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Patient spricht mit Ärztin © Gina Sanders

Laborbefund & Vorsorgeuntersuchung

Laborwerte können wichtige Hinweise auf Erkrankungen oder Risikofaktoren liefern. Die Vorteile von Laborwerten bei der Vorsorgeuntersuchung lassen sich wie folgt zusammenfassen. Laborwerte sind einfach durchzuführen. Die Untersuchung von Harn und Stuhl ist wichtig. Der Pap-Abstrich ist im Hinblick auf die Krebsvorsorge enorm wichtig! Laborwerte helfen bei der Früherkennung einer Vielzahl von Erkrankungen wie z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen,  Stoffwechselkrankheiten (z.B. Diabetes mellitus) und Krebserkrankungen. Laborwerte können Hinweise auf einen risikoreichen Lebensstil bzw. eine gesundheitliche Gefährdung liefern . . .

Vorsorgeziele – wann Laborwerte Sinn machen

Laborwerte können bei häufigen Erkrankungen bzw. Risikokonstellationen wertvolle Hinweise liefern. Allerdings sind die Laborwerte immer nur ein Teil des gesamten Vorsorgeprogramms. Dementsprechend müssen Laborwerte außerhalb des jeweiligen Referenzbereiches mit der behandelnden Ärztin/dem behandelnden Arzt ausführlich besprochen werden.

Bei diesen Vorsorgezielen bringen Laborwerte wichtige Informationen für Ärztinnen und Ärzte sowie für Patientinnen und Patienten:

Wie oft sollen Laborwerte erhoben werden?

Die Frequenz für die Kontrolle von Laborwerten bei der Vorsorgeuntersuchung wird wie folgt empfohlen: 

  • Zwischen dem 18. und 40. Lebensjahr:
    • Kontrolle alle drei Jahre
  • Ab dem 40. Lebensjahr:
    • Kontrolle in zweijährigem Abstand
  • Ab dem 50. Lebensjahr:
    • Immunzytochemie: Bei einzelnen Tumorzellen (in Abstrichen, Punktaten etc.) lassen sich Tumormarker auf der Zelloberfläche oder im Zellkern durch Anfärbung nachweisen.
    • Immunhistochemie: Nachweis von Tumormarkern auf oder innerhalb von Tumorzellen im Gewebsverband.

Welche Laborwerte werden untersucht?

Es gibt eine Reihe von Laborwerten, die zur Diagnosestellung wichtige Informationen liefern. Eine Blutabnahme ist rasch und einfach durchzuführen. Es ist aber zu beachten, dass wichtige Regeln der sogenannten Präanalytik einzuhalten sind – z.B.

  • Diagnosesicherung (Absicherung des Tumortyps),
  • Verlaufskontrolle (schreitet die Erkrankung fort, bleibt sie gleich, oder bessert sie sich?)
  • Erkennung eines Rezidivs (z.B. Wiederauftreten des Tumors nach primär erfolgreicher Behandlung).

Die folgenden Laborwerte werden bei der Vorsorgeuntersuchung standardmäßig durchgeführt:

  • Blutzuckerbestimmung: Im Hinblick auf das Vorliegen einer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus).
  • Blutfette (Triglyzeride, Gesamtcholesterin, HDL- und LDL-Cholesterin): Im Hinblick auf das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Gamma-GT: Im Hinblick auf das Vorliegen einer alkoholbedingten Lebererkrankung.
  • Pap-Abstrich (für Frauen): Der Pap-Abstrich ist wichtig im Hinblick auf die Früherkennung Gebärmutterhalskrebs.
  • PSA-Untersuchung (für Männer): Diese wird ausschließlich auf ausdrücklichen Wunsch des Patienten nach adäquater Aufklärung durch die behandelnde Ärztin/den behandelnden Arzt durchgeführt.

Vorsicht mit dem Begriff "Tumormarker"!

In der Labormedizin ist der Begriff „Tumormarker“ sowohl für Patientinnen und Patienten, aber gleichermaßen auch für viele Fachleute (sprich Ärztinnen und Ärzte) ein missverständlicher und problematischer Begriff.

Der Grund dafür ist die Tatsache, dass praktisch alle Tumormarker auch bei einigen gutartigen Erkrankungen erhöht sein können:

  • bei Entzündungen (z.B. Lungenentzündung),
  • bei Infektionen (z.B. Harnwegsinfekt),
  • nach Verletzungen, Operationen, Untersuchungen etc. (z.B. nach einer Prostatauntersuchung)

Bei der Krebsvorsorge bzw. der Krebsdiagnostik ist immer ein genauer Stufenplan einzuhalten.


Stufe 1: Indikationsstellung für die Krebsdiagnostik

  • Vorsorgeuntersuchung: z.B. PAP-Test für Gebärmutterhalskrebs oder Darmspiegelung für Dickdarmkrebs.
  • Weitere Abklärung eines auffälligen Vorbefundes: z.B. Verschattung im Lungenröntgen oder suspekte Lymphknotenschwellung etc.

Stufe 2: Morphologische Tumordiagnostik

  • Mikroskopischer Nachweis von Krebszellen (Zytologie)
  • Mikroskopischer Nachweis von Krebsgewebe (Histologie)

Stufe 3: Bestimmung von Tumormarkern (Zell-Tumormarker, Gewebs-Tumormarker, Blut-Tumormarker) 

  • Nachweis von Tumormarkern auf Zellen und Gewebe mittels spezieller Färbetechniken:
    • Immunzytochemie: Bei einzelnen Tumorzellen (in Abstrichen, Punktaten etc.) lassen sich Tumormarker auf der Zelloberfläche oder im Zellkern durch Anfärbung nachweisen.
    • Immunhistochemie: Nachweis von Tumormarkern auf oder innerhalb von Tumorzellen im Gewebsverband.
  • Nachweis von Tumormarkern im Blut („Blut-Tumormarker“) ist erst nach Absolvierung der Stufe zwei sinnvoll. Diese „Labor-Tumormarker“ helfen bei der:
    • Diagnosesicherung (Absicherung des Tumortyps),
    • Verlaufskontrolle (schreitet die Erkrankung fort, bleibt sie gleich, oder bessert sie sich?)
    • Erkennung eines Rezidivs (z.B. Wiederauftreten des Tumors nach primär erfolgreicher Behandlung).

    Bei diesem Stufenplan zur Vorsorge  u.v.m. Abklärung eines Krebsverdachtes sind die einzelnen Stufen eins bis drei immer genau wie bei einer Stiege zu nehmen – nämlich eine nach der anderen.
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