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Fitter Senior beim Laufen © Viacheslav Iakobchuk

Multiple Sklerose: Lebensstil

In den letzten Jahrzehnten wurde ein stetiger Anstieg der Multiple-Sklerose-Neuerkrankungen (Inzidenz) festgestellt. Als mögliche Ursachen dafür kommen u.a. Lebensstiländerungen infrage. Sie könnten mit einem erhöhten Risiko für die Entstehung der Multiplen Sklerose (MS) einhergehen bzw. für eine erhöhte Krankheitsaktivität verantwortlich sein. Einige Studien liefern z.B. Hinweise auf ein erhöhtes MS-Risiko bei Raucherinnen/Rauchern und Übergewichtigen. Klare Zusammenhänge konnten jedoch noch nicht erkannt werden.

Unbestritten ist, dass eine gesunde Lebensführung das Wohlbefinden von an Multipler Sklerose Erkrankten verbessern kann. Neben den allgemeinen Empfehlungen zu Ernährung, Bewegung und Rauchen können gewisse Lebensstilaspekte Multiple-Sklerose-spezifische Beschwerden besonders positiv beeinflussen.

Welchen Einfluss hat Ernährung?

Um einen Zusammenhang zwischen bestimmten Ernährungsgewohnheiten und der Entstehung bzw. dem Verlauf der Multiplen Sklerose zu erforschen, wurden zahlreiche Studien durchgeführt. Dennoch gibt es noch keine eindeutigen Hinweise, um klare Ernährungsempfehlungen speziell für MS-Erkrankte formulieren zu können. Es gelten daher die allgemeinen Ernährungsempfehlungen. Eine vorsorgliche Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln (Vitamin- bzw. Mineralstoffpräparate) wird nicht empfohlen.

Eventuell können jedoch Entzündungsprozesse im Rahmen der Multiplen Sklerose durch die Ernährung beeinflusst werden. Daher werden besonders folgende Ernährungsempfehlungen hervorgehoben:

Hinweis Vitamin-D-Mangel wird als möglicher Risikofaktor für die Entstehung einer MS bzw. einer erhöhten Krankheitsaktivität eingeschätzt. Daher sollte besonders darauf geachtet werden, einem Vitamin-D-Mangel vorzubeugen.

Eine Ernährungsberatung kann vor einer geplanten Ernährungsumstellung hilfreich sein, um die Ernährungsempfehlungen individuell abgestimmt einfacher in die Praxis umsetzen zu können.

Wie wirkt sich Rauchen aus?

Obwohl Raucher das subjektive Gefühl haben, durch den Nikotinkonsum ihre Hirnleistung zu steigern, sind Rauchinhaltsstoffe schädlich für das Gehirn. Raucherinnen/Raucher scheinen ein erhöhtes Risiko für die Entstehung einer MS bzw. einen aggressiveren Verlauf der Erkrankung zu haben. Der Verzicht auf Zigaretten und Co. kann daher eventuell einen Schutzfaktor gegen die Entstehung der Erkrankung darstellen. Besonders empfehlenswert ist ein Rauchstopp für MS-Patientinnen/-Patienten bzw. nach einem klinisch isolierten Syndrom (KIS/CIS).

Hinweis Auch Passivrauchen wird als möglicher Risikofaktor eingeschätzt.

Wie wirkt sich Alkohol aus?

Übermäßiger Alkoholkonsum schädigt das Nervensystem. Ein Einfluss von Alkohol auf das Erkrankungsrisiko bzw. den Verlauf der MS konnte jedoch bisher nicht festgestellt werden.

Welchen Einfluss hat Bewegung?

Regelmäßige Bewegung verbessert das Allgemeinbefinden von MS-Patientinnen/MS-Patienten und hat vor allem einen positiven Einfluss auf die Beweglichkeit.        

Eventuell können durch körperliches Training auch:

  • Gleichgewichtssinn,
  • Fatigue-Symptomatik (ständige Müdigkeit),
  • Muskelspastik (meist schmerzhafte erhöhte Muskelspannung) und
  • Denkleistung

verbessert werden.

Empfohlen werden:

  • zwei- bis dreimal pro Woche zehn bis 40 Minuten Ausdauertraining und
  • zwei- bis dreimal pro Woche Krafttraining.

Wenn nötig, kann eine Bewegungstherapie durch eine Physiotherapeutin/einen Physiotherapeuten begleitet werden.

Wie wirkt sich Stress aus?

Seit langer Zeit wird angenommen, dass stark belastendende Lebenssituationen (z.B. der Tod eines nahen Angehörigen) MS-Schübe auslösen können. Studien dazu zeigen jedoch widersprüchliche Ergebnisse. Trotz der unklaren Datenlage wird empfohlen, in schwierigen Lebenssituationen frühzeitig Unterstützung (z.B. durch Familie, Freunde, Psychotherapie, Sozialhilfe) zu suchen.

Die Wirkung von Entspannungstechniken (z.B. Biofeedback, Yoga und Chi Gong) auf den Verlauf der Erkrankung wurde noch nicht ausreichend untersucht. Sie werden von Betroffenen häufig positiv wahrgenommen. Wenn die Techniken entsprechend den Fähigkeiten der MS-Patientinnen/MS-Patienten angepasst und professionell durchgeführt werden, können sie empfohlen werden.  

Welchen Einfluss haben soziale Kontakte?

Beruf, Freunde und Familie haben starken Einfluss auf das Wohlbefinden. Daher ist es auch für MS-Erkrankte besonders wichtig, so gut wie möglich sozial integriert zu sein. Beschwerden der Multiplen Sklerose können dies aber manchmal erschweren. Zur Aufrechterhaltung eines zufriedenstellenden Berufslebens können Beratungen in Anspruch genommen werden. In MS-Selbsthilfegruppen können soziale Kontakte geknüpft werden. Bei Niedergeschlagenheit, einer Depression bzw. sozialem Rückzug ist eine Psychotherapie – wenn nötig, begleitet von einer medikamentösen Therapie – oft hilfreich.

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