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Plasmazellen (PLZ)

Plasmazellen sind eine besondere Form der weißen Blutkörperchen, welche Antikörper bilden.

Was sind Plasmazellen?

Plasmazelle im Blutausstrich © Dr. Gerhard Weigl

Plasmazellen sind eine besondere Form der weißen Blutkörperchen – eine Untergruppe der Lymphozyten (B-Lymphozyten). Die wichtigste Aufgabe der Plasmazellen ist die Bildung von

  • Antikörpern.

Antikörper sind spezielle Eiweißstoffe, die im Blut sowie auch in anderen Körperflüssigkeiten zu finden sind. Die Hauptaufgabe der Antikörper ist ihre Schutzfunktion vor allem, was dem Körper fremd ist – sprich: was nicht direkt zum Körper dazugehört wie

  • Mikroorganismen (Bakterien, Pilze, Parasiten etc.),
  • Viren,
  • Tumorzellen und Fremdgewebe,
  • Blütenpollen, Tiergifte sowie
  • viele andere natürliche und künstliche Stoffe und Substanzen.

Gemeinsam mit einer Reihe spezieller Abwehrzellen (Fresszellen, Killerzellen etc.) sowie anderer komplexer Abwehrsysteme (z.B. dem Komplementsystem) bilden die Antikörper das

  • Immunsystem des Körpers.

Im Rahmen des manuellen Differenzialblutbildes werden auch Plasmazellen (sofern nachweisbar) miterfasst bzw. es wird im Laborbefund in Form eines Kommentars auf diese Zellen Bezug genommen.

Wann können sich Plasmazellen im Blut befinden?

Normalerweise kommen Plasmazellen v.a. in den Organen des lymphatischen Systems vor:

Im Blutausstrich können Plasmazellen bei bestimmten Erkrankungen oder Zuständen gefunden werden, wie beispielsweise

  • schweren, chronischen Virusinfektionen,
  • Leberzirrhose,
  • Multiples Myelom (Plasmozytom).

Multiples Myelom (Plasmozytom)

Das Multiple Myelom (auch Plasmozytom bzw. Morbus Kahler genannt) ist eine bösartige Erkrankung des Knochenmarks, bei der es zu einer unkontrollierten Vermehrung einer einzigen Sorte von Plasmazellen (einem sogenannten „Plasmazellklon“) kommt. In ca. 98 Prozent der Fälle bilden diese Plasmazellen auch Antikörper.

Im Allgemeinen bedeutet der Begriff „Lymphom“ eine Lymphknotenschwellung. Diese kann folgende Ursachen haben:

  • infektiös-entzündlich oder
  • bösartig.

Bösartige Lymphome können grob in zwei Formen unterteilt werden:

  • Hodgkin-Lymphome (besondere Form eines bösartigen Lymphoms, bei der es zum Auftreten sogenannter Hodgkin- sowie Sternberg’scher Riesenzellen in den befallenen Lymphknoten kommt) und
  • Non-Hodgkin-Lymphome (diese können entweder aus B- oder T-Lymphozyten entstehen).

Das Multiple Myelom gehört zu den niedrig malignen B-Zellen „Non-Hodgkin-Lymphomen“, da Plasmazellen aus den B-Lymphozyten entstehen.

Die Symptome des Multiplen Myeloms entstehen durch

  • die Zerstörung von Knochengewebe, da das Multiple Myelom zumeist im Knochenmark seinen Ursprung hat:
    • Knochenschmerzen, Knochenbrüche etc.
  • die vermehrte Bildung von Antikörpern durch die bösartigen Plasmazellen:
    • Durchblutungsstörungen, Nierenversagen etc.

Die Diagnose des Multiplen Myeloms erfolgt durch den Nachweis

  • von bösartigen Plasmazellen in Blut und Knochenmark,
  • einer monoklonalen Gammopathie („Paraproteinämie“) – hierbei findet sich in der Serumeiweiß-Elektrophorese eine schmale Bande (Gradient) im Bereich der β/γ-Fraktion („M-Gradient“ bzw. Paraprotein) sowie
  • von Knochenveränderungen (Röntgen, Computertomographie).
Die Behandlung des Multiplen Myeloms hängt vom Stadium der Erkrankung ab, wobei die Prognose insgesamt schlecht ist.
LOINC: 24103-4, 13047-6

Referenzwert

Für Plasmazellen gibt es keine Referenzwerte im peripheren Blut, da sie normalerweise nur im Knochenmark und in den Organen des lymphatischen Systems (Lymphknoten, Milz, Darmschleimhaut) vorkommen. Vereinzelt können Plasmazellen manchmal auch im peripheren Blut vorkommen. Finden sich Plasmazellen im Blut, werden diese Zellen entweder im Rahmen des manuellen Differenzialblutbildes miterfasst oder es wird auf dem Laborbefund in Form eines Kommentars auf diese Zellen Bezug genommen.

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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