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Warze am Fuß © Arve Bettum

Warzen

Warzen sind ansteckende, meist gutartige kleine Wucherungen der Haut. Sie können in jedem Alter, in unterschiedlichsten Formen und an verschiedensten Körperstellen vorkommen. Etwa 50 Prozent der Menschen bekommen im Lauf ihres Lebens Warzen an den Händen oder Füßen. Bei rund zehn Prozent der Erwachsenen entwickeln sich Warzen im Intimbereich . . . 

Übertragung

Warzen können durch rund 100 Untertypen des Humanen-Papilloma-Virus (HPV) hervorgerufen werden. Ausnahmen sind Dellwarzen, deren Verursacher das Molluscum-contagiosum-Virus ist, und Stielwarzen, deren Entstehungsursache unbekannt ist. Die Übertragung erfolgt meist durch direkten Kontakt mit Virusträgern oder eine Schmierinfektion.

Vorbeugung

Bei der Entstehung viral bedingter Warzen spielt das Immunsystem eine wichtige Rolle. Sind die Abwehrkräfte intakt, kommt es seltener zu einer Ansteckung bzw. zu einer geringeren Warzenausbildung. Um das Immunsystem zu stärken, empfiehlt sich ein gesunder Lebensstil mit ausreichend Bewegung und ausgewogener Ernährung. Zur Vorbeugung von Feigwarzen wird insbesondere für Mädchen aber auch Buben eine Schutzimpfung vor dem ersten Geschlechtsverkehr empfohlen. Diese schützt auch vor Gebärmutterhalskrebs.

Formen

Je nach Aussehen und Lokalisation werden verschiedene Warzenarten unterschieden:

  • Stachelwarzen (vulgäre Warzen): sind mit 70 Prozent die häufigste Warzenart. Es handelt sich um zunächst stecknadelkopf- bis erbsengroße, harte und vorgewölbte Knötchen, die später verhornen und sich beetartig auf der Haut vermehren können.
  • Feigwarzen (Condylomata acuminata): werden auch Genital- oder Feuchtwarzen genannt und sind die gefährlichsten aller Warzen. Sie bilden oft kleine, weiß-graue Wucherungen, häufig neben oder auf einer anderen Warze. Feigwarzen kommen ausschließlich im Genitalbereich und am After vor und zählen zu den häufigsten sexuell übertragenen Krankheiten.
  • Alterswarzen (senile Warzen, Verrucae seborrhoicae): können auf der gesamten Körperoberfläche auftreten. Ihr Aussehen reicht von einem braunen Fleck bis zu einer erhabenen, meist etwa erbsengroßen Wucherung. Alterswarzen sind gutartig und nicht infektiös, sie müssen daher aus gesundheitlicher Sicht nicht entfernt werden. Ihre Häufigkeit steigt mit zunehmendem Alter. Die Ursache für ihre Entstehung ist bisher unklar.
  • Dellwarzen (Schwimmbadwarzen, Molluscum contagiosum, Mollusken): treten oft in Gruppen auf und können den ganzen Körper befallen, verursachen jedoch keine Beschwerden. Sie werden vom Molluscum-contagiosum-Virus verursacht und gehören eigentlich nicht zu den Warzen, obwohl sie wie diese aussehen. Sie haben eine glatte, glänzende Oberfläche, sind hautfarben, weiß oder transparent und erreichen meist die Größe eines Stecknadelkopfes. Typisch ist eine Delle in der Mitte mit einer kleinen Öffnung, aus der eine dickflüssige, weiße, infektiöse Flüssigkeit austritt. Betroffen sind insbesondere Kinder, Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder Neurodermitis.
  • Dornwarzen (Verrucae plantares, Fußsohlenwarzen, Plantarwarzen): können an der Fußsohle, an der Ferse und zwischen den Zehen auftreten und sind an ihrer weichen und glatten Oberfläche und der bräunlich-grauen Farbe erkennbar. Nach außen bilden Dornwarzen eine Hornhaut und wirken nicht besonders groß. Sie können jedoch tief in die Unterhaut eindringen und beim Gehen schmerzhaft drücken. Meist können sie nur durch einen chirurgischen Eingriff entfernt werden. Der häufigste Ansteckungsort sind Schwimmbäder.
  • Flachwarzen (Verrucae planae): werden auch juvenile Warzen genannt, weil sie vor allem bei Kindern und Jugendlichen vorkommen. Sie treten am ganzen Körper auf, insbesondere im Gesicht, an den Händen und Unterarmen. Es ist durchaus möglich, dass sich bis zu 100 Stück auf einem Hautareal bilden. Es handelt sich um meist flache, weiche, runde Wucherungen von graugelber bis brauner Farbe mit einem Durchmesser von bis zu fünf Millimetern. Ihre Oberfläche ist meist stumpf und fein gepunktet. Flachwarzen sind ungefährlich und werden meist aus rein kosmetischen Gründen entfernt.
  • Pinselwarzen (Verrucae filiformes): treten vor allem bei älteren Menschen an den Augenlidern, den Lippen, der Nase oder am Hals auf. Sie sind weiß bis dunkelrosa und wuchern zu stachel- bzw. stilförmigen Gebilden der Haut, die durch Waschen, Abtrocknen und vor allem beim Rasieren gereizt oder verletzt werden. Sie können sich rasant vermehren, sind hartnäckig, verursachen bisweilen Juckreiz und stellen auch ein kosmetisches Problem dar.
  • Stielwarzen (Fibrome): sind blumenkohl- oder stielartige Hautknoten, die oft im Gesicht, im Achsel-, Gesäß- und Leistenbereich auftreten. Sie werden meist nur einige Millimeter groß und treten vermehrt im Alter auf. Stielwarzen entstehen aufgrund einer Wucherung bestimmter Hautzellen (Fibrozyten). Ihre genaue Entstehungsursache ist ungeklärt, sie werden jedoch sicher nicht durch Viren hervorgerufen. Daher ist auch eine typische Warzenbehandlung mit virusbekämpfenden Mitteln nicht zielführend. Diese Warzenform ist ungefährlich und stellt höchstens ein kosmetisches Problem dar. Die Entfernung ist mit Laser, Elektrokoagulation oder chirurgisch möglich.

Diagnose & Therapie

Die Diagnose, ob und um welche Art von Warzen es sich handelt, wird von der Hautärztin/dem Hautarzt v.a. aufgrund der Form, der Struktur und der Lokalisation der jeweiligen Hautveränderung getroffen. Warzen können sich nach einigen Monaten von selbst zurückbilden, wenn es der Immunabwehr des Körpers gelingt, die verursachenden Viren erfolgreich zu bekämpfen. Nach Abheilung ist jedoch die Wiederkehrrate (Rezidivrate) von Warzen hoch. Andererseits können sie aber auch jahrelang bestehen bleiben oder sich durch Selbstansteckung weiter vermehren. Manche Warzenarten sollten aus medizinischen Gründen entfernt werden, bei anderen ist eine Behandlung aus rein kosmetischen Gründen erwünscht. Zur Behandlung bzw. Entfernung von Warzen stehen mehrere Methoden zur Verfügung:

  •  Kälte: Die Vereisung (Kryotherapie) kommt seltener zum Einsatz als früher. Sie ist etwas unangenehm und schmerzhaft, erfordert jedoch keine lokale Betäubung. Die Vereisung zerstört die Bindegewebsstruktur der Warze. Etwa eine Stunde nach der Anwendung entsteht eine Blase, die abgetragen wird oder von allein verschwindet. Die Schmerzen können einige Zeit anhalten.
  • Laser: Diese Methode wird zunehmend von Hautärztinnen/Hautärzten zur Warzenentfernung verwendet. Der Schmerz ist meist nur von kurzer Dauer und erfordert nur selten, z.B. bei Behandlung von Handflächen und Fußsohlen, eine örtliche Betäubung. In vielen Fällen verschwindet die Warze nach einer einzigen Sitzung, manchmal sind mehrere Anwendungen erforderlich.
  • Auflösen der Hornschicht: Die verdickte Hornschicht, die die Warze bedeckt und das Virus beherbergt, wird aufgeweicht bzw. aufgelöst. Dazu gibt es Pflaster, Tinkturen, Cremes etc., die von der Ärztin/dem Arzt verschrieben und von der Patientin/dem Patienten zu Hause angewendet werden. Das Erscheinungsbild der Warze verändert sich etwa ein bis drei Tage nach Behandlungsbeginn. Die verhornten Hautschichten erscheinen weißlich und aufgeweicht und können von der Ärztin/dem Arzt vorsichtig mit dem Skalpell abgetragen werden. Es ist nicht empfehlenswert, diese Hautschichten selbst zu entfernen, da Verletzungsgefahr besteht und so eine weitere Vermehrung der Warzen begünstigt wird. Je nach Größe der Warze muss die Behandlung gegebenenfalls mehrmals wiederholt werden. Meistens ist die Warze nach drei bis vier Wochen vollständig verschwunden. In einigen Fällen bleibt der Erfolg allerdings aus.
  • Chirurgische Entfernung: Die operative Entfernung wird meist angewendet, wenn andere Methoden versagt haben. Sie erfolgt mit einem scharfen Löffel unter lokaler Betäubung. Die Wunde kann ein wenig brennen und muss ordnungsgemäß versorgt werden. Diese Methode wird immer seltener eingesetzt, weil sie unangenehm ist und ein nachhaltiger Erfolg auch damit nicht gewährleistet ist.
  • Alternative Heilmethoden: Neben Medikamenten gibt es unzählige Hausmittel gegen Warzen, für deren Wirksamkeit allerdings der wissenschaftliche Nachweis fehlt.

Wohin kann ich mich wenden?

Warzen bzw. verdächtige Hautveränderungen (manchmal können auch bösartige Hautveränderungen wie eine Warze aussehen) sollten von einer Hautärztin/einem Hautarzt untersucht werden, um die Diagnose zu sichern. Diese/dieser wird gemeinsam mit Ihnen die weitere Vorgehensweise besprechen und gegebenenfalls eine Behandlung einleiten. Es kann jedoch auch sein, dass eine Therapie medizinisch nicht erforderlich oder ausschließlich aus kosmetischen Gründen erwünscht ist.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Therapien werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB). Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

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