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Messer, Gabel und Erbse auf weißem Teller © Drobot Dean

Essstörungen: Anzeichen erkennen

Die Beschäftigung mit dem eigenen Körper ist in der Pubertät „normal“. Auch die Auseinandersetzung mit Ernährung und Diäten kommt in dieser Zeit vor. Werden bestimmte Verhaltensweisen und Diäten zum ständigen Begleiter, sollte man jedoch hellhörig werden. Aus Hinweisen muss sich zwar noch keine Essstörung entwickeln. Liegen allerdings mehrere Verdachtsmomente und Verhaltensänderungen vor, sollte weiter beobachtet und mit Expertinnen/Experten darüber gesprochen werden – zum Beispiel in einer Beratungsstelle . . .

Auffälliges Essverhalten?

Verschiedene Auffälligkeiten am Essverhalten können auf eine Essstörung hindeuten, wie etwa das verstärkte Konsumieren von Diätprodukten, sehr langsames Essen, extrem ausgiebiges Kauen jedes Bissens oder sehr kleines Zerteilen der Nahrung. Anhaltspunkte können außerdem z.B. sein:

  • wenn auf bestimmte Nahrungsmittel völlig verzichtet wird – z.B. etwa auf Kohlenhydrathaltiges wie Kartoffeln oder Nudeln, auf Fett und/oder Süßes;
  • wenn auch gesunde Kost immer wieder eingeschränkt wird, die Nahrungsauswahl bereits stark eingeschränkt ist und weiter eingeschränkt wird. Wenn Nahrungsmittel eingeteilt werden in gut bzw. schlecht;
  • wenn Mahlzeiten weggelassen werden, unregelmäßig gegessen wird;
  • wenn kontrolliert gegessen wird, z.B. nur zu bestimmten Zeiten – teils unter Ausreden (z.B. kein Hunger, schon gegessen, Bauchschmerzen etc.);
  • wenn einerseits sehr wenig gegessen wird, es andererseits Zeiten gibt, in denen unkontrolliert und extrem viel gegessen wird.

Außerdem kann es sein, dass sich die Einstellung zum Essen ändert, Lustlosigkeit beim Essen ein Dauerzustand wird und Diskussionen bzw. Streitereien um das Essen immer wieder auftreten (z.B. weil nur sehr kleine Portionen oder gar nichts gegessen wird).

Körperwahrnehmung & Abnehmen

Bei einer Essstörung stehen Körpergewicht, Figur und Abnehmen im Zentrum des Interesses. Alltag und Verhaltensweisen der Betroffenen werden danach ausgerichtet. Dies entwickelt sich oftmals langsam. Hinweise können sein:

  • wenn jemand rasch bzw. viel Gewicht verliert;
  • wenn jemand sein Wesen stark verändert;
  • wenn die/der Betroffene sich zu dick findet – auch wenn andere sie/ihn für sehr dünn halten und sie/er sich hauptsächlich mit schlanken Menschen vergleicht;
  • wenn der Körper bzw. bestimmte Teile des Körpers immer wieder abgelehnt werden, z.B. die Hüften, weil sie zu breit erscheinen;
  • wenn häufiges Wiegen, ständiges in den Spiegel blicken, Fixierung auf die Erreichung einer bestimmten Kleidergröße bemerkbar sind;
  • wenn kein Hunger- und Sättigungsgefühl vorhanden ist;
  • wenn jemand seine Gefühle (wie Ärger, Wut, Langeweile etc.) mit Essen kompensiert.

Maßnahmen zur Gewichtsreduktion

Teilweise werden bei Personen, die eine Essstörung entwickeln bzw. haben, neben der Essensverweigerung weitere Maßnahmen zur Gewichtsreduktion gesetzt. Exzessiver Sport, das Betreiben von Sport alleine mit dem Ziel abzunehmen oder das Sporteln nach dem Essen können vorkommen. Hinweise geben außerdem:

  • wenn Abführmittel und Produkte zum Abnehmen gekauft werden;
  • wenn Lebensmittel aus Kühlschrank oder aus der Küche/Vorratskammer verschwinden, leere Packungen immer wieder herumliegen;
  • wenn Lebensmittel gehortet werden (z.B. im Zimmer oder im Kleiderschrank);
  • wenn viel Geld für Süßes ausgegeben wird;
  • wenn jemand oft auf die Toilette geht, es nach Erbrochenem riecht oder Reste von Erbrochenem sichtbar sind;
  • wenn körperliche Anzeichen wie z.B. verletzte Stellen an den Mundwinkeln durch Erbrechen auftreten.

Die Entstehung einer Essstörung ist für Angehörige nicht immer leicht zu erkennen. Abklärung und Diagnose sind Aufgabe einer Ärztin/eines Arztes. Im Verdachtsfall sind Eltern bzw. Erziehungsberechtigte und Lehrerinnen/Lehrer gefordert, mit Beratungsstellen bzw. einer Ärztin/einem Arzt Kontakt aufzunehmen und sich Rat sowie Informationen über die Krankheit einzuholen. Auch Partnerinnen/Partner können unterstützen.

Hinweis Bei einer Essstörung handelt es sich um eine Krankheit, die schwerwiegende Folgen haben kann, und nicht um Probleme mit der Ernährung, die durch gutes Zureden oder Ermahnungen beseitigt werden können. Professionelle Hilfe sollte unbedingt in Anspruch genommen werden.

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