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Frau mit geröteten Wangen © Alessandro Grandini
Frau mit geröteten Wangen © Alessandro Grandini

Rosazea

Rosazea ist eine chronische und entzündliche Hauterkrankung. Sie wird auch Rosacea oder Couperose bezeichnet.Typisch sind etwa Rötungen, erweiterte Äderchen, Bläschen vor allem im Gesicht. Es kann jedoch auch zu knollenförmigen Vergrößerungen kommen, vor allem an der Nase. Die Augen können bei einer Rosazea betroffen sein, z.B. durch Entzündungen. Die Erkrankung ist nicht ansteckend. Erfahren Sie mehr zu Ursachen, Diagnose und Behandlung.

Welche Ursachen hat eine Rosazea?

Warum eine Rosazea entsteht, ist nicht völlig geklärt. Vermutet wird ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Möglicherweise spielen z.B. eine Rolle:

  • Störungen des Immunsystems,
  • familiäre Veranlagung (Vererbung),
  • Veränderungen der Gefäßregulation,
  • Entzündungsreaktionen auf Keime in der Haut, z.B. Demodex-Milben,
  • UV-Licht.

Frauen erkranken häufiger als Männer. Die Entstehung von knolligen Veränderungen der Haut (Phymen) kommt überwiegend bei Männern vor. Oft liegt der Krankheitsbeginn im Alter zwischen 30 und 50 Jahren.

Welche Symptome können auftreten?

Symptome einer Rosazea sind vielfältig. Sie können sich langsam und zunehmend entwickeln. Beschwerden können sich auch schubförmig zeigen. Sie und ihr Verlauf sind individuell sehr unterschiedlich. Es müssen beispielsweise nicht alle Symptome eintreten. Sie können aber gleichzeitig auftreten. Es kommt unter anderem zu:

  • Rötungen, insbesondere im zentralen Bereich des Gesichtes, z.B. an Nase und Wangen. Diese treten u.a. anfallsartig auf (Flush) und können sich verlängern. Auch sind erweiterte Äderchen sichtbar (Teleangiektasien). Rötungen können im Laufe der Erkrankung mehr werden und bestehen bleiben.
  • Entzündliche Bläschen, Papeln, Pusteln. Diese treten ebenfalls vor allem im zentralen Gesichtsbereich auf. Sie können im Laufe der Erkrankung zunehmen.
  • Vergrößerungen und Verdickungen. Es kommt zu Gewebsvergrößerungen. Die Haut ist verdickt und großporig. Auch Ödeme können auftreten. Veränderungen bzw. Vergrößerungen zeigen sich besonders an der Nase. Die knollenförmige Verdickung der Nase ­­­wird als Rhinophym bezeichnet.
  • Symptome der Augen. Äderchen am Lid sowie Lidrand können sichtbar sein. Die Augen können tränen, brennen, jucken, sich röten. Ein Fremdkörpergefühl ist möglich. Auch Lichtempfindlichkeit tritt auf. Entzündungen betreffen u.a. Lidränder, Lider und Augen, z.B. in Form von Gerstenkorn, Hagelkorn, Bindehautentzündung oder Hornhautentzündung.

Zudem kann die Haut generell trocken sein, brennen und schuppen. Sie kann sehr empfindlich reagieren. Schwellungen im Gesicht sind ebenfalls möglich. Aufgrund der Sichtbarkeit der Symptome im Gesicht kann die Erkrankung sehr belastend sein.

Rosazea tritt an Nase, Wangen, Kinn und Stirn auf. Seltener sind auch die Brustregion, der obere Teil des Rückens (v-förmig) oder die haarlose Kopfhaut beteiligt.

Welche Reize können Rosazea auslösen?

Bestimmte Reize sind unter Umständen an Rosazea beteiligt. Diese werden auch als Trigger bezeichnet. Sie können Beschwerden auslösen und verstärken. Sie sind individuell unterschiedlich. Dazu zählen unter anderem:

  • Hitze oder Kälte,
  • UV-Licht,
  • heiße Getränke,
  • scharfe Gewürze oder stark gewürzte Speisen,
  • Alkohol,
  • Kosmetika/Seifen, 
  • Kaffee, Tee,
  • körperliche Anstrengung,
  • Stress,
  • Nikotin.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Diagnose der Ärztin oder des Arztes erfolgt anhand von Anamnese mit Einbezug der Hautveränderungen. Gegebenenfalls werden weitere Untersuchungen vorgenommen, z.B. um Krankheiten und Schädigungen der Haut mit ähnlichem Erscheinungsbild auszuschließen, wie Akne. Auch eine Abklärung bei einer Augenärztin oder einem Augenarzt kann notwendig sein.

Wie erfolgt die Behandlung?

Die Ärztin oder der Arzt verordnet die Therapie und bespricht diese mit der Patientin oder dem Patienten. Die Therapie orientiert sich an den jeweiligen individuellen Beschwerden. Zur Therapie zählt:

Meiden von Reizen und Hautpflege 

Wesentlich ist das Meiden individueller Reize. Um diese festzustellen, kann das Führen eines Tagebuchs helfen. Eine Vorlage finden Sie unter www.gesundheitsinformation.de. Mögliche individuelle Auslöser finden Sie unter Symptome.

Hautpflege und Sonnenschutz: Betroffene sollten auf eine gute sanfte Hautpflege und Reinigung sowie ausreichenden Sonnenschutz achten. Produkte, die zu Hautirritation und Reizungen beitragen können, sollten vermieden werden. Dazu zählen beispielsweise: 

  • Seifen, da sie alkalisch sind. Sie können zum Anheben des ph-Wertes der Haut und zu Irritationen führen; 
  • aggressive Wasch- und Reinigungssubstanzen, 
  • Gesichtswasser oder andere Präparate, die z.B. Menthol, Kampfer, Natriumlaurylsulfat bzw. Adstringenzien enthalten, sowie 
  • wasserfeste Kosmetika.

Für das Waschen ist lauwarmes Wasser angeraten. Bei trockener Haut können feuchtigkeitsbindende Produkte eingesetzt werden. Abdeckende Behandlung (Camouflage), die für Betroffene geeignet bzw. gut verträglich ist, kann die sichtbaren Zeichen einer Rosazea überdecken. Über richtige Hautpflege, Sonnenschutz und abdeckende Produkte informiert Sie Ihre behandelnde Ärztin oder Ihr behandelnder Arzt.

Medikamentöse Therapie, operativer Eingriff, Laser- und Lichttherapie

  • Rötungen, Flush, Äderchen. Eventuell werden niedrig dosierte Betablocker zum Einnehmen eingesetzt, um Flush-Symptome zu lindern. Oberflächliche Äderchen können mit Laser- oder Lichttherapie behandelt werden.
  • Entzündliche Bläschen, Papeln, Pusteln.
    • Bei leichteren Beschwerden und um entzündliche Veränderungen zum Abklingen zu bringen, werden z.B. spezielle Gels und Lotionen angewendet. Diese enthalten z.B. Metronidazol, Azelainsäure oder Ivermectin.
    • Bei stärker ausgeprägten Beschwerden oder wenn Verhaltensmaßnahmen und lokale Therapie nicht reichen, werden Medikamente zum Einnehmen verwendet (v.a. Doxycyclin sowie Isotretinoin). Auch eine Kombination aus äußerlich angewendeten Medikamenten und Medikamenten zum Einnehmen kann erforderlich sein.
    • Medikamente werden oft über Wochen und Monate eingesetzt. Symptome können nach Absetzen der Behandlung erneut auftreten. Eine Erhaltungstherapie kann vorgenommen werden: Das heißt, nach Abklingen der akuten Symptome werden z.B. Gels und Lotionen weiter angewendet.
  • Verdickungen/Veränderungen der Nase (Rhinophym): Überschüssiges Gewebe kann im Zuge eines operativen Eingriffs oder mittels bestimmter Lasertechniken entfernt werden. Eventuell können Medikamente gegen Entzündungen der Haut, der Nase und zur Unterdrückung der Talgproduktion eingesetzt werden (z.B. mit Isotretinoin).

Zur Behandlung betroffener Augen zählen:

  • Gute Lidrandhygiene: z.B. warmes angefeuchtetes Handtuch auf Augenlider legen, vorsichtige Reinigung mit Wattestäbchen und speziellen Lösungen, Verwenden von Augensalbe.
  • Je nach Ausprägung weitere Maßnahmen: z.B. lokal angewendete Antibiotika in Form von Tropfen oder Augensalbe. Eventuell Tränenersatzmittel.
  • Auch systemische Antibiotika können notwendig sein.
  • Ausführliche Infos erhalten Sie bei Ihrer Augenärztin oder Ihrem Augenarzt.

Wohin kann ich mich wenden?

Ansprechpersonen zur Diagnose und Therapie von entzündlichen Hautveränderungen sind:

  • Ärztin oder Arzt für Allgemeinmedizin,
  • Fachärztin oder Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten,
  • Fachärztin oder Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde,
  • bei Augenproblemen: Fachärztin oder Facharzt für Augenheilkunde.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen.

Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

Hinweis Rein kosmetische Behandlungen sind von der Patientin oder dem Patienten selbst zu bezahlen.

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