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Vitiligo © Axel Bueckert

Vitiligo

Die Vitiligo (Weißfleckenkrankheit) ist eine entzündliche Hauterkrankung, bei der die Betroffenen im Lauf ihres Lebens charakteristische weiße, scharf begrenzte Flecken als Folge einer mangelhaften Hautpigmentierung entwickeln. In Europa tritt die Erkrankung bei etwa einem Prozent der Bevölkerung auf, wobei etwa die Hälfte der Betroffenen Kinder oder Jugendliche sind. Obwohl es sich um eine „gutartige“ Erkrankung ohne körperliche Beschwerden handelt, fühlen sich viele Patientinnen/Patienten wegen ihrer weißen Flecken von ihrer Umwelt stigmatisiert . . .

Ursachen

Die Vitiligo gehört zu den häufigen erworbenen Pigmentstörungen der Haut. Ihr liegt eine Zerstörung von Pigmentzellen der Haut (Melanozyten) durch vom eigenen Immunsystem gebildete Substanzen und Zellen zugrunde – es handelt sich also um eine Autoimmunkrankheit. Die Entstehungsursachen sind umstritten. Neben einer erblichen Veranlagung werden immunologisch-entzündliche Komponenten vermutet. Weiters werden verschiedene Faktoren diskutiert, welche die Auslösung der Erkrankung forcieren („triggern“) können. Dazu zählen:

  • psychische Belastung,
  • intensive Sonnenbestrahlungen,
  • mechanische Reize und Verletzungen der Haut,
  • in seltenen Fällen auch Hormonumstellungen (Pubertät, Schwangerschaft).

Symptome

Die meisten Vitiligo-Patientinnen/-Patienten sind abgesehen von ihrem Hautleiden körperlich gesund und beschwerdefrei. Trotzdem sollte Vitiligo nicht als rein kosmetisches Problem bagatellisiert werden. Denn viele Betroffene leiden aufgrund ihrer weißen Flecken unter einer Stigmatisierung, die zu psychischen Problemen und sozialer Ausgrenzung führen kann.
Je nach Form bzw. Ausmaß werden die lokalisierte und die generalisierte Vitiligo unterschieden.

  • Lokalisierte, segmentale Vitiligo: Diese Form betrifft nur ein oder wenige Körperareale und ist nicht symmetrisch ausgebildet.
  • Generalisierte, nicht segmentale Vitiligo: Diese Form kommt am häufigsten vor, tritt oft symmetrisch auf und kann die gesamte Körperoberfläche, Schleimhäute oder Haare betreffen. Eine Spezialform der generalisierten Vitiligo zeigt sich vor allem durch weiße Flecken im Gesicht sowie an den Händen und Füßen.

Diagnose

Neben den typischen Hautveränderungen sowie der Krankengeschichte kann die Vitiligo durch eine Untersuchung mit Wood-Licht (364 Nanometer) diagnostiziert werden.

Hinweis Häufig tritt bei Vitiligo-Patientinnen/-Patienten eine Schilddrüsenerkrankung auf. Aus diesem Grund sollten bei Erkrankten regelmäßig die Schilddrüsenwerte gemessen werden.

Therapie

Zunächst richtet sich die Therapie auf ein möglicherweise bestehendes Grundleiden, z.B. eine Schilddrüsenerkrankung. Weiters sollen bekannte Triggerfaktoren vermieden werden. Die Weißfleckenkrankheit ist bislang nicht heilbar und schreitet in vielen Fällen weiter fort. Ziel der Behandlung ist es, dieses Fortschreiten der Hautveränderungen zu stoppen und eine möglichst zufriedenstellende Repigmentierung zu erreichen. Es gibt keine speziell für Vitiligo entwickelte Behandlung mit nachgewiesener Wirksamkeit. Fast alle zur Verfügung stehenden Optionen wurden ursprünglich für andere Erkrankungen entwickelt. In vielen Fällen können damit jedoch zumindest Teilerfolge erzielt werden. Art und Umfang der Therapie richtet sich vor allem danach, wie stark die Vitiligo ausgeprägt ist und wie sehr die/der Betroffene darunter leidet.

Grundsätzlich stehen die lokale Anwendung von Kortikosteroiden oder Calcineurininhibitoren, verschiedene Phototherapie-Verfahren, die orale Gabe von Steroiden und anderen Immunsuppressiva sowie chirurgische Maßnahmen (Pigmentzelltransplantation) zur Verfügung. Weiters können Selbstbräuner, wasserfeste Abdeckcremes oder kosmetische Tatoos, beispielsweise bei depigmentierten Lippen, zum Einsatz kommen. Manche Patientinnen/Patienten können auch von psychologischer Unterstützung profitieren.

Wohin kann ich mich wenden?

Bei Vitiligo sollten Sie sich an eine Ärztin/einen Arzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten wenden. Diese/dieser wird mögliche Ursachen und Triggerfaktoren abklären und Ihnen die für Sie beste Therapie vorschlagen.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Alle notwendigen und zweckmäßigen Therapien werden von den Krankenversicherungsträgern übernommen. Grundsätzlich rechnet Ihre Ärztin/Ihr Arzt bzw. das Ambulatorium direkt mit Ihrem Krankenversicherungsträger ab. Bei bestimmten Krankenversicherungsträgern kann jedoch ein Selbstbehalt für Sie anfallen (BVA, SVA, SVB, VAEB).

Sie können allerdings auch eine Wahlärztin/einen Wahlarzt (d.h. Ärztin/Arzt ohne Kassenvertrag) oder ein Privatambulatorium in Anspruch nehmen. Nähere Informationen finden Sie unter Kosten und Selbstbehalte.

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