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Symbolfoto für Rosazea © rob3000

Rosacea: Ursachen & Symptome

Rosacea (Acne rosacea, Couperose, Gesichtsrose; Lautschrift [roˈzaːt͜sea]) tritt bei lichtempfindlichen und hellhäutigen Personen öfter auf als bei anderen Hauttypen. Frauen erkranken früher und häufiger als Männer. Nur die Entstehung von knolligen Veränderungen (Phymen) kommt überwiegend bei Männern vor. Die Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt. Das Beschwerdebild variiert in Abhängigkeit vom Schweregrad von vorübergehenden Hautrötungen bis zu schweren Augenentzündungen und knollenförmigen Wucherungen . . .

Ursachen

Die Entstehungsmechanismen und Ursachen der Rosacea sind nach wie vor nicht völlig geklärt. Vermutet wird ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren wie z.B.:

  • Störungen des angeborenen Immunsystems,
  • UV-Strahlung,
  • lokale Entzündungsreaktionen auf Keime in der Haut (v.a. Demodex-Milben),
  • Entzündungen des Nervengewebes (Neuroinflammation) sowie
  • Veränderungen der Gefäß- und möglicherweise Lymphgefäßregulation (z.B. Überempfindlichkeit auf scharfe Speisen, Alkohol oder abrupte Temperaturwechsel).

Symptome

Rosacea zeigt sich vorrangig im Gesicht, speziell an Stirn, Nase, Kinn und Wangen („zentrofazialer Befall“). Seltener sind auch Brustregion, Nacken oder Kopfhaut befallen („extrafazialer Befall“). Die Erkrankung zeichnet sich durch einen chronischen, schubartigen Verlauf aus.

Schweregrade

Je nach vorherrschendem Beschwerdebild werden folgende Schweregrade unterschieden:

  • Vorstadium: Zu Beginn können flüchtige, anfallsartige Rötungen (Erytheme) – sogenannte „Flushs“ – auftreten, oft als Reaktion auf verschiedene Reize wie z.B. Kosmetika (Seife), Hitze oder Kälte, UV-Strahlung, scharfe Speisen, Alkohol, heiße Getränke oder psychischer Stress. Die Haut der Betroffenen ist sehr leicht reizbar.
  • Schweregrad I: Die Betroffenen leiden unter monatelang anhaltenden Rötungen (persistierende Erytheme). Weiters können Teleangiektasien („erweiterte Äderchen“), Brennen, Stechen, Juckreiz, Trockenheit und Schuppung an der befallenen Haut vorkommen.
  • Schweregrad II: Typisch ist eine bestehen bleibende Rötung in der Gesichtsmitte (Stirn, Nase, Wangen) mit einzeln oder gruppiert stehenden, in der Regel symmetrisch angeordneten, entzündlich geröteten Knötchen (Papeln) und eitergefüllten Bläschen (Pusteln). Manchmal besteht ein Lymphödem. Im weiteren Verlauf kann das gesamte Gesicht betroffen sein. In seltenen Fällen breiten sich die Hautveränderungen auch auf der Kopfhaut, dem Hals und der Brust aus. Dieser Schweregrad kann der Acne vulgaris ähneln, allerdings treten keine Mitesser (Komedonen) auf.
  • Schweregrad III: Diese Form ist durch Wucherungen (Hyperplasien) des Bindegewebes und/oder der Talgdrüsen gekennzeichnet, die lokalisiert in Form von Knollen (Phymen) oder diffus auftreten. Phyme kommen an Nase, Kinn/Kiefer, Stirn, Ohr oder Augenlid vor. Vorzugsweise sind Männer betroffen. Besonders häufig ist das Rhinophym (auch Knollennase, Kartoffelnase oder – unzutreffenderweise – „Säufernase“ genannt), speziell bei Männern im fünften bis sechsten Lebensjahrzehnt.

Sonderformen

Weiters gibt es verschiedene Sonderformen der Rosacea, z.B.:

  • Ophthalmorosazea (okuläre Rosacea): Ein Drittel bis die Hälfte der Patientinnen/Patienten mit Haut-Rosacea entwickelt zusätzlich eine Augenbeteiligung, wobei Haut- und Augensymptome verschieden stark ausgeprägt sein und zeitlich unabhängig voneinander auftreten können. Im Vordergrund stehen Fremdkörpergefühl, trockene, brennende oder tränende Augen sowie gerötete und geschwollene Lidränder als Folge von Entzündungen der Augenlider (Blepharitis) und Augentrockenheit. Entzündungen der Bindehaut (Konjunktivitis), der Hornhaut (Keratitis) – eventuell mit Geschwürbildung – und der Regenbogenhaut (Iritis) sowie Hagelkörner (Chalazien) oder Gerstenkörner (Hordeola) können hinzukommen. Dadurch kann es zu zeitweiligen Sehstörungen (Verschwommen-Sehen, erhöhte Lichtempfindlichkeit) bis hin zu schwersten Sehbeeinträchtigungen kommen, die einen chirurgischen Ersatz der Hornhaut (Keratoplastik) erforderlich machen.
  • Rosacea fulminans: Diese Maximalvariante der Erkrankung tritt binnen Tagen oder wenigen Wochen ausschließlich bei jungen Frauen im Gesicht (an Stirn, Wangen und Kinn) auf, gehäuft in und nach der Schwangerschaft. Hierbei finden sich große, erhabene Knoten, zahlreiche Pusteln sowie eine gesteigerte Talgbildung (Seborrhoe). In seltenen Fällen werden Fieber und Gewichtsverlust beobachtet. Die Erkrankung neigt nicht zu Wiederholungen.
  • Therapie-bedingte Rosacea: In seltenen Fällen kann sich nach monatelanger Rosacea-Therapie mit Antibiotika eine sogenannte gramnegative Rosacea entwickeln. Dabei kommt es zu einer Selektion gramnegativer Keime (v.a. Klebsiellen, Proteus species, E. coli, Acinetobacter species, Pseudomonas species), die zu entzündlichen, pustulösen Hautveränderungen führen. Im Rahmen einer längeren Rosacea-Therapie mit Glukokortikoiden kann eine Steroidrosacea entstehen. Diese ist durch eine Hautverdünnung (Steroidatrophie), erweiterte Äderchen (Teleangiektasien), Papulopusteln, flächige Rötungen (Erytheme) sowie ein Spannungsgefühl der Haut gekennzeichnet. Das Krankheitsbild ist von einer massiven Hautbesiedelung mit Demodex-Milben begleitet. Bei Absetzen der Glukokortikoide kommt es meist nach vorübergehender Krankheitsverschlimmerung zu einer allmählichen Abheilung.

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