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B-Zellen

Die B-Zellen (CD19-Lymphozyten) sind eine Untergruppe der Lymphozyten und können im Rahmen der Leukozytentypisierung (Immunstatus) quantitativ im Blut gemessen werden.

Warum werden die B-Zellen im Blut bestimmt?

Die B-Zellen (CD19-Lymphozyten) sind eine Untergruppe der Lymphozyten, wobei diese wiederum eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) bilden. Im Rahmen der Leukozytentypisierung (Immunstatus) können die B-Zellen quantitativ im Blut gemessen werden.

Die B-Zellen umfassen etwa 15 Prozent der Lymphozyten im Blut. Die Besonderheit dieser Zellen ist, dass sie die Antigene (das sind besondere Eiweißstrukturen) CD19 und CD20 auf ihrer Zelloberfläche tragen.

Beim Menschen werden die B-Zellen (das „B“ stammt ursprünglich von einem lymphatischen Organ bei Vögeln – der sogenannten „Bursa Fabricii“) im Frühkindesalter in der Leber sowie im Knochenmark (englisch „Bone Marrow“ – auch auf diesen Begriff wird heute mit dem „B“ in der Bezeichnung dieser Zellen Bezug genommen) gebildet. Im Verlauf der weiteren Entwicklung siedeln sich die B-Zellen schließlich im lymphatischen Gewebe an:

  • Lymphknoten,
  • Milz,
  • Mandeln (Tonsillen),
  • lymphatisches Gewebe der Schleimhäute (sogenanntes MALT – Mucosa Associated Lymphoid Tissue),
  • Knochenmark etc.

Ihre Funktion erfüllen die B-Zellen im Rahmen des sogenannten

  • humoralen Immunsystems.

Das bedeutet, dass bestimmte von den B-Zellen gebildete Stoffe die spezifischen Aufgaben im Rahmen des Immunsystems wahrnehmen. Diese Stoffe werden als

  • Antikörper bezeichnet.

Wenn etwa Krankheitserreger (z.B. Bakterien, Pilze, Viren) in den Körper eindringen, so kommt es auch zu einer Stimulierung von B-Zellen, wobei sich diese in weiterer Folge in sogenannte Plasmazellen umwandeln. Diese Plasmazellen produzieren schließlich die Antikörper und setzen diese ins Gewebe sowie auch ins Blut frei.

Antikörper sind spezielle Eiweißstoffe, die im Blut sowie auch in anderen Körperflüssigkeiten zu finden sind. Die Hauptaufgabe der Antikörper ist der Schutz des Körpers vor allem, was dem Körper fremd ist – sprich: was nicht direkt zum Körper dazugehört wie:

  • Mikroorganismen (Bakterien, Pilze, Parasiten etc.),
  • Viren,
  • Tumorzellen und Fremdgewebe,
  • Blütenpollen, Tiergifte sowie
  • viele andere natürliche und künstliche Stoffe und Substanzen.

Zur Erfassung der B-Zellen, anderer Lymphozytensubgruppen (T-Zellen, T-Helferzellen, T-Suppressorzellen etc.) sowie einer Reihe weiterer Immunzellen dient das Laborverfahren der Durchflusszytometrie (FACS – Fluorescence Activated Cell Sorting). Mit dieser Methode können all diese Zellen des Immunsystems im Blut gemessen und quantifiziert werden.

Was bedeuten erhöhte bzw. erniedrigte B-Zell-Werte im Blut?

Eine Erhöhung der B-Zellen im Blut kann bei folgenden Erkrankungen vorkommen:

  • B-Zell-Lymphome (z.B. chronisch lymphatische Leukämie),
  • Autoimmunerkrankungen,
  • bestimmten Infektionskrankheiten etc.

Erniedrigte B-Zell-Werte im Blut können bei folgenden Erkrankungen gefunden werden:

B-Zell-Lymphome

Ein Lymphom ist eine bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems. Irgendwo im Körper (z.B. im Bereich der Lymphknoten) kommt es dabei zu einer ungehemmten Vermehrung von ein und demselben Typ einer Lymphozytengruppe. Im medizinischen Fachjargon spricht man von einem klonalen Wachstum (d.h. ein bestimmter Zellklon vermehrt sich).

Die Erkrankung kann dabei auf das lymphatische Gewebe beschränkt bleiben (aleukämischer Verlauf). Es kann aber auch dazu kommen, dass die sich vermehrenden Lymphozyten ins Blut übertreten – in diesem Fall spricht man von einer lymphatischen Leukämie (leukämischer Verlauf).

Lymphome können in zwei Gruppen eingeteilt werden:

  • Hodgkin-Lymphom („Morbus Hodgkin“) und
  • Non-Hodgkin-Lymphom (NHL).

Bei Non-Hodgkin-Lymphomen gibt es wiederum zwei große Gruppen:

  • B-Zell-NHL (bösartiges Wachstum eines B-Zell-Klons) und
  • T-Zell-NHL (bösartiges Wachstum eines T-Zell-Klons).

B-Zell-Lymphome kommen in der Regel viel häufiger vor als T-Zell-Lymphome. Beispiele für B-Zell-Lymphome sind:

  • chronisch lymphatische Leukämie (CLL),
  • multiples Myelom (Plasmozytom oder auch Morbus Kahler genannt),
  • Immunozytom u.v.m.
Für die Diagnose dieser Erkrankungen spielt die Leukozytentypisierung aus Blut sowie anderen Körperflüssigkeiten bzw. Punktaten eine große Rolle. Mit diesem Laborverfahren kann die Klonalität der bösartigen B-Zellen nachgewiesen werden. Auf der anderen Seite sind aber oft auch Gewebeuntersuchungen (sogenannte histologische Untersuchungen) sowie genetische Untersuchungen für die exakte Diagnosestellung erforderlich.

Chronisch lymphatische Leukämie (CLL)

Das häufigste B-Zell-NHL ist die chronisch lymphatische Leukämie (CLL). In etwa der Hälfte aller Fälle haben die Betroffenen zum Zeitpunkt der Diagnose keine Beschwerden. Im weiteren Verlauf der Erkrankung kann es aber zu folgenden Symptomen kommen:

  • Milz- und Lebervergrößerung,
  • Lymphknotenschwellungen,
  • allgemeine Schwäche,
  • Beschwerden im Bereich der Haut (z.B. Juckreiz, Ausschläge) etc.

Die CLL ist ein B-Zell-NHL mit leukämischem Verlauf. Das bedeutet, dass die Lymphomzellen ins Blut ausgeschwemmt werden.

Für die Diagnose der Erkrankung sind daher vor allem Laborveränderungen im Blut bedeutsam:

  • Vermehrung von Lymphozyten im Blut,
  • Nachweis der Klonalität der Lymphozyten mithilfe der Leukozytentypisierung (FACS),
  • zytogenetische Untersuchungen (Nachweis von chromosomalen Veränderungen der Lymphomzellen).

Die Behandlung der CLL hängt vom klinischen Stadium der Erkrankung ab. Die Stadieneinteilung richtet sich dabei nach der Anzahl der befallenen Lymphknotenregionen sowie der Beeinträchtigung der Blutbildung im Knochenmark (Anämie, Thrombopenie). Je nach Grad der Beschwerden kommen die folgenden Behandlungsoptionen infrage:

  • keine Therapie (bzw. symptomatische Behandlungsmaßnahmen),
  • Chemotherapie,
  • Strahlentherapie,
  • Knochenmark- bzw. Stammzelltransplantation.
Synonyme: B-Zellen (CD19+) [Lymphozyten] relativ/absolut (19RLY/19ABS), CD19-Lymphozyten
LOINC: 8117-4Y, 8116-6

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre

Prozent (%) der Lymphozyten

Zellen/µl (Zellen pro Mikroliter)

6–25* %

90–660* Zellen/µl

6–25* %

90–660 Zellen/µl

6–25* %

90–660* Zellen/µl

6–25* %

90–660 Zellen/µl

*Für Kinder gelten andere Normalwerte        

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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