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Schmerzen im Handgelenk © BillionPhotos.com

Nervenschmerzen

Nervenschmerz (neuropathischer Schmerz) entsteht als direkte Folge einer Schädigung von „Gefühlsfasern“ des Nervensystems. Diese kann verschiedene Gewebe – oft ausgehend von der Haut – oder aber das Rückenmark oder Gehirn betreffen. Die Beschwerden treten oft in Ruhe auf und können leicht ausgelöst werden, beispielsweise bereits durch eine leichte Berührung. Häufig besteht auch eine verstärkte Schmerzempfindlichkeit auf schmerzauslösende Reize . . .

Eine schmerzhafte Nervenschädigung, d.h. ein neuropathischer Schmerz, ist immer dann anzunehmen, wenn die Gefühlsstörungen dem Versorgungsgebiet eines Gefühlsnervs (sensorischen Nervs) im Gewebe oder einer geschädigten Nervenwurzel, eines Rückenmarkabschnittes oder Gehirnbereiches entsprechen.

Mögliche Auslöser der Nervenschädigung

Neuropathischer Schmerz kann aufgrund unterschiedlicher Formen einer Nervenschädigung auftreten. Häufige Auslöser sind z.B.:

  • Bandscheibenvorfall,
  • Diabetes mellitus: Erkrankung vieler Nerven (Polyneuropathie), z.B. in den Beinen,
  • Gürtelrose (Herpes zoster),
  • Nervenschädigungen oder -durchtrennungen im Rahmen von Unfällen oder Operationen – z.B. des Trigeminusnervs im Gesicht bei zahnärztlichen Eingriffen,
  • Engpasssyndrom: durch zusammengedrückte Nerven (z.B. Karpaltunnelsyndromam Handgelenk).

Diagnose & Therapie

Die diagnostische Abklärung beruht auf einer körperlichen und klinisch-neurologischen Untersuchung mit Prüfung der Hautempfindlichkeit, der Reflexe und der Muskelkraft. Sie können durch eine Schmerzzeichnung, Schmerzfragebögen und weitere Spezialtests ergänzt werden. Oft werden zusätzlich bildgebende Verfahren wie z.B. Computertomographieoder Magnetresonanztomographie eingesetzt.

Die Behandlung von Nervenschmerzen – sofern keine Operation zur Entlastung des betroffenen Nervs möglich ist – gestaltet sich oft schwierig. Völlige Schmerzfreiheit ist nur selten erreichbar. Als realistisches Ziel gelten u.a. eine Linderung der Schmerzen um mehr als 30–50 Prozent, eine Verbesserung von Schlaf- und Lebensqualität sowie der Erhalt der Arbeitsfähigkeit. Es werden unterschiedliche Wirkprinzipien, bei Bedarf auch kombiniert, angewandt.

Durch eine medikamentöse Schmerztherapie sollen die Beschwerden gelindert werden, bis sich die geschädigten Nerven zumindest weitgehend regeneriert (erneuert) haben. Zum Einsatz kommen:

  • Präparate zum Einnehmen oder als Injektion (orale oder systemische Therapie): v.a. Opioide, Antiepileptika(z.B. Gabapentin, Pregabalin) und Antidepressiva(z.B. Amitriptylin).
  • Cremes oder medikamentenhaltige Pflaster (topische oder lokale Therapie): v.a. Lidocain, Capsaicin.

Invasive Verfahren wie z.B. Nervenblockaden, Infiltrationen oder elektrische Nervenstimulation können ergänzend oder in der Akuttherapie zur Überbrückung der Zeit bis zum Wirken der oben genannten Medikamente eingesetzt werden.
Physikalische Maßnahmen, Ergotherapie und Psychotherapie können je nach Ausprägung der Beschwerden sinnvoll sein.

Hinweis Bei der Therapie neuropathischer Schmerzen ist ein gewisses Maß an Geduld erforderlich. Es kann eine bestimmte Zeit dauern, bis das richtige Medikament bzw. die richtige Medikamentenkombination gefunden wird.

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