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Injektionen © Alexandr Vedmed

Schmerz: Invasive Therapie

Invasive Behandlungsmethoden (Latein: invadere „einfallen, eindringen“) sind Verfahren, bei denen Medikamente meist durch Spritzen in den Körper eingebracht werden. Dazu zählen Nervenblockaden und operative Techniken zur Behandlung von akuten und chronischen Schmerzen. Sehr starke chronische Schmerzen können auch durch die Implantation von Medikamentenpumpen oder Schmerzsonden gelindert werden . . .

Nervenblockaden

Je nach Ort der Beschwerden wird durch die Injektion eines örtlichen Betäubungsmittels (Lokalanästhetikum) ein einzelner Nerv, ein Nervenbündel, ein Nervenknoten oder ein rückenmarksnaher Nerv blockiert. Soll die Weiterleitung von Schmerzimpulsen zum Gehirn über mehrere Tage hinweg unterdrückt werden, wird das Lokalanästhetikum über einen Katheter verabreicht. Nervenblockaden werden sowohl für diagnostische, als auch für therapeutische Zwecke eingesetzt.

Diagnostische Blockaden einzelner Nerven

Sie werden – meist unter Sichtkontrolle durch bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Computertomographie – durchgeführt, um die Schmerzursache zu identifizieren (z.B. bei einem Bandscheibenvorfall). Dies gelingt bei akuten Schmerzen besser als bei chronischen.

Therapeutische Nervenblockaden

Sie dienen – einmalig oder wiederholt durchgeführt – der kurz- oder längerfristigen Schmerzreduktion. Auch Nerven mit ursprünglich anderen Funktionen (z.B. Steuerung der Durchblutung) können bei bestimmten Erkrankungen und Verletzungen Schmerzen aufrechterhalten, beispielsweise Nervenfasern des vegetativen Nervensystems (Sympathikus). Durch wiederholte Blockade dieser Nerven können insbesondere in der Frühphase der Erkrankung negative Prozesse gestoppt, Schmerzen gemindert und die Heilungsprozesse gefördert werden.

An bestimmten Nerven des vegetativen Nervensystems kann statt eines Lokalanästhetikums eine alkoholhaltige Lösung gespritzt werden. Dieses als chemische Neurolyse bezeichnete Verfahren führt über eine irreversible Nervenzerstörung zu einer monatelang anhaltenden Blockade. Sinnvoll ist dies etwa bei durch Bauchspeicheldrüsenkrebs bedingten Bauchschmerzen. Bei ausgedehnten Rückenschmerzen lassen sich durch Nervenblockaden mit Lokalanästhetikum in der Nähe des Rückenmarks (Epiduralraum) Schonhaltungen, Muskelverspannungen und schmerzbedingte Bewegungseinschränkungen reduzieren.

Neurochirurgische Schmerzbehandlung

Neurochirurgische Eingriffe eignen sich zur raschen Beschwerdelinderung insbesondere dann, wenn die Schmerzen durch eingeklemmte Nerven verursacht werden, z.B. bei:

  • Karpaltunnelsyndrom,
  • Bandscheibenvorfall,
  • Trigeminusneuralgie,
  • Schmerzen durch Tumorerkrankungen (Palliativmedizin): z.B. bei Metastasen, die zu einer Einengung von Rückenmarksnerven führen und dadurch Lähmungen oder Schmerzen verursachen.

Weitere invasive Verfahren

Sehr starke chronische Schmerzen können auch durch die Implantation von Medikamentenpumpen oder Schmerzsonden gelindert werden. In Ausnahmefällen (z.B. bei unheilbaren Krebserkrankungen) werden Nerven mittels Medikamenten verödet oder mittels Strahlen durchtrennt.

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