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Seniorin mit Rollator © Photographee.eu

Morbus Parkinson: Hilfreiche Tipps

Die Parkinson-Krankheit kann viele verschiedene Beschwerden verursachen. Betroffene können selbst einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, mit diesen Problemen besser umgehen zu lernen und dadurch ihre Lebensqualität deutlich verbessern. Die Krankheit stellt auch nahe Angehörige vor große Herausforderungen. Einige einfache Maßnahmen können den Betroffenen selbst, aber auch ihren Familien, insbesondere Partnerinnen/Partnern, die Bewältigung des Alltags wesentlich erleichtern.  

Tipps für Betroffene

  • Stuhlverstopfung: Darmträgheit ist eine häufige Begleiterscheinung des Morbus Parkinson. Mögliche Ursachen sind die verringerte und verlangsamte Körperbewegung, zu geringe Flüssigkeitsaufnahme, ballaststoffarme Ernährung, z.T. auch die Parkinson-Medikamente. Zur Linderung der Verstopfung sollten Sie auf ausreichende Ballaststoffzufuhr achten, z.B. täglich einen Löffel Leinsamen in einem Fruchtjoghurt zu sich nehmen. Auch möglichst viel Bewegung an der frischen Luft ist hilfreich.
  • Ernährung: Eine eigene „Parkinson-Diät“ gibt es nicht. Es gelten im Wesentlichen die allgemeinen Grundregeln einer ausgewogenen Ernährung.  Darüber hinaus darf die Einnahme von Dopa-Präparaten bei diesbezüglich empfindlichen Patientinnen/Patienten nicht gleichzeitig mit Eiweiß (Milch und Milchprodukte, Fleisch etc.) und Vitamin B erfolgen, weil dadurch weniger L-Dopa in die Blutbahn aufgenommen wird. Durch Krankheitssymptome wie Zittern, verlangsamte Bewegung oder Schluckbeschwerden kann das Essen anstrengend werden. Deshalb empfiehlt es sich, mehrere kleinere Portionen hochwertiger Nahrungsmittel öfter am Tag zu konsumieren. Dies entlastet auch die Verdauung. Ein leerer Magen ist jedenfalls zu vermeiden, da dies zu Übelkeit führen kann.
  • Viel Trinken: Allgemein wird eine Flüssigkeitsmenge von 1,5 bis zwei Litern pro Tag empfohlen. Für Parkinson-Kranke stellt dies das absolute Minimum dar. Sie sollten möglichst bis zu drei Litern täglich trinken, allerdings nicht während des Essens, da dies zu einer Verdünnung der Verdauungssäfte führt.
  • Berufsleben: Parkinson-Patientinnen/-Patienten neigen dazu, ihre Krankheit vor der Öffentlichkeit geheim zu halten. Ein Wechsel an einen weniger belastenden Arbeitsplatz innerhalb des Betriebes kann erwogen werden, um länger im Berufsleben bleiben zu können.
  • Sozialleben: Überlassen Sie es möglichst nicht Anderen, die Öffentlichkeit über Ihre Krankheit zu informieren. Ziehen Sie sich nicht von Ihrer Umwelt zurück – nicht nur um Ihretwillen selbst. Denn wenn Sie sich aus der Gesellschaft zurückziehen, nehmen Sie auch Ihre unmittelbaren Angehörigen mit in die Vereinsamung und Isolation.
  • Autofahren: · Zur amtsärztlichen Beurteilung der Fahreignung von Parkinson-Kranken gibt es keine generelle Vorgangsweise. Medikamente können die Fahrtauglichkeit vermindern. Die Ärztin/der Arzt kann mit Ihnen gemeinsam eine Einschätzung vornehmen, ob Sie in der Lage sind, sicher ein KFZ zu lenken und eigene Fehler, aber auch jene anderer Verkehrsteilnehmerinnen/-teilnehmer auszugleichen. Fahren Sie nur so lange Sie sicher das KFZ lenken können. Allerdings ist diese subjektive Einschätzung oft nicht zuverlässig. Fragen Sie daher z.B. auch Ihre Partnerin/Ihren Partner oder Ihre Kinder um deren Einschätzung. Sie sollten nie für sich und andere Menschen zur Gefahr werden. Zur objektiven Einschätzung der Fahrtauglichkeit können eigene Tests durchgeführt werden, z.B. eine Untersuchung durch das Kuratorium für Verkehrssicherheit.

Tipps für Angehörige

  • Scheuen Sie sich nicht, beizeiten Hilfe (auch psychiologische) in Anspruch zu nehmen.
  • Lernen Sie rechtzeitig ein sinnvolles Management mit Ihren eigenen Kräften und vermeiden Sie es, sich bis hin zum „Burnout“ zu überlasten.
  • Verfolgen Sie weiter eigene Interessen – ohne schlechtes Gewissen.
  • Bevormunden und schonen Sie die Betroffene/den Betroffenen nicht:
    • Lassen Sie sie/ihn Entscheidungen selbst treffen.
    • Nehmen Sie ihr/ihm keine Arbeiten ab, es sei denn, sie/er ersucht Sie ausdrücklich darum.
    • Lassen Sie ihm geduldig die Zeit, die sie/er braucht, um eine Tätigkeit zu verrichten oder einen Gedanken zu formulieren.
    • Parkinson-Kranke sollen gewohnten Aktivitäten nachgehen, in Maßen auch Sport ausüben, reisen, Kontakte und Hobbys pflegen etc. Wichtig ist dabei nur, Überanstrengungen zu vermeiden. Planen Sie deshalb bereits im Voraus ausreichend Zeit für Pausen in gemeinsame Aktivitäten ein.

Wertvolle Informationen und Unterstützung für Parkinson-Kranke und ihre Angehörigen bietet die Parkinson Selbsthilfe Österreich[.

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