Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Schwangere bei Arzt © WavebreakMediaMicro

Multiple Sklerose & Schwangerschaft

Etwa 70 Prozent der MS-Kranken gehören dem weiblichen Geschlecht an, junge Frauen im gebärfähigen Alter sind besonders häufig betroffen. Bis vor wenigen Jahren wurde Frauen mit Multipler Sklerose geraten, eine Schwangerschaft zu vermeiden. Mittlerweile steht jedoch fest: Aus medizinischer Sicht besteht fast nie ein Grund, auf eine Schwangerschaft zu verzichten. Frauen mit MS bekommen genauso häufig ein gesundes Kind wie Frauen ohne MS. Es ist jedoch ratsam, eine geplante Schwangerschaft mit der Frauenärztin/dem Frauenarzt und der Neurologin/dem Neurologen zu besprechen . . .

Multiple Sklerose & Kinderwunsch

Folgende Informationen können für Frauen mit Kinderwunsch bzw. für die Planung einer Schwangerschaft hilfreich sein:

  • Der letzte Krankheitsschub sollte längere Zeit zurückliegen.
  • Frauen mit einer sehr hohen Schubfrequenz sollten zunächst abwarten, ob sich diese durch geeignete Medikamente verringern lässt. Dadurch lässt sich eventuell das Risiko eines Schubes in der Schwangerschaft vermindern.
  • Manche immunmodulatorischen Langzeittherapien müssen vor einer geplanten Schwangerschaft abgesetzt werden, eine ausführliche Besprechung mit der Neurologin/dem Neurologen ist unbedingt erforderlich.
  • Tritt eine Schwangerschaft unter immunmodulatorischen Langzeittherapien ein, ist dies meist kein Grund für einen Schwangerschaftsabbruch. Dies hängt von der Art des Arzneimittels ab. In Absprache mit der Neurologin/dem Neurologen müssen individuelle Entscheidungen getroffen werden.
  • Während der Schwangerschaft sollten Medikamente nur in Absprache mit der behandelnden Ärztin/dem behandelnden Arzt eingenommen werden.
  • Frauen mit MS benötigen während einer Schwangerschaft keine spezielle gynäkologische Versorgung.
  • In der Schwangerschaft ist eher eine Beruhigung der Erkrankung zu erwarten. Schübe werden seltener oder bleiben sogar aus, weil natürliche, immunsuppressive Faktoren im Blut der Frau wirksam werden und das körpereigene Kortison ansteigt.
  • Schwangere sollen sowohl die Ärztin/den Arzt als auch die Hebamme, von denen sie während der Geburt betreut werden, über ihre MS-Erkrankung informieren.
  • Eine Verzögerung des Geburtsvorganges ist nur bei relevanter körperlicher Behinderung zu erwarten. In diesen Fällen kann ein Kaiserschnitt geplant werden.
  • Von einer Hausgeburt wird Frauen mit MS abgeraten.
  • Falls während der Geburt eine Schmerzlinderung erforderlich ist, kann eine rückenmarksnahe regionale Anästhesie (Periduralanästhesie) herangezogen werden.
  • Auch beim Stillen sollte – nach Rücksprache mit der Neurologin/dem Neurologen – eventuell auf die immunmodulierenden Medikamente verzichtet werden.
  • In den ersten Monaten nach der Geburt kann es – vermutlich aufgrund der hormonellen Umstellung – zu einem Wiederauftreten der Krankheitsaktivität kommen. Möglicherweise wird durch Stillen ein gewisser Schutz erzielt, durch eine früh einsetzende Immuntherapie kann in Ausnahmefällen eine Schubprophylaxe erfolgen.
  • Der Wiederbeginn einer immunmodulierenden Therapie nach der Schwangerschaft ist in der Stillperiode nicht möglich. Der Langzeitverlauf der MS wird durch Schwangerschaft, Geburt und Stillen nicht negativ beeinflusst. 
      
Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse