Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Frau im Rollstuhl mit Therapeutin © Nagel's Blickwinkel

Multiple Sklerose: Rehabilitation

Medizinische Rehabilitation ist ein wichtiger Pfeiler in der Therapie und Langzeitvorsorge bei Multipler Sklerose. Im Rahmen einer umfassenden Multiple Sklerose-Behandlung spielt die Neurorehabilitation eine bedeutende Rolle. Ihr Ziel ist es, mit auf die Betroffenen individuell zugeschnittenen Maßnahmen die Selbstständigkeit zu fördern und die Lebensqualität zu verbessern . . .

Wann ist eine Rehabilitation sinnvoll?

In folgenden Situationen sind rehabilitative Behandlungen angezeigt:

  • Vorübergehend: nach einem schweren Erkrankungsschub, um die Rückbildung der neurologischen Störungen positiv zu beeinflussen.
  • Langfristig: im chronischen Verlauf, nach Absprache mit den behandelnden Ärztinnen/Ärzten, wenn sich körperliche Funktionen trotz ambulanter Therapien konstant verschlechtern.

Häufige Rehabilitationsmaßnahmen

  • Physiotherapie (Krankengymnastik): Die Behandlung fördert Kraft und Koordination, Stand-, Gang- und Handfunktionen. Sie mindert Spastik und Schmerzen, verbessert Gleichgewicht und Bewegungsabläufe und erhöht so die Belastbarkeit im Alltag. Beckenbodengymnastik kann zur Regulierung von Blasenstörungen beitragen.
  • Die Hippotherapie ist eine besondere Form der Physiotherapie mit und auf dem Pferd. Sie kommt allerdings aufgrund der geringen Verfügbarkeit und der relativ hohen Kosten selten zum Einsatz.
  • Ergotherapie: Die Patientin/der Patient lernt, krankhafte Haltungs- und Bewegungsmuster abzubauen. Der Einsatz von Hilfsmitteln (z.B. Essbesteck, Gehhilfen) wird, oft in Zusammenarbeit mit Physiotherapie und Krankenpflege, trainiert.
  • Trainings- und Bewegungstherapie: Ziel ist die Verbesserung von Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit. Auch die MS-bedingte Ermüdbarkeit wird dadurch gelindert. Im Vordergrund stehen Ergometertraining, Wandern, Nordic Walking und Schwimmen.
  • Logopädie: Sprech- und Schluckstörungen werden in Einzeltherapie behandelt.
  • Neurokognitive Therapie: Störungen von Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Konzentration und Wahrnehmung werden individuell, z.T. gezielt computer-gestützt, behandelt.
  • Psychologische Therapie: Ein Ziel kann die Wiedereingliederung in das Erwerbsleben sein. Bei sozialem Rückzug im Rahmen eines depressiven Zustandsbildes ist psychologische Therapie (eventuell in Ergänzung zur Gabe von Antidepressiva) wichtig.
Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse