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Jugendlicher beim Rauchen © XII

Risiken für Nikotinsucht

Die meisten Raucherinnen und Raucher beginnen schon in ihrer Jugend mit dem Zigarettenkonsum. Das Einstiegsalter liegt in Europa zwischen dem 10. und dem 14. Lebensjahr. Je jünger mit dem Rauchen begonnen wird, desto schwieriger ist die Raucherentwöhnung. Ob jemand zu rauchen anfängt oder Nichtraucherin/Nichtraucher bleibt, hängt sowohl von den eigenen Einstellungen als auch vom Einfluss der Mitmenschen, vor allem der Familie und Freunde ab.

Der Weg in die Abhängigkeit

Der Weg in die Nikotinsucht erfolgt in mehreren Stufen. In jeder dieser Stufen ist immer ein Ausstieg aus der „Raucherkarriere“ bzw. die Entscheidung gegen den Griff zur Zigarette möglich. Dabei bestimmen verschiedene Faktoren und individuelle Verhaltensweisen das Risiko, ob jemand abhängig wird oder sich fürs Nichtrauchen entscheidet.

  • Vorbereitung: Bereits im Kindesalter werden grundlegende Einstellungen über das Rauchen vermittelt, vor allem durch die Familie und das soziale Umfeld bzw. über gesellschaftliche Einflüsse.
  • Einstieg: Die erste Zigarette wird häufig mit Gleichaltrigen oder Freunden konsumiert. Es ist für viele keine angenehme Erfahrung, da sich Übelkeit, Schwindel und Benommenheit einstellen. Viele bleiben Nichtraucherinnen/Nichtraucher. Andere gehen den Weg in die Raucherkarriere weiter und möchten ausprobieren, welche Wirkung das Nikotin auslöst.
  • Probieren: In dieser Phase entwickelt jede/jeder für sich die Bedeutung und Funktion des Rauchens und der Wirkungen des Nikotins. Soziale Einflüsse und Vorbilder spielen dabei eine große Rolle. 
  • Reguläres Rauchen: Gewohnheiten prägen sich aus. Raucherin oder Raucher ist man dann, wenn auch ohne soziale Anreize regelmäßig geraucht wird. Die Menge an gerauchten Zigaretten nimmt zu. 
  • Abhängigkeit: Gewohnheiten festigen sich. Entzugserscheinungen treten auf, wenn weniger geraucht wird. Körperliche und psychologische Faktoren führen zur Abhängigkeit.

Risikofaktoren für das Rauchen

Folgende Faktoren erhöhen das Risiko, mit dem Rauchen zu beginnen:

  • Schlechte Vorbilder: Zu Beginn des Rauchens spielen soziale und gesellschaftliche Faktoren eine große Rolle. Etwa doppelt so viele Jugendliche rauchen, wenn auch beide Eltern rauchen, im Vergleich zu Jugendlichen mit Nichtrauchereltern. Rauchende Geschwister haben eine noch stärkere negative Vorbildwirkung. Auch Rauchen in der Öffentlichkeit prägt die Meinung, dass Rauchen zum Leben dazugehört – eine Vorstellung, welche die Nikotinsucht fördert.
  • Unbewältigter Stress: Rauchen kann Ausdruck von ungelösten Problemen sein. Bei Stress oder Belastungen wird das Tabakrauchen als kurze Auszeit oder Belohnung gesehen. Tatsächlich bewirkt Nikotin keine längere Entspannung. Besonders gefährlich sind Gewohnheiten wie Zigarettenpausen, um das Rauchverhalten zu festigen.
  • Geringes Selbstwertgefühl: Unsicherheiten oder fehlende Ziele im Leben führen dazu, dass Rauchen als Ersatzhandlung dient. In jedem Alter können Phasen der Unsicherheit und Veränderung zu dem Wunsch führen, sich in Suchtmittel wie Nikotin zu flüchten. Rauchen soll eine Selbstbestätigung vermitteln, aber auch ein bestimmtes Lebensgefühl ausdrücken. Dabei spielt die Werbung eine wichtige Rolle. Auch der Wunsch nach Anerkennung durch Freunde (Gruppendruck) kann ein Auslöser sein. Andere sind mit ihrem Körpergewicht oder ihrer Figur nicht zufrieden und erhoffen sich z.B., durch Rauchen abzunehmen.
  • Alter: Besonders gefährdet sind Jugendliche. Ihre Einstellungen und Werte bilden sich in der Pubertät aus, auch ihr Rauchverhalten. Jugendliche wollen durchs Rauchen auch zeigen, dass sie erwachsen werden. Eine Nikotinabhängigkeit entwickelt sich in diesem Alter besonders schnell.
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