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Patientin bei CT-Untersuchung © Kzenon
Patientin bei CT-Untersuchung © Kzenon

Krebs: Diagnose & Stadieneinteilung

Um die Diagnose Krebs zu stellen und die Ausbreitung der Erkrankung zu beurteilen, werden unterschiedliche Diagnosemethoden eingesetzt. Je früher die Krankheit erkannt wird, desto geringer ist die Ausdehnung der Erkrankung zum Zeitpunkt der Diagnose und desto besser sind die Heilungschancen.

Manchmal ist die Diagnose ein „Zufallstreffer“ z.B. im Rahmen eines Krankenhausaufenthalts wegen ursprünglich ganz anderer Beschwerden oder wird im Rahmen einer Früherkennungsuntersuchung gestellt. 

Welche Symptome können bei Krebs auftreten?

Die Symptome von Krebs können sehr unterschiedlich sein. Sie reichen von Schmerzen, die durch eine Raumforderung ausgelöst werden bis hin zu sogenannten paraneoplastischen Erscheinungen. Darunter versteht man Symptome, die weder durch die mechanische Wirkung des Tumors selbst noch durch Metastasen erklärbar sind. Denn nicht nur die Tumormasse, sondern auch vom Tumor produzierte Botenstoffe (z.B. Hormone) können zu Krankheitsbeschwerden führen. Häufig geht mit einer Krebserkrankung auch ein ungewollter Gewichtsverlust in wenigen Wochen bis Monaten einher. Sofern möglich, ist es wichtig, Krebs früh zu erkennen, um rechtzeitig mit einer Behandlung zu beginnen.

Wie wird die Diagnose Krebs gestellt?

Stellt die betreuende Ärztin/der betreuende Arzt einen Verdacht auf eine Krebserkrankung fest, erfolgt eine ausführliche Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) sowie eine genaue körperliche Untersuchung. Auch ob andere Familienmitglieder bereits an Krebs erkrankt sind, wird erfragt. Weitere Untersuchungen hängen vom jeweils betroffenen Gewebe ab. Zu diesen gehören vor allem Blutuntersuchungen (inklusive Tumormarker), Bildgebung (z.B., CT, MRT), nuklearmedizinische Abklärungen (z.B. bei Verdacht auf Schilddrüsenkrebs) oder Endoskopien (z.B. Koloskopie). 

Die Schlüsseluntersuchung in der Tumordiagnostik ist die Entnahme einer Gewebeprobe (z.B. mittels einer Biopsie während einer Operation oder Endoskopie). Bei soliden Tumoren (die aus einem festen Gewebsverband entstammen) ist es zudem wichtig, einen kleinen Teil des umgebenden Gewebes mit zu untersuchen. Dies dient der Beurteilung, ob sich der Krebs weiter ausgebreitet hat. Unter dem Mikroskop wird unter anderem beurteilt, um welche Zellen es sich handelt und wie entartet sie sind. Auch Einbrüche in umgebende Blut- und Lymphgefäßsysteme, über die Krebszellen in den ganzen Körper verbreitet werden können, sind mit dieser Untersuchungsmethode darstellbar. Manchmal werden Metastasen, jedoch kein ursprünglicher Tumor gefunden. Dann geben Metastasen mitunter durch ihre Art von Zellen Informationen über einen Ursprungstumor.

Moderne Methoden der Molekularbiologie ermöglichen noch genauere Diagnosen und maßgeschneiderte Therapien, indem sogenannte Marker oder Proteine identifiziert werden, die für einen bestimmten Tumor charakteristisch sind. Auch Genanalysen haben in die Tumordiagnostik Einzug gefunden. Ein weiterer Faktor für diagnostische und therapeutische Maßnahmen ist der Allgemeinzustand der Patientin/des Patienten. Dieser wird mittels Karnofsky-Performance-Scores (Karnofsky-Index) oder dem sogenannten ECOG Performance Status klassifiziert.

Die Diagnose Krebs stellt einen großen Einschnitt im Leben der Betroffenen dar. Zur Verarbeitung der Diagnose und zum weiteren Umgang mit der Erkrankung kann es hilfreich sein, z.B. eine Klinische Psychologin/einen Klinischen Psychologen bzw. eine Psychotherapeutin/einen Psychotherapeuten mit Spezialisierung auf Psychoonkologie zu kontaktieren.

Spezifische Informationen zu Diagnostik und Behandlung finden Sie bei den einzelnen Krebsarten.

Krebs: Stadieneinteilung

Ist die Diagnose Krebs gestellt, ist der nächste Schritt eine genaue Erhebung der Ausbreitung im Körper. Die Beurteilung der Krankheitsausdehnung wird als Staging bezeichnet. Dabei werden Krebsstadien unterschieden. Am häufigsten greifen Ärztinnen/Ärzte dabei auf das System der Internationalen Vereinigung gegen Krebs (UICC) zurück. Die Angaben der sogenannten TNM-Klassifikation werden dabei in ein UICC-Stadium übersetzt. Stadium I wäre das am wenigsten, Stadium IV das am meisten fortgeschrittene Krebsstadium.

TNM-Klassifikation: Was ist das?

Die sogenannte TNM-Klassifikation teilt Tumoren nach ihrem Stadium bzw. ihrer Ausbreitung ein. T steht dabei für Tumor, N für Nodes (englisch für Knoten – im Sinne von Lymphknoten) und M steht für Metastasen (Tochtergeschwulste). D.h.:

  • T bezeichnet den Ursprungstumor (Primärtumor).
  • N sagt aus, ob Lymphknoten in der Region des Tumors befallen sind oder nicht.
  • M beschreibt, ob der Tumor im Sinne von Metastasen gestreut hat oder nicht.

Die Ergänzung von Zahlen neben den Buchstaben beschreibt Größe und Ausbreitung des Tumors. Diese Einstufung ist eine Hilfestellung für Ärztinnen/Ärzte, um einen Behandlungsplan zu erstellen und die Prognose sowie den Verlauf abschätzen zu können.

BezeichnungAbkürzungBedeutung
Primärtumor (T)T0kein Tumor (nachweisbar)
T1-4Je höher die Ziffer desto größer der Tumor bzw. desto weiter ausgebreitet
Lymphknoten (N)N0Keine Lymphknoten befallen
N1 bis 3Die Ziffern 1 bis 3 kennzeichnen Lage und Anzahl der befallenen Lymphknoten in der Region des Tumors. Absiedelungen in Lymphknoten, die nicht zum Abflussgebiet des Organs gehören zählen zu Metastasen
Metastasen (M)

M0

Keine Metastasen

M1Metastasen

Quelle: Gesundheitsinformation.de, eigene Darstellung

Zusätzlich beschreibt das sogenannte Grading wie stark die Krebszellen im Vergleich zu normalen Körperzellen entartet sind. Es wird mit G1 bis G4 beziffert. Je höher der Grad, desto entarteter bzw. bösartiger ist der Tumor und desto weniger gleicht er dem Ursprungsgewebe. G4 wäre besonders bösartig.

Nähere Informationen finden Sie auf www.gesundheitsinformation.de. Das TNM-System ist jedoch nicht auf alle Krebsarten im gleichen Ausmaß anwendbar. 

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