der Vielzahl heimischer Gemüse- und Obstsorten auf.

Wer seine Ernährung ausgewogen zusammenstellt, kann also getrost auf weit gereiste „Superfoods“ wie Moringa, Acaibeere & Co. verzichten. Eine ausgewogene Mischkost liefert dem Körper ebenso hochwertiges Eiweiß und essenzielle Fettsäuren, schützt den Körper durch Antioxidantien gegen freie Radikale und versorgt ihn mit allen wichtigen Nährstoffen in ausreichendem Maß. Sie liefert alles, wofür „Superfoods“ sich rühmen. Eine anschauliche Orientierung für eine ausgewogene Ernährung bietet die Österreichische Ernährungspyramide

Hinweis Eine gesundheitsfördernde Ernährungsweise soll abwechslungsreich und pflanzenbetont sein, also u.a. reich an Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten. Es ist nicht sinnvoll, sich auf gesundheitliche Vorteile von einigen wenigen Lebensmitteln, die als „Superfood“ angepriesen werden, zu verlassen. 

Was ist bei der Einnahme von „Superfoods“ zu beachten?

„Superfoods“, welche etwa in frischer, getrockneter Form oder als Püree gegessen werden, können einen Beitrag zu einer ausgewogenen Ernährung leisten und diese ergänzen. Zu bedenken ist, dass exotische Lebensmittel, unabhängig davon, ob diese pur oder als Extrakt eingenommen werden, ein gewisses Risiko für Überempfindlichkeitsreaktionen bzw. Allergien bergen. Zudem sind Wechselwirkungen mit Arzneimitteln möglich. Insbesondere ist bei isoliert aufgenommenen Konzentraten in Form von Nahrungsergänzungsmitteln Vorsicht geboten.

Hinweis Eine individuelle Beratung durch entsprechendes Fachpersonal wie etwa eine Ärztin/einen Arzt oder eine Apothekerin/einen Apotheker ist vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln unerlässlich. Ebenso kann eine individuelle Ernährungsberatung durch eine Diätologin/einen Diätologen sinnvoll sein. Von einer unkontrollierten Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ist in jedem Fall abzuraten.

Auch in ökologischer Hinsicht (z.B. lange Transportwege) und bezüglich Frische ist zu hinterfragen, ob Lebensmittel aus fernen Ländern heimischer regionaler und saisonaler Ware vorzuziehen sind. Zudem sind die landwirtschaftlichen Anbau- bzw. Gewinnungsmethoden in den fernen Herkunftsländern nicht im Detail bekannt und unterliegen mitunter nicht den strengen Qualitäts- und Hygienestandards, wie dies in Europa üblich ist. Die Produkte werden teils früh geerntet, stark verarbeitet und lange gelagert. Fraglich ist daher, was an den beworbenen Inhaltsstoffen im Endprodukt noch übrigbleibt.

Welche Lebensmittel gelten als „Superfood”?

Es gibt keine klare Eingrenzung, welche Nahrungsmittel unter den Begriff „Superfood“ fallen. Dennoch werden häufig exotische Früchte, Gemüse, Beeren, Samen oder Keimlinge sowie Algen und Tees als „Superfood“ deklariert. Beliebte „Superfoods“ sind u.a. Acai, Algen, Aloe Vera, Chia, Chlorella, Goji, Maqui, Moringa oder Noni. Das Angebot wächst stetig. Zumeist werden sie in getrockneter und/oder gemahlener Form angeboten. Hier finden sie etwa als Beigabe zu Getreideflocken, Müslis, Joghurts sowie zum Knabbern oder Naschen Verwendung. Manche Produkte können auch als Säfte, Drinks, Teeaufgüsse, als Zusatz in Lebensmitteln (z.B. Chiasamen in Brötchen) oder teils als Nahrungsergänzungsmittel, etwa in Form von Kapseln, eingenommen werden.

Heimisches „Superfood“ 

Mittlerweile zeichnet sich ein neuer Trend ab. Denn heimische und regionale „Superfoods“ gewinnen ebenfalls an Bedeutung. Zu den heimischen „Superfoods“ zählen sämtliche Obst- und Gemüsesorten (z.B. rote Rübe, Spinat, Brennnessel, Brokkoli) und Hülsenfrüchte (Bohnen, Linsen, Soja etc.). Dabei gilt: je bunter, desto besser. So können etwa statt der exotischen Ancaribeere heimische dunkle Beeren (z.B. Brom-, Holunder-, Heidelbeere, Kirsche, rote Weintraube) als „Superfood” herangezogen werden. Auch Kräuter, Vollkorngetreide (Weizen, Roggen, Hafer etc.), Nüsse und Samen (Wal- und Haselnüsse etc.), Leinsamen, Sesam, Kürbis- und Sonnenblumenkerne etc. sowie pflanzliche Öle (Sonnenblumen-, Raps-, Maiskeim-, Lein-, Walnussöl etc.) zählen zum heimischen „Superfood”.

 

Welche gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe heimisches Obst und Gemüse zu bieten haben, erfahren Sie im Saisonkalender für Obst und Gemüse. Hier finden Sie zudem eine umfangreiche Sammlung an Gesunden Rezepten. In unserer Datenbank der Kräuter und Gewürze erfahren Sie in den Steckbriefen interessante Infos zu BasilikumKresse und vielen weiteren (Wild-)Kräutern.


Sekundäre Pflanzenstoffe (z.B. Polyphenole, Flavonoide, Anthocyane, Phytoöstrogene u.v.m.), die in pflanzlichen Lebensmitteln (z.B. Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten, Getreide etc.) enthalten sind, werden verschiedene gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben. Wie sie auf die Gesundheit wirken und wo sie vorkommen, erfahren Sie unter Sekundäre Pflanzenstoffe: Vorkommen und Wirkung.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Vorbeugen mit Ernährung.

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