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Infusionsbeutel und Krankenhausgang © sudok1

Brustkrebs: Therapie

Nach der Diagnose „Brustkrebs“ hat die Patientin Zeit zu entscheiden, in welchem Spital die Erstbehandlung durchgeführt werden soll. Brustkrebsoperationen finden stationär in Spitälern an speziellen chirurgischen oder gynäkologischen Abteilungen oder an Brustzentren statt. Die anschließenden Therapien werden teilweise stationär oder ambulant durchgeführt. Die klinische Behandlung von Brustkrebs beginnt mit der Planung der Operation und der ergänzenden Maßnahmen. Die wichtigste Therapiemaßnahme ist die vollständige Entfernung des Tumors aus der Brust durch eine Operation. Ergänzende Behandlungen sind Strahlentherapien und medikamentöse Behandlungen. Die Maßnahmen haben das Ziel, das Krebswachstum zu stoppen und eine Ausbreitung im Körper zu verhindern.

Brustkrebsoperation

Ein Großteil der Brustkrebsoperationen kann heute brusterhaltend durchgeführt werden. Wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Behandlung mit einer brusterhaltenden Operation sind unter anderem die chirurgische Erfahrung und die enge Zusammenarbeit der operierenden Ärztin oder des operierenden Arztes mit Ärztinnen und Ärzten aus den Bereichen Pathologie, Radiologie, Nuklearmedizin und Strahlentherapie.

Bei manchen Patientinnen kann vor der Operation eine Chemotherapie (neoadjuvante Chemotherapie) durchgeführt werden, um einen großen Tumor zu verkleinern. In bestimmten Fällen muss eine radikale Brustoperation (Mastektomie) vorgenommen werden, bei der die ganze Brust entfernt wird. Dies ist notwendig, wenn durch eine brusterhaltende Operation der Tumor oder die Tumore nicht vollständig entfernt werden können.

Im Zuge einer Operation werden auch ein oder mehrere Achsellymphknoten entnommen. Dadurch lässt sich feststellen, ob diese von Krebszellen befallen sind. Unter bestimmten Voraussetzungen (kleiner Tumor und unauffällige Lymphknoten vor der Operation) gilt es als ausreichend für die Diagnose bzw. Prognose eines Lymphknotenbefalls, zuerst den sogenannten Wächter- oder Sentinel-Lymphknoten zu entfernen. Darunter versteht man den ersten Lymphknoten im Lymphabflussgebiet der Brust, der von Krebszellen befallen wird. Ist dieser tumorfrei, kann auf eine Entfernung der übrigen Lymphknoten verzichtet werden.

Medikamentöse Krebstherapien

Medikamentöse Krebstherapien entfalten ihre Wirkung im ganzen Körper und werden als „systemische“ Behandlung bezeichnet. Je nach Krebsart werden unterschiedliche Medikamente eingesetzt.

  • Chemotherapie: Es kommen Medikamente zum Einsatz, die die Zellteilung hemmen und die Zelle absterben lassen, sogenannte Zytostatika. Eine adjuvante Chemotherapie wird nach einer Operation begonnen, um der Entstehung von Metastasen vorzubeugen bzw. möglicherweise vorhandene Metastasen zu eliminieren. Eine Chemotherapie vor der Operation (neoadjuvante Therapie) hat das Ziel, einen Tumor zu verkleinern. Die Chemotherapie kann ambulant oder stationär in einem Spital oder bei einer/einem auf die Krebsbehandlung spezialisierten niedergelassenen Ärztin oder Arzt erfolgen.

  • Hormontherapie: Sie wird bei Krebsarten eingesetzt, deren Wachstum besonders empfindlich auf Hormone, insbesondere auf das Hormon Östrogen, reagiert. Diese Krebszellen weisen besonders viele Hormonrezeptoren auf. Durch die Gabe von „Antihormonen“ kann die Hormonwirkung blockiert oder die Hormonproduktion des Körpers gedrosselt und somit das Krebswachstum gebremst werden. Als adjuvante Therapie ergänzend zur Operation kann eine Hormonbehandlung mehrere Jahre dauern.

  • Immuntherapie: Das bei der Diagnoseerstellung untersuchte Tumorgewebe gibt Aufschluss über die krankhaft veränderten molekularen Eigenschaften der Krebszellen. Je nach Beschaffenheit der Krebszelle blockieren sogenannte „zielgerichtete“ Medikamente für Tumorzellen wichtige biochemische Signalketten und unterstützen damit das Immunsystem. Die Medikamente können dabei an den Empfangsstellen (Rezeptoren) der Zellen oder über die Botenstoffe wirken. Bei Krebszellen, die deutlich vermehrt HER2-Rezeptoren (humane epidermale Wachstumsfaktor-Rezeptoren Nummer 2) aufweisen, kommt eine Behandlung mit einem speziellen Antikörper-Medikament infrage, das sich gezielt gegen Zellen mit HER2-Rezeptoren richtet.

Weitere Informationen zur medikamentösen Krebstherapie finden Sie unter www.krebs-patienten.info.

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie wird auch als radioonkologische Behandlung bezeichnet. Eine Bestrahlung erfolgt entweder nach durchgeführter Operation (brusterhaltend oder Radikaloperation) und adjuvanter Chemotherapie oder als Primärtherapie. Ziel der Bestrahlung ist, die Tumore selbst bzw. eventuell noch vorhandene Tumorreste zu zerstören.

Rekonstruktion der Brust

Die Wiederherstellung der Brust erfolgt entweder bei der Tumoroperation oder zu einem späteren Zeitpunkt. Für die Rekonstruktion stehen gegenwärtig zahlreiche Verfahren zur Verfügung, wobei Brustrekonstruktionen entweder mit körpereigenem Gewebe oder mit Implantaten erfolgen.

Qualitätskriterien

Die Erfahrung in der Behandlung von Brustkrebs der an einem Spital tätigen Spezialistinnen und Spezialisten gilt als wichtiges Qualitätskriterium. So empfiehlt das deutsche Krebszentrum, dass die Behandlung von Brustkrebs in einer spezialisierten Spitalsklinik erfolgen sollte, die über ausreichende Erfahrung verfügt und an der alle in die Diagnostik und Therapie eingebundenen Fachgebiete vertreten sind.

Die Europäische Gesellschaft der Brustkrebs-Spezialisten (European Society of Breast Cancer Specialists, EUSOMA) veröffentlichte im Jahr 2000 in einem Positionspapier spezielle Anforderungen für Brustzentren, um europaweit ein hochwertiges Behandlungsniveau von Brustkrebs zu sichern. Die Qualitätskriterien beschreiben unter anderem die Erfahrung des Brustzentrums gemessen an einer Mindestanzahl von Operationen, die fachliche Qualifikation der behandelnden Fachärztinnen und Fachärzte, die Personal- und Geräteausstattung sowie das Betreuungsangebot für Patientinnen.

Ein weiteres Qualitätskriterium ist, dass alle in die Diagnostik und Therapie von Brustkrebs eingebundenen Fachgebiete verfügbar sind und interdisziplinär zusammenarbeiten. Dazu zählen Hämatologie und Internistische Onkologie, Gynäkologie, Chirurgie, Pathologie, Radiologie sowie Strahlentherapie.

Wohin kann ich mich wenden?

Die Therapie von Brustkrebs erfolgt stationär und anschließend ambulant in einem Spital. Die Therapieplanung wird von einer spezialisierten Fachärztinnen oder einem spezialisierten Facharzt für Chirurgie, Gynäkologie oder interne Medizin mit dem Zusatzfach für Hämato-Onkologie durchgeführt. An der Therapie sind verschiedene medizinische Disziplinen beteiligt. Die behandelnde Brustspezialistin oder der Brustspezialist arbeitet eng mit Radiologinnen und Radiologen, Pathologinnen und Pathologen, Nuklearmedizinerinnen und Nuklearmedizinern sowie Strahlentherapeutinnen und Strahlentherapeuten zusammen, um weitere Untersuchungen, ergänzende Therapien oder Nachsorgemaßnahmen festzulegen.

Brustzentren bzw. Brustgesundheitszentren sind auf die Diagnose, Behandlung und Betreuung von Brustkrebspatientinnen spezialisiert. Um eine hohe Qualität der Brustkrebsbehandlung sicherzustellen und für Patientinnen erkennbar zu machen, werden von medizinischen Fachgesellschaften Qualitätszertifikate für Brustzentren vergeben. Die Zusammenarbeit zwischen dem Spital oder dem Brustzentrum und einer/einem niedergelassenen Frauenärztin/Frauenarzt ist für die optimale medizinische Nachsorge der Patientin nach der Spitalsbehandlung wichtig.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten der Brustkrebstherapie werden von der Sozialversicherung übernommen, bei bestimmten Leistungen (z.B. stationäre Aufenthalte, Hilfsmittel und Heilbehelfe) sind – je nach Krankenkasse – Kostenbeteiligungen der Patientinnen/Patienten vorgesehen. Für rezeptpflichtige Medikamente ist die Rezeptgebühr zu entrichten. Über die jeweiligen Bestimmungen informieren Sie sich bitte bei Ihrer Krankenkasse, die Sie über die Website der Sozialversicherung finden.

Weitere Informationen erhalten Sie unter Die Kostenabdeckung von Medikamenten, Was kostet der Spitalsaufenthalt? und unter Rehabilitations- und Kuraufenthalt.

Qualifizierte Betreuung durch Hausärztin/Hausarzt

Ergänzend zur klinischen Brustkrebsbehandlung im Spital bieten niedergelassene Ärztinnen/Ärzte die begleitende Betreuung für Krebspatientinnen und Krebspatienten an. Die Ziele sind eine Verbesserung der Lebensqualität, die Linderung der Nebenwirkungen der klinischen Krebstherapie, die Stärkung des Immunsystems und eine Unterstützung bei der Rehabilitation. Das von der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) anerkannte Diplom „Begleitende Krebsbehandlung“ zeichnet Ärztinnen/Ärzte aus, die sich Grundkenntnisse der klinischen Onkologie und komplementär-medizinischer Maßnahmen erworben haben.

Beratung & Hilfe

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