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Neurolepsin®

Lithium ist ein Medikament, das vor allem zur Behandlung bipolarer Störungen („manisch-depressiv“) eingesetzt wird.

Warum wird Lithium im Blut bestimmt?

Lithium ist ein Medikament, das vor allem zur Behandlung bipolarer Störungen („manisch-depressiv“) eingesetzt wird. Der Wirkmechanismus von Lithium ist unbekannt. Die Wirksamkeit des Medikaments entfaltet sich auch nicht sofort, sondern erst nach einer bestimmten Dauer der Einnahme über einen längeren Zeitraum. Aus diesem Grund wird Lithium vor allem zur Dauertherapie sowie Langzeitprophylaxe eingesetzt.

Lithium ist toxisch und hat eine geringe therapeutische Breite. Aus diesem Grund wird für Lithium ein regelmäßiges Therapeutisches Drugmonitoring (TDM; Bestimmung des Medikamentenspiegels) empfohlen.

Die Halbwertszeit im Blut beträgt ca. 24 Stunden. Das bedeutet, dass es im Durchschnitt einen Tag lang dauert, bis sich der Blutspiegel des Medikaments nach der letzten Einnahme halbiert.

In der Schwangerschaft und Stillperiode ist die Einnahme von Lithium verboten. Lithium ist embryotoxisch (schädigend für das ungeborene Kind).

Wie wird der Blutspiegel von Lithium interpretiert?

Die Bestimmung von Lithium im Blut sollte zwölf Stunden nach der letzten Einnahme des Medikaments erfolgen.

Zu hohe Konzentrationen von Lithium im Blut können zu folgenden Nebenwirkungen führen:

  • Zittern, Muskelzuckungen, Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma.
  • Konzentrationen über 4 mmol/l sind lebensbedrohlich.

Blutspiegelmessung von Medikamenten – TDM

Die Bestimmung von Medikamenten im Blut wird in der medizinischen Labordiagnostik als „Therapeutisches Drugmonitoring“ (TDM) bezeichnet. Dabei erfolgt eine Konzentrationsmessung von Medikamenten im Blut zur Steuerung der Behandlung („Therapie nach Maß“).

Das Ziel von TDM ist es,

  • eine für die Behandlung optimale Konzentration des Medikaments am Wirkort (Zielort) des Medikaments zu gewährleisten bzw.
  • gefährliche Nebenwirkungen (toxische Effekte eines Arzneimittels) bestimmter Medikamente z.B. aufgrund einer Überdosierung rechtzeitig zu erkennen.

Für jedes Medikament gibt es einen bestimmten Blutspiegel, in welchem das Arzneimittel seine Wirkung am besten entfaltet. Bei diesem Blutspiegel handelt es sich genauer gesagt um einen Von/Bis-Bereich, der als „therapeutischer Bereich“ bezeichnet wird.

Therapeutischer Bereich

Liegt die Konzentration eines Medikamentes unterhalb des therapeutischen Bereiches („Unterdosierung“) so kann es sein, dass die Behandlung nicht entsprechend wirksam ist. Das kann bei einer Therapie mit Antibiotika, Herzmedikamenten (z.B. Blutdruckmittel), Epilepsietherapeutika u.v.m.) gefährliche Folgen haben.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch eine Reihe von Medikamenten, die gefährliche Nebenwirkungen bei zu hoher Dosierung haben können. Bei solchen Arzneimitteln ist insbesondere darauf zu achten, dass die Konzentration dieser Stoffe nicht oberhalb des therapeutischen Bereiches liegt („Überdosierung“).

Wenn der Konzentrationsbereich zwischen Unter- und Überdosierung schmal ist, spricht man von einer

  • „geringen therapeutischen“ Breite des betreffenden Medikamentes.

Pharmakokinetik

Wie alle Stoffe, die dem Körper zugeführt werden, unterliegen auch Medikamente einem bestimmten Stoffwechsel. Dieser ist von folgenden Faktoren abhängig:

  • Menge (Dosis) und Art der Zufuhr (oral, rektal, subkutan, intravenös, intramuskulär etc.) des Medikaments,
  • Verstoffwechslung des Medikaments (v.a. durch die Leber),
  • Ausscheidung des Medikaments (v.a. durch Leber und Nieren).

Die zeitliche Veränderung der Konzentration eines Medikaments im Körper bzw. im Blut wird als „Pharmakokinetik“ bezeichnet. Diese ist für jedes Medikament anders. Aus diesem Grund gelten für jedes Medikament genaue Vorschriften in Bezug auf:

  • Dosierung,
  • Art und Zeitpunkt der Verabreichung,
  • „Halbwertszeit“ des Medikamentes (Zeit, in der sich die Konzentration des Medikaments im Blut halbiert) sowie
  • Dauer der Behandlung.

Darüber hinaus müssen auch individuelle Kriterien der unterschiedlichen Menschen berücksichtigt werden:

  • Körpergewicht (bei Kindern kommen viel geringere Dosierungen zur Anwendung),
  • Alter (mit höherem Lebensalter kann die Leber- und Nierenfunktion abnehmen, was eine Verminderung der Dosierung eines Medikamentes erforderlich machen kann),
  • Compliance“ (darunter versteht man die Befolgung der Medikamentenverschreibung durch die Patientin/den Patienten).

TDM-Untersuchungsmethoden

Im medizinischen Labor gibt es viele verschiedene Analysemethoden, die für ein TDM zur Anwendung kommen. Diese können grob in zwei Gruppen eingeteilt werden:

  • Immunologische Methoden (z.B. Enzym-[Linked]-Immuno-Assays [EIA, ELISA]): diese funktionieren auf der Basis von Antigen/Antikörper-Reaktionen und können praktisch in jedem medizinischen Labor durchgeführt werden. Der Nachteil dieser Methoden ist, dass nicht für alle (bzw. manchmal für ganz neue) Medikamente ein Testverfahren existiert. Darüber hinaus kann es bei Antigen/Antikörper-Reaktionen auch zu unerwünschten Nebenreaktionen (Kreuzreaktionen) sowie u.U. zu falschen Laborbefunden kommen.
  • Referenzmethoden (z.B. Hochdruck-Flüssigkeits-Chromatographie [HPLC] oder Chromatographie/Massenspektrometrie [GC/MS]): diese analytisch-chemischen Verfahren sind technisch aufwändiger und können nicht in jedem medizinischen Labor durchgeführt werden. Der Vorteil dieser Methoden ist aber, dass praktisch alle Medikamente sowie deren Stoffwechselprodukte (Metabolite) exakt gemessen und quantifiziert werden können. Der Aufwand dieser Methoden ist aber oft hoch und in vielen Fällen wissenschaftlichen Fragestellungen vorbehalten.

TDM-Indikationen

Bei folgenden Medikamenten wird ein TDM empfohlen:

  • Epilepsietherapeutika: Carbamazepin, Phenytoin, Valproinsäure etc.
  • Herzmedikamente (Herzglykoside – Digitalis): Digitoxin, Digoxin
  • Antiarrhythmika (Therapie von Herzrhythmusstörungen): Lidocain, Chinidin etc.
  • Asthmatherapeutika: Theophyllin
  • Psychopharmaka: Trizyklische Antidepressiva, Lithium etc.
  • Aminoglykosid-Antibiotika: Vancomycin, Tobramycin etc.
  • Immunsuppressiva: Cyclosporin A, Tacrolimus
  • Zytostatika: Methotrexat etc.
  • HIV-Therapeutika: Proteasehemmer, reverse Transkriptase-Hemmer etc.
Synonyme: Lithium (LI), Quilonorm®
LOINC: 14334-7

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
mmol/l (Millimol pro Liter) 0,6–1,0 mmol/l 0,6–1,0 mmol/l 0,6–1,0 mmol/l 0,6–1,0 mmol/l

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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