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Blutzellen und Krebszelle © Sebastian Kaulitzki

Laborbefund: Was sind „Tumormarker“?

In der Labormedizin ist der Begriff „Tumormarker“ sowohl für Patientinnen und Patienten, aber gleichermaßen auch für viele Fachleute (sprich Ärztinnen und Ärzte) ein missverständlicher und problematischer Begriff . . .  

Der Grund für die missverständlichkeit des Begriffs ist die Tatsache, dass praktisch alle Tumormarker auch bei einigen gutartigen Erkrankungen erhöht sein können:

  • bei Entzündungen (z.B. Lungenentzündung),
  • bei Infektionen (z.B. Harnwegsinfekt),
  • nach Verletzungen, Operationen, Untersuchungen etc. (z.B. nach einer Prostatauntersuchung)

Bei der Krebsvorsorge bzw. der Krebsdiagnostik ist immer ein genauer Stufenplan einzuhalten

Stufe 1: Indikationsstellung für die Krebsdiagnostik

Stufe 2: Morphologische Tumordiagnostik

  • Mikroskopischer Nachweis von Krebszellen (Zytologie)
  • Mikroskopischer Nachweis von Krebsgewebe (Histologie)


Stufe 3: Bestimmung von Tumormarkern (Zell-Tumormarker, Gewebs-Tumormarker, Blut-Tumormarker)

  • Nachweis von Tumormarkern auf Zellen und Gewebe mittels spezieller Färbetechniken:
    • Immunzytochemie: Bei einzelnen Tumorzellen (in Abstrichen, Punktaten etc.) lassen sich Tumormarker auf der Zelloberfläche oder im Zellkern durch Anfärbung nachweisen.
    • Immunhistochemie: Nachweis von Tumormarkern auf oder innerhalb von Tumorzellen im Gewebsverband.
  • Nachweis von Tumormarkern im Blut („Blut-Tumormarker“) ist erst nach Absolvierung der Stufe zwei sinnvoll. Diese „Labor-Tumormarker“ helfen bei der:
    • Diagnosesicherung (Absicherung des Tumortyps),
    • Verlaufskontrolle (schreitet die Erkrankung fort, bleibt sie gleich, oder bessert sie sich?)
    • Erkennung eines Rezidivs (z.B. Wiederauftreten des Tumors nach primär erfolgreicher Behandlung).
Bei diesem Stufenplan zur Vorsorge bzw. Abklärung eines Krebsverdachtes sind die einzelnen Stufen eins bis drei immer genau wie bei einer Stiege zu nehmen – nämlich eine nach der anderen.
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