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CMV-Antikörper IgM quantitativ (CMVMQ)

Die Bestimmung von CMV-Antikörpern (Typ IgM) im Blut ist ein wichtiges Laborverfahren zur Diagnose einer Infektion mit dem Cytomegalievirus (CMV) bzw. zur Bestimmung des Immunitätsstatus einer gesunden Person. CMV ist ein Virus aus der Familie der Herpesviren (HHV-5), das zu schweren Infektionserkrankungen bei frisch infizierten Neugeborenen bzw. Erwachsenen mit Immunschwäche führen kann.

Warum werden CMV-Antikörper vom Typ IgM im Blut bestimmt?

Die Bestimmung von CMV-Antikörpern (Typ IgM) im Blut ist ein wichtiges Laborverfahren zur Diagnose einer Infektion mit dem Cytomegalievirus (CMV) bzw. zur Bestimmung des Immunitätsstatus einer gesunden Person.

CMV ist ein DNA-Virus aus der Familie der humanen Herpesviren (HHV-5). Herpesviren besitzen die typische Fähigkeit, im Anschluss an die akute Infektion im Körper zu persistieren und bei bestimmten Situationen (z.B. bei einer Schwächung des Immunsystems) eine erneute Infektion (Reinfektion) hervorzurufen.

Bei Erwachsenen mit einem intakten Immunsystem verläuft eine CMV-Infektion in den meisten Fällen symptomlos. Zu schweren Verlaufsformen einer CMV-Infektion kann es bei Neugeborenen bzw. bei Patientinnen und Patienten mit geschwächtem Immunsystem kommen.

Zur diagnostischen Abklärung eines Verdachtes auf eine CMV-Infektion können die folgenden Laboruntersuchungen durchgeführt werden:

  • Nachweis von Antikörpern gegen CMV vom Typ IgG und IgM sowie
  • CMV-DNA-PCR (zum Beweis einer akuten Infektion).

Beim CMV-Antikörpernachweis werden Antikörper gegen virale CMV-Eiweißstoffe (CMV-Antigene) vom Typ IgG und/oder IgM im Blut (sogenannte Serologie bzw. serologische Diagnostik) bzw. auch in anderen Körperflüssigkeiten (Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit – Liquor, Harn etc.) bestimmt.

Generell handelt es sich bei Antikörpern um spezielle, vom Körper gebildete Eiweißstoffe. Die Hauptaufgabe der Antikörper ist der Schutz des Körpers vor allem, was dem Körper fremd ist. Die Antikörperbestimmung ist aber ein indirektes Nachweisverfahren, da nicht der Erkrankungserreger selbst, sondern vielmehr die immunologische Reaktion des Körpers auf den Krankheitserreger (sprich CMV) nachgewiesen wird.

Zur Bestimmung der Antikörper im Blut existieren unterschiedliche Laborverfahren. Die am häufigsten eingesetzten Methoden zur Detektion von CMV-Antikörpern sind:

  • ELISA-Verfahren („Enzyme-linked Immunosorbent Assay“):
    • Diese Ergebnisse werden zumeist in der quantitativen Laboreinheit Units pro Liter (U/L) bzw. Units pro Milliliter (U/mL) am Laborbefund ausgewiesen, wobei der Referenzwert von der eingesetzten Labormethode abhängig ist.
  • KBR-Verfahren (Komplement-Bindungsreaktion):
    • Diese Ergebnisse werden meist in semiquantitativen Titerstufen angegeben. Unter Titerstufen versteht man eine Verdünnungsreihe des Blutes. Dazu wird die Blutflüssigkeit (Serum) nach einem fixen Schema verdünnt (1:80, 1:160, 1:320, 1:640 etc.), und anschließend erfolgt die Messung der Antikörper gegen CMV. Jene letzte Verdünnungsstufe, bei der ein positiver Nachweis noch möglich ist, entspricht dann der Konzentration der Antikörper gegen CMV im Blut.
    • Ein Nachteil der KBR-Methode ist, dass mit diesem Verfahren aber nur die Gesamtheit der CMV-Antikörper bestimmt wird und keine Unterscheidung zwischen IgG- sowie IgM-Antikörpern möglich ist.

Wie ist das Ergebnis der CMV-Antikörperbestimmung im Blut zu interpretieren?

Für die Interpretation der Untersuchungsergebnisse der CMV-Serologie sollten die folgenden Labortestergebnisse gemeinsam beurteilt werden:

  • CMV-Antikörper vom Typ IgG: Diese Antikörper werden erst in späteren Phasen einer akuten CMV-Infektion gebildet und bleiben zumeist ein Leben lang nachweisbar (sogenannter Immunitätsstatus). Für eine akute CMV-Infektion muss der Verlauf der IgG-Antikörper im Blut innerhalb von zwei Wochen beobachtet werden, wobei ein Anstieg der Werte um das Vierfache für eine akute Infektion spricht.
  • CMV-Antikörper vom Typ IgM: Diese Antikörper werden bereits im frühen Stadium einer CMV-Infektion vom Immunsystem gebildet (sogenannte immunologische Erstantikörper). Hohe initiale IgM-Werte sprechen für eine akute CMV-Infektion. Weiters können CMV-IgM-Antikörper auch im Zuge einer endogenen Reaktivierung einer persistierenden CMV-Infektion (typisch für sämtliche Herpesviren) wieder positiv werden.

Neben der Antikörperbestimmung im Blut können auch entsprechende Messungen in anderen Körperflüssigkeiten wie z.B. im Harn oder der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit (Liquor) erfolgen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die im Blut sowie Liquor gemessenen Antikörperwerte miteinander in Beziehung zu setzten (Liquor/Serum-Index), um so die Beteiligung des zentralen Nervensystems – Gehirnhautentzündung (Meningitis), Gehirnentzündung (Enzephalitis) – zu beurteilen.

Neben den serologischen, indirekten Nachweisverfahren für CMV existieren in der medizinischen Labordiagnostik aber auch sogenannte direkte Nachweisverfahren. Die wichtigste Methode in diesem Zusammenhang ist die

  • CMV-DNA-PCR – hierbei handelt es sich um ein molekulares Diagnoseverfahren (sogenannte Polymerase-Kettenreaktion – PCR) zum Nachweis von CMV-Erbgut (HHV-5-DNA) im Blut bzw. anderen Körperflüssigkeiten.

Generell ist bei der Interpretation der Laborwerte im Hinblick auf eine CMV-Infektion aber zu berücksichtigen, dass aufgrund negativer Ergebnisse eine entsprechende Erkrankung nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann. Aus diesem Grund müssen immer auch die folgenden grundsätzlichen Untersuchungen berücksichtigt werden:

  • Anamnese (exakte Erhebung der Krankengeschichte),
  • Immunstatus der Patientin/des Patienten,
  • erkrankungstypische Symptome sowie
  • Expositionsstatus.

Cytomegalievirus-Infektion (CMV-Infektion)

Das Cytomegalievirus (CMV) ist ein Virus aus der Familie der Herpesviren. Bei diesen Viren handelt es sich um DNA-Viren, welche die typische Fähigkeit besitzen, nach einer Infektion in verschiedenen Zellen bzw. Geweben lebenslang zu verbleiben (persistieren) und bei bestimmten Situationen (z.B. bei einer Schwächung des Immunsystems) eine erneute Infektion hervorzurufen. Die wichtigsten Vertreter humaner Herpesviren (HHV) sind:

  • HHV-1: Herpes-simplex-Virus 1 (HSV-1) – typischer Erreger von Fieberblasen;
  • HHV-2: Herpes-simplex-Virus 2 (HSV-2) – „Fieberblasen“ im genitalen Bereich;
  • HHV-3: Varizellen-Zoster-Virus (VZV) – Feuchtblattern, Gürtelrose;
  • HHV-4: Epstein-Barr-Virus (EBV) – Pfeiffer’sches Drüsenfieber;
  • HHV-5: Cytomegalievirus (CMV) – Erreger bestimmter Organinfektionen (Lunge, Leber, Gehirn etc.).

Von Infektionen mit Herpesviren sind in Abhängigkeit vom Virustyp zumeist nur bestimmte Körperregionen und Gewebe betroffen. Die Infektion kann sich aber auch auf den gesamten Körper ausbreiten und zu schweren Komplikationen führen (Gehirn- und Hirnhautentzündungen etc.).

In Europa ist ungefähr die Hälfte der Bevölkerung mit CMV infiziert, wobei in bestimmten Risikogruppen (HIV-infizierte Personen, Prostituierte, Homosexuelle) eine Durchseuchung von über 90 Prozent zu finden ist.

Die Übertragung von CMV kann entweder konnatal über die Plazenta erfolgen, wobei CMV überhaupt die häufigste angeborene virale Infektionserkrankung darstellt. Bei Kindern und Erwachsenen sind die folgenden Übertragungswege für CMV möglich:

Das Beschwerdebild einer CMV-Infektion hängt vom Alter sowie vom Immunsystem der infizierten Person ab:

  • Bei konnataler CMV-Infektion kann die Viruserkrankung die Ursache für eine Frühgeburt sein. Weiters kann es hier zu Entzündungen des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark), innerer Organe (v.a. Leber und Milz) sowie des Augenhintergrundes (Chorioretinitis) kommen. In einem Viertel der Fälle können bleibende Spätschäden die Folge der CMV-Infektion sein (Schwerhörigkeit, geistige Retardierung u.v.m.).
  • Bei Erwachsenen ohne Immunschwäche verläuft eine CMV-Infektion in der Mehrzahl der Fälle ohne Beschwerden. In seltenen Fällen kann das Krankheitsbild dem der infektiösen Mononukleose (sogenanntes Pfeiffer’sches Drüsenfieber) ähneln.
  • Bei Patientinnen und Patienten mit einer Schwächung des Immunsystems (z.B. HIV-Infektion, bösartige Tumorerkrankungen oder nach Organtransplantationen) kann die CMV-Infektion einen schweren Verlauf nehmen: Mononukleose-ähnliches Krankheitsbild, Organentzündungen (Leber, Milz, Muskulatur, Gelenke etc.), Netzhautentzündungen (Retinitis), Lungenentzündung (lebensbedrohliche interstitielle Pneumonie).

Für die Diagnose einer CMV-Infektion sind die folgenden Schritte erforderlich:

  • Bei Verdacht auf eine Infektion des Fetus während der Schwangerschaft können Ultraschall- sowie Fruchtwasseruntersuchungen (CMV-Antikörperbestimmungen) durchgeführt werden.
  • Bei Neugeborenen kann ein CMV-Antikörpernachweis in Harn sowie Rachenspülflüssigkeit versucht werden.
  • Bei Erwachsenen sind eine genaue Erhebung des Beschwerdebildes und der Krankengeschichte (Anamnese) sowie Augenuntersuchungen erforderlich.
  • Bei der Untersuchung von infizierten Zell- und Gewebeproben können die für CMV typischen „Eulenaugenzellen“ (virale Einschlüsse in Fresszellen) gefunden werden.
  • Eine wichtige Diagnosestrategie stellen weiterführende Blutuntersuchungen dar:
    • Nachweis von CMV-Antikörpern vom Typ IgG und IgM in Blut sowie anderen Körperflüssigkeiten (Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit, Harn etc.) sowie
    • CMV-DNA-PCR (zum Beweis einer akuten Infektion).

In Bezug auf die Therapie einer CMV-Infektion ist bei Personen mit intaktem Immunsystem zumeist keine spezifische Behandlung erforderlich. Gegebenenfalls können allgemeine, symptomatische Behandlungsmaßnahmen ergriffen werden: körperliche Schonung, Medikamente zur Fiebersenkung, Entzündungshemmung sowie Linderung von Schmerzen.

Bei Schwangeren kann bei einem Verdacht auf eine akute CMV-Infektion die Gabe von CMV-Hyperimmunglobulin in Erwägung gezogen werden.

Für Patientinnen und Patienten mit einer Schwächung des Immunsystems bestehen die folgenden Behandlungsmöglichkeiten einer CMV-Infektion:

  • CMV-Hyperimmunglobulin sowie
  • Virostatika (z.B. Ganciclovir).

Besondere Vorsicht ist bei sogenannten CMV-seronegativen Empfängerinnen und Empfängern (Personen mit negativen CMV-IgG-Antikörperwerten im Blut) von Blutkonserven bzw. Organtransplantaten notwendig. Denn hier kann die Übertragung von Zellen (z.B. rote Blutkörperchen) oder Geweben (Organe) von CMV-seropositiven (Personen mit positiven CMV-IgG-Antikörperwerten im Blut) Spenderinnen bzw. Spendern zu einer Übertragung von CMV führen.

Synonyme: CMV-IgM-ELISA
LOINC: 7853-5 / CMV IgM Ser-aCnc

Referenzwert

EinheitReferenzbereich
Männer bis 18 JahreMänner über 18 JahreFrauen bis 18 JahreFrauen über 18 Jahre
Units pro Milliliter (U/ml)<100 U/mL<100 U/mL<100 U/mL<100 U/mL


Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen exemplarischen Näherungsbereich aus der medizinischen Fachliteratur für diese Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labornormalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborergebnisse beeinflussen. Daher dürfen immer nur die auf dem jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Liegen einzelne Laborwerte des Laborbefundes außerhalb der entsprechenden Referenzbereiche, darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich können auch bei Gesunden vorkommen. Außerdem hängen die Laborergebnisse auch von der vom jeweiligen medizinischen Labor eingesetzten Untersuchungsmethode ab (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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