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Schwanger mit Partner im Bett © Wisky
Schwanger mit Partner im Bett © Wisky

Schwangerschaft & Sex

Bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft spricht grundsätzlich nichts dagegen, Sex zu haben – solange keine Beschwerden vorliegen. Die werdenden Eltern können ihr Liebesleben nach Lust und Laune beibehalten, erlaubt ist, was beiden Partnern gefällt. Das ungeborene Kind ist durch die Gebärmutter und das Fruchtwasser gut geschützt. In einigen Fällen ist jedoch Vorsicht geboten, manchmal sollte auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden. 

Wie verändert sich die Sexualität in der Schwangerschaft?

Die Schwangerschaft ist eine Zeit voller Veränderungen – davon ist oft auch das Liebesleben betroffen. Das Bedürfnis der Frau nach Sex und körperlicher Nähe kann sich wandeln, ebenso das ihres Partners. Die körperlichen Veränderungen der Partnerin während der Schwangerschaft können für manche Männer eine sexuelle Anziehungskraft haben. Der runde Bauch und die größeren Brüste können als erotische Signale wirken. Manchmal kann es aber auch sein, dass Männer während der Schwangerschaft weniger Lust auf Sex haben oder verunsichert sind. Meist ist aber nicht der Bauch, der sich zwischen die intime Zweisamkeit drängt, verantwortlich dafür, sondern vielmehr sind es Sorgen oder Befürchtungen, dem ungeborenen Kind zu schaden oder Komplikationen auszulösen.

Das Lustempfinden der Frau kann sich in der Schwangerschaft vermindern oder verstärken bzw. sich im Laufe der Schwangerschaft immer wieder ändern. Die hormonelle Umstellung im ersten Drittel der Schwangerschaft löst bei vielen Frauen Übelkeit, Erbrechen, Unwohlsein oder ein unangenehmes Spannungsgefühl in den Brüsten aus. Dadurch kann die Lust auf Sex in den ersten Wochen der Schwangerschaft vermindert sein. Auch ständige Müdigkeit ist nicht unbedingt lustfördernd. Mehr zum Thema: Beschwerden in der Schwangerschaft

Ein möglicherweise herabgesetztes Lustgefühl der Frau steigert sich im zweiten Schwangerschaftsdrittel häufig wieder, wenn die anfänglichen Beschwerden langsam abklingen. Manchmal ist es dann sogar stärker als gewohnt. Die Schwangerschaftshormone sorgen dafür, dass die Geschlechtsorgane stärker durchblutet werden. Klitoris und Schamlippen sind empfindsamer, manche Frauen sind dadurch leichter erregbar. Andere wiederum empfinden die Berührungen der Genitalien als unangenehm. Viele Frauen wollen in dieser Phase behutsamer angefasst werden, zarte Berührungen werden oft bevorzugt. Mehr zum Thema: Die weiblichen Geschlechtsorgane

Gegen Ende der Schwangerschaft flacht die Lustkurve häufig wieder etwas ab. Erschöpfung und Müdigkeit nehmen zu, der Bauch wächst noch einmal ein ganzes Stück, und die Beweglichkeit wird zunehmend eingeschränkt. Viele Frauen sind mit den Gedanken schon ganz bei der Geburt und der ersten Zeit mit dem Baby, die Sexualität rückt etwas in den Hintergrund.

Jedes Paar erlebt diese besondere Phase auf eigene Weise. Ob die körperlichen Veränderungen der Schwangerschaft das Lustempfinden verstärken oder mindern, ist individuell unterschiedlich.

Hinweis Sex bedeutet nicht nur, miteinander zu schlafen, auch Streicheleinheiten und Zärtlichkeit können zur Befriedigung und Erfüllung von sexueller Lust führen.

Wann sollte auf Sex verzichtet werden?

Prinzipiell spricht nichts gegen Sex in der Schwangerschaft – solange die Schwangerschaft normal verläuft und keine Risikofaktoren vorliegen. Das ungeborene Kind ist in der Gebärmutter gut geschützt und nimmt durch Intimitäten der werdenden Eltern keinen Schaden. Es gibt jedoch einige Situationen, in denen Vorsicht geboten ist bzw. auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden sollte. Dazu zählen unter anderem:

  • Vaginalinfekte,
  • Infekte des Partners,
  • Blutungen,
  • vorzeitige Wehen,
  • Plazenta praevia (tiefer Sitz des Mutterkuchens),
  • Komplikationen in  früheren Schwangerschaften (z.B. Frühgeburten, Totgeburten),
  • Anzeichen einer drohenden Frühgeburt (z.B. vorzeitiger Blasensprung, Schwäche des Muttermundes) sowie
  • Mehrlingsschwangerschaften (umstritten).

Wohin kann ich mich wenden?

Um sicherzugehen, sollten Fragen oder Unklarheiten mit der behandelnden Gynäkologin/dem behandelnden Gynäkologen abgeklärt werden. Auch die Hebamme kann Ansprechpartnerin für Fragen zum Thema Sexualität in der Schwangerschaft sein. Zudem können Sie sich an Ärztinnen und Ärzte in Familienberatungsstellen mit Schwerpunkt Schwangerenberatung wenden.

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