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Akupunktur © Andrey Popov

Schmerz: Begleitende Verfahren zur Linderung

Akupunktur, Physiotherapie oder psychologische Verfahren – zur Linderung von Schmerzen stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung. Sie ersetzen keinesfalls den Arztbesuch, sondern sind als Bestandteil eines vielschichtigen Schmerzbehandlungskonzeptes zu verstehen . . .

Akupunktur

Die Akupunktur ist eine chinesische Heilmethode, bei der feine Nadeln in bestimmte Hautpunkte gestochen werden. Sie wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) u.a. zur Behandlung verschiedenster akuter und chronischer Schmerzen empfohlen.
Nach dem Verständnis der chinesischen Medizin wird durch den Nadelreiz der Energie-(Qi-)Fluss angeregt und reguliert. Blockaden und Störungen lösen sich auf. Mit modernen Verfahren wie der funktionellen Kernspintomographie lässt sich die Wirkung der Körperakupunktur auf den Stoffwechsel im Gehirn nachweisen. Sie wird u.a. dadurch erklärt, dass durch den Nadelreiz vermehrt schmerzlindernde und stimmungsaufhellende Substanzen ausgeschüttet werden. Diese sind auch als „Glückshormone“ (z.B. Serotonin, körpereigene Morphine) bekannt.

Mögliche Nebenwirkungen wie vorübergehende Verstärkung einzelner Symptome, leichte Blutergüssen oder blaue Flecken sowie kurze Kreislaufreaktionen etc. Schwerwiegende Komplikationen (z.B. Knochenbrüche bei Osteoporose, Schlaganfälle nach Manipulationen im Bereich der Halswirbelsäule) sind extrem selten.

Physiotherapie

Physiotherapie verfolgt das Ziel, nach Krankheit oder Verletzung die körperliche Funktionsfähigkeit wiederherzustellen, zu erhalten und zu fördern. Sie leistet einen wichtigen Beitrag, um die Folgen akuter oder chronischer Schmerzen zu vermindern.

  •  Akute Schmerzen: Im Vordergrund stehen schmerzlindernde Maßnahmen (z.B. Wärme- und Kälteanwendungen, Manual-, Laser- oder Elektrotherapie) sowie die Unterstützung der Heilung. Das Wiederherstellen der Bewegungsfähigkeit erfolgt über passives Bewegen eingeschränkter Gelenke und gezielte aktive Übungen. Darauf folgt das Trainieren komplexer, alltags- und berufsbezogener Bewegungsabläufe.
  • Chronische Schmerzerkrankungen: Aktive physiotherapeutische Maßnahmen bzw. individuell zugeschnittene Übungsprogramme tragen dazu bei, Bewegungsverhalten zu optimieren, Bewegungsangst abzubauen sowie die Fähigkeiten für Alltags- und Berufsaktivitäten wiederherzustellen. Darüber hinaus werden Betroffene instruiert, wie sie eigenverantwortlich zur Wiederherstellung und Förderung ihrer körperlichen Funktionsfähigkeit (z.B. durch Ausdauer- und Krafttraining) beitragen können.

Psychotherapie und psychologische Verfahren

Die Psyche spielt häufig bei Schmerzen – insbesondere bei chronischen – eine wesentliche Rolle. Daher können Psychotherapie sowie psychologische Verfahren einen wichtigen Beitrag zur Linderung der Beschwerden beitragen. Dazu zählen u.a.:

Hypnose

Hypnose kann insbesondere dann hilfreich sein, wenn Schmerzmittel keine ausreichende Wirkung erzielen oder aus medizinischen Gründen (z.B. während der Schwangerschaft) nicht angewandt werden können. Hypnose kann sowohl bei akuten (z.B. Zahnschmerzen) als auch bei chronischen Schmerzen (z.B. Kopf- und Rückenschmerzen) eingesetzt werden. Realistisch ist eine Linderung oder vorübergehende Schmerzfreiheit. 


Die Anwendung der Hypnose erfolgt in einem tiefen Entspannungszustand, der sogenannten Trance, die von der Therapeutin/dem Therapeuten eingeleitet wird. In diesem Zustand ist das Gehirn besonders aufnahmefähig und kreativ. In von der Schmerzpatientin/dem Schmerzpatienten entwickelten inneren Bildern werden Veränderungsprozesse eingeleitet, die in der Folge zu einer Schmerzlinderung und in seltenen Fällen auch zu einer vorübergehenden Schmerzfreiheit führen können. Als innere Bilder können entweder Vorstellungsbilder zum Schmerz entwickelt und in der Vorstellung verändert werden (im Falle der Migräne der Schmerz z.B. als ein brodelnder Vulkan, der zunehmend erkaltet) oder vom Schmerz ablenkende Bilder (z.B. ein innerer Ort des Wohlbefindens).

Durch Hypnose verändert sich zudem die Schmerzverarbeitung im Gehirn. Das Leiden unter dem Schmerz wird geringer, indem es Betroffenen gelingt, eine größere Distanz zum Schmerz aufzubauen. Die mit der Therapeutin/dem Therapeuten entwickelten Strategien können auch als Selbsthypnose eingesetzt und weiterentwickelt werden. Dabei lernen Schmerzpatientinnen/Schmerzpatienten, sich selbst in einen Trancezustand zu versetzen und mithilfe innerer Bilder den Schmerz zu kontrollieren.

Entspannungstechniken

Entspannungstherapien wie Autogenes Training, Meditation oder Biofeedback fördern die Fähigkeit, sich auf bestimmte Dinge oder auch auf das eigene Erleben zu konzentrieren. Dies kann Menschen helfen, störende Reize zu ignorieren, eigene Bedürfnisse besser wahrzunehmen und sich körperlich und seelisch zu beruhigen. Insbesondere bei der Behandlung chronischer Schmerzen können Entspannungstherapien dabei helfen, den Teufelskreis aus Schmerzen und ansteigender Muskelspannung zu durchbrechen, welche sich gegenseitig aufschaukeln können. Darüber hinaus können sie die Schmerzakzeptanz erhöhen. Ziel ist es daher, Möglichkeiten zu finden, um vom Schmerz nicht vereinnahmt zu werden, ihn weniger belastend wahrzunehmen und eine höhere Lebensqualität zu erreichen.

Nähere Informationen finden Sie unter Entspannungsmethoden.

Musiktherapie

Musiktherapie

Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen, dass Musik vor allem über den Rhythmus biologische Regelkreise wie Herzschlag, Atmung, Blutdruck den Spannungszustand von Muskeln und die Schmerzempfindlichkeit positiv beeinflussen kann. So kann sich z.B. durch den Einsatz von Entspannungsmusik vor, während oder nach einer Operation der Schmerzmittelbedarf verringern. Nähere Informationen finden Sie unter Musiktherapeut/Musiktherapeutin.

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