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Legionellen-Schnelltest

Der Legionellen-Schnelltest aus dem Harn kann einen Hinweis auf eine bakterielle Infektion mit Legionellen (z.B. atypische Lungenentzündung) liefern.

Warum wird ein Legionellen-Schnelltest aus dem Harn durchgeführt?

Legionellen sind weitverbreitete Bakterien, die bevorzugt in feuchten Bereichen vorkommen. Eine typische Infektionsquelle sind Warmwasseranlagen, in denen das Wasser unzureichend aufgeheizt wird (unter 60° Celsius). Dazu können u.a. zählen:

  • Klimaanlagen,
  • Luftbefeuchter,
  • Inhalationsapparate,
  • Whirlpools,
  • Durchlauferhitzer, die das Wasser nicht auf mindestens 60° Celsius erwärmen, etc.

Bei Verwendung solcher Wasseranlagen (z.B. beim Duschen) können sich Aerosole bilden, die eingeatmet werden. Auf diese Weise gelangen die Legionellen in die Lungen und können dort zu einer Lungenentzündung führen:

  • sogenannte atypische Pneumonie (Legionärskrankheit).

Eine wichtige Maßnahme zur Verhütung solcher Infektionen ist daher eine regelmäßige Wartung entsprechender Wasseranlagen. Dabei ist es wichtig, dass das Wasser in diesen Anlagen über 60° Celsius aufgeheizt wird, weil Legionellen erst ab dieser Temperatur inaktiviert werden. Eine weitere Möglichkeit ist die Chlorierung des Wassers.

Derzeit sind mehr als 50 Arten von Legionellen bekannt, wobei auch etliche Untergruppen („Serogruppen“ – mehr als 70) existieren. Die wichtigste Legionellenart ist

  • Legionella pneumophila.

Von diesem Bakterium sind 14 Serogruppen bekannt, wobei bis zu 90 Prozent aller Infektionen durch die Serogruppe 1 verursacht werden.

Zur Diagnose einer Legionelleninfektion gibt es verschiedene Untersuchungsmethoden:

  • Beim Legionellen-Schnelltest wird versucht, bestimmte lösliche Bestandteile (Antigene) der Legionellenbakterien im Harn nachzuweisen.
  • Weiters gibt es auch kulturelle sowie molekulare Nachweisverfahren für Legionellen, wobei als Untersuchungsmaterial Sekrete aus dem Bereich der Atemwege eingesetzt werden.
  • Darüber hinaus können auch Antikörper gegen Legionellen im Blut nachgewiesen werden.

Zur Behandlung einer Legionelleninfektion werden bestimmte Antibiotika eingesetzt – die wichtigsten sind

  • Makrolid-Antibiotika.

Was bedeutet ein positiver Legionellen-Schnelltest im Harn?

Ein positiver Legionellen-Schnelltest im Harn bedeutet einen Hinweis auf eine Legionelleninfektion (z.B. atypische Pneumonie).

Die meisten kommerziellen Testsysteme haben eine gute Sensitivität sowie Spezifität für den Nachweis dieser Infektionen, wobei

  • Sensitivität bedeutet, dass der betreffende Labortest mit hoher Wahrscheinlichkeit ein richtig positives Ergebnis liefert, wenn tatsächlich eine entsprechende Infektion vorliegt, und
  • Spezifität bedeutet, dass der betreffende Labortest mit hoher Wahrscheinlichkeit ein richtig negatives Ergebnis liefert, wenn tatsächlich auch keine entsprechende Infektion vorliegt.

Während der Legionellen-Schnelltest bloß einen Hinweis auf eine Legionelleninfektion liefert, muss für einen Beweis einer solchen Infektion eine

  • Bakterienkultur durchgeführt werden: Dazu werden die Bakterien unter speziellen Kulturbedingungen vermehrt (d.h. angezüchtet) und können auf diese Weise identifiziert werden, wobei die genaue Bestimmung von Spezies sowie Serotyp oft schwierig ist.

Was bedeutet ein negativer Legionellen-Schnelltest im Harn?

Ein negativer Legionellen-Schnelltest im Harn legt die Vermutung nahe, dass bei der Patientin/dem Patienten keine aktuelle bzw. frühere Legionelleninfektion vorliegt. Eine solche Infektion ist in diesem Fall aber nicht ausgeschlossen, weil die Konzentration der Bakterienbestandteile (Antigene) im Harn auch unterhalb der Nachweisgrenze des Testsystems liegen könnte.

Die klinische Interpretation des Testergebnisses muss daher von der Ärztin/vom Arzt unter Berücksichtigung der Beschwerden sowie in Zusammenschau sämtlicher erhobenen Befunde erfolgen.

Legionärskrankheit (Legionellose)

Eine typische Erkrankung, die durch Legionellen hervorgerufen wird, ist die

  • Legionärskrankheit (Legionellose).

Diese Bezeichnung wurde durch einen Ausbruch dieser Infektion im Rahmen eines Treffens US-amerikanischer Kriegsveteranen (Legionäre) im Jahre 1976 in Philadelphia geprägt. Seither ist es immer wieder zu Epidemien dieser Infektion (u.a. in den Niederlanden und Spanien) gekommen.

In bis zu zehn Prozent aller Fälle einer Legionelleninfektion kann es zu einer Lungenentzündung mit sogenanntem atypischen Verlauf kommen:

  • Legionella-Pneumonie.

Die Betroffenen leiden an

  • Fieber,
  • Schüttelfrost,
  • Kopfschmerzen,
  • Muskelschmerzen,
  • trockenem Husten,
  • Durchfällen,
  • Entgleisung der Elektrolyte im Blut etc.

Zur Diagnose kommen v.a. zum Einsatz:

  • Legionellen-Schnelltest im Harn,
  • kulturelle sowie molekulare Nachweisverfahren mit Untersuchungsmaterialien aus dem Bereich der Atemwege,
  • Nachweis von Antikörpern gegen Legionellen im Blut,
  • Herz-Lungen-Röntgen.

Zur Behandlung einer Legionelleninfektion werden Makrolid-Antibiotika über einen Zeitraum von drei Wochen eingesetzt.

Zur Vorbeugung (Prophylaxe) von Legionelleninfektionen ist die regelmäßige Wartung von Wasseranlagen (Erhitzung des Wassers auf mehr als 70°– Celsius) sowie die Chlorierung des Wassers anzuraten.

Synonyme: Legionella pneumophila-Antigen/Urin (LPNU)
LOINC: 31870-9

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
  negativ negativ negativ negativ

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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