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Schmerzen im Sprunggelenk © blas

Chronische Gelenkprobleme: Knorpelschaden und Arthrose

Die Knochenenden in einem Gelenk sind mit einer glatten Knorpelschicht bedeckt. Diese dient der mechanischen Dämpfung und ermöglicht ein fast reibungsloses Gleiten der Gelenkflächen. Ein geschädigter Gelenkknorpel kann nicht oder zumindest nicht vollwertig regenerieren. Schreitet ein zunächst begrenzter Knorpelschaden fort oder betreffen die Veränderungen ausgedehnte Anteile eines Gelenks, so entwickelt sich eine Arthrose. Dabei handelt es sich um einen übermäßigen und vorzeitigen Knorpelabrieb, umgangssprachlich „Verschleiß“ genannt. Arthrose ist ein weit verbreitetes Phänomen – nicht nur in der Sportmedizin.

Ursachen & Vorbeugung

Mögliche Risikofaktoren für die Entstehung einer Arthrose sind Übergewicht, hormonelle Störungen, Fehlstellungen, zunehmendes Lebensalter, bestimmte Stoffwechsel- und Erberkrankungen, Gelenkverletzungen, aber auch ständige Überlastung, z.B. durch übermäßige sportliche Aktivitäten bzw. chronische Schädigungen wie wiederholte Stauchungen, Verdrehungen oder extreme Bewegungen wie etwa beim Boxen oder anderen Kampfsportarten, beim Turnen, Klettern oder Volleyball.

Vorgebeugt werden kann durch: korrekte Technik bei der Ausübung einer Sportart, Vermeidung von Überbelastungen (Erholungspausen einhalten) und chronischen Schädigungen etc.

Symptome

Eine Arthrose äußert sich durch Gelenkschmerzen, zuerst nur bei Belastung – beispielsweise wird die schmerzfreie Jogging- oder Gehstrecke immer kürzer. Schließlich verspüren die Betroffenen auch im Ruhezustand kaum noch Linderung. Auch die Gelenkbeweglichkeit nimmt ab. Grundsätzlich können alle Gelenke betroffen sein. Meistens entwickelt sich eine Arthrose aber zuerst an Beingelenken, die durch das Körpergewicht stark belastet sind, also am Hüft-, Knie- und Sprunggelenk. Am häufigsten betroffen ist das Kniegelenk. Ein typisches Symptom ist der „Anlaufschmerz“. Morgens nach dem Aufstehen oder tagsüber nach längerem Sitzen fallen die ersten Schritte schwer, das betroffene Gelenk ist wie eingerostet.

Diagnose

Die Arthrose entwickelt sich meistens über Jahre oder sogar Jahrzehnte hinweg. Die Beschwerden treten nicht sofort auf – man spricht auch von einer „ruhenden“ oder „latenten“ Arthrose. Irgendwann hält der Knorpel den Belastungen nicht mehr stand, oftmals früher bei sportlicher Belastung als im normalen Alltag. Der glatte Knorpel wird rau und fasert aus. Kleine Knorpelstückchen lösen sich ab und reizen als Abrieb die Gelenkinnenhaut. Als Reaktion darauf kommt es zu einer Gelenkentzündung und zu einem Erguss („Wasser im Gelenk“). Daraus resultiert eine Störung des Bewegungsablaufs. Diese Prozesse sind mit zunehmenden Schmerzen verbunden. Die „aktivierte“ oder „entzündete“ Arthrose ist eine Erkrankung, die mit Schmerzen, Schwellung, Bewegungseinschränkung sowie Kraftverlust einhergeht. Zur Basisuntersuchung gehören Röntgenaufnahmen des betroffenen Gelenks. Vor einer Operation wird meist eine Magnetresonanztomographie durchgeführt.

Therapie

Eine adäquate Behandlung von Verletzungen und Erkrankungen, die zur Arthrose führen können, ist wichtig. Gelenkfrakturen oder Bandverletzungen müssen sofort behandelt werden. Der Verlauf einer Knorpelschädigung kann verzögert und damit über eine gewisse Zeit ein weitgehend schmerzfreier Zustand erreicht werden. Dazu stehen verschiedene Optionen bereit.

  • Medikamentöse Behandlung: Entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente entweder als Tabletten, Kapseln, Salben, Gele oder Injektionen ins Gelenk. Bei Medizinerinnen/Medizinern umstritten ist die Wirkung sogenannter Knorpelaufbau- oder Knorpelschutzpräparate (Chondroprotektiva). Manche Sportlerinnen/Sportler bzw. Patientinnen/Patienten berichten jedoch über einen positiven Effekt.
  • Gezielte Krankengymnastik: Sie soll das Gelenk beweglich halten und die führende und stützende Muskulatur kräftigen.
  • Auswahl gelenkschonender bzw. -entlastender Sportarten, z.B. Radfahren, Schwimmen.
  • Physikalische Therapie: Wie z.B. Wärme- oder Kältebehandlung, Ultraschallbehandlung oder Elektrotherapie - eine nachhaltige Wirkung der physikalischen Therapie ist allerdings wissenschaftlich nicht bewiesen.
  • Pufferabsätze und Einlagen: Für eine bessere Druckverteilung im Gelenk.
  • Spezielle Schienen und Bandagen zur vorübergehenden, möglichst kurzzeitigen Ruhigstellung eines Gelenks.
  • In ihrer Wirkung umstrittene Verfahren sind Akupunktur, Laser, Stoßwellentherapie, Vibrationstraining oder pulsierende Signaltherapie.
  • Arthroskopie: Bei dieser „Gelenkspiegelung“ handelt es sich um eine minimalinvasive Operation eines Gelenks mithilfe eines Endoskops. Die Gelenkstoilette (= Arthroskopie und einfaches Ausspülen des Gelenkes) zeigte in einer großen wissenschaftlichen Studie keinen wesentlichen Effekt. Sinnvoll ist die Arthroskopie allerdings, wenn ein kaputter Meniskus die auslösende Ursache für Beschwerden ist – oder es additive mechanische Ursachen für die Schmerzen bei bestehender Arthrose gibt.Beispielsweise können die entzündete Gelenkinnenhaut oder abgelöste Knorpelstückchen entfernt, das Gelenk gespült, Knorpel geglättet oder refixiert werden. Auch unterschiedliche Verfahren zur Knorpel- und Knorpel-Knochen-Transplantation werden durchgeführt. Weiters ist eine Denervierung, also die Durchtrennung schmerzleitender Nervenfasern möglich.
  • Weitere operative Optionen sind eine Gelenkversteifung (Arthrodese) sowie – als letzter Ausweg bei einer Arthrose – der Gelenkersatz, die Gelenkprothese. Gerade die Prothese zeigt bei einem Großteil der Patientinnen/Patienten mit schwerer Arthrose sehr gute funktionelle Ergebnisse und gibt den Betroffenen wieder ein hohes Maß an Lebensqualität.


      
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