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Erste Hilfe & Wiederbelebung bei Kindern

Wenn ein Kind bewusstlos ist und nicht normal atmet, zählt jede Sekunde. Es handelt sich möglicherweise um einen Herzstillstand, der innerhalb kurzer Zeit tödlich enden kann. Es ist wichtig, umgehend den Notruf zu wählen und Erste Hilfe zu leisten. Dies kann lebensrettend sein. Versuchen Sie, so ruhig wie möglich zu bleiben und handeln Sie Schritt für Schritt.

Die im Folgenden beschriebenen lebensrettenden Basismaßnahmen der Ersten Hilfe werden im Englischen als Basic Life Support bezeichnet. Sie zeigen, wie jede und jeder im Notfall richtig reagieren und helfen kann. Sie richten sich an Laien – also nicht medizinisch geschulte Ersthelfer:Innen - und orientieren sich an den aktuellen internationalen Empfehlungen.

Mit dem Begriff Kinder sind nachfolgend Säuglinge, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre gemeint. Ausgenommen sind Neugeborene unmittelbar nach der Geburt. Manchmal ist es schwierig, zwischen einem Jugendlichen und einem Erwachsenen zu unterscheiden. Fachleute empfehlen, sich im Zweifel an das Vorgehen für Erwachsene zu halten.

Herzstillstand bei Kindern

Ein Herzstillstand kommt bei Kindern im Vergleich zu Erwachsenen selten vor. Auch die Ursachen sind meist andere. Bei Kindern ist ein Herzstillstand häufig die Folge schwerer Erkrankungen und Verletzungen, die ein zunehmendes Atemversagen, Kreislaufversagen oder neurologische Ausfälle auslösen. Das rasche Erkennen solch kritischer Situationen ist wichtig, um einem Herzstillstand vorzubeugen.

Warnzeichen

Es gibt bestimmte Warnzeichen, die bei Kindern auf eine schwere Erkrankung und ein erhöhtes Risiko für einen Herzstillstand hindeuten können. Dazu zählen unter anderem:

Verändertes Verhalten: Das Kind

  • ist nicht bei vollem Bewusstsein oder schwer zu wecken
  • ist schlaff oder steif
  • hat einen Krampfanfall
  • ist verwirrt oder unruhig oder verhält sich anders als normal
  • bewegt eine oder mehrere Gliedmaßen nicht
  • hat starke Schmerzen
  • kann nicht mehr sprechen oder gehen.

Erschwerte Atmung: Das Kind hat Atembeschwerden, sodass es

  • nicht tief einatmen kann
  • sich beim Atmen anstrengt; dies erkennt man bei Kindern z.B. daran, dass sich die Nasenflügel beim Atmen stark mitbewegen oder dass sich die Haut zwischen den Rippen beim Einatmen deutlich sichtbar nach innen zieht.
  • zusätzliche Geräusche beim Atmen macht
  • zu schnell, zu langsam oder unregelmäßig atmet
  • aufhört zu atmen
  • eine ungewöhnliche Körperhaltung einnimmt, um das Atmen zu erleichtern.

Veränderte Hautfarbe: Die Haut des Kindes ist

  • bläulich
  • fleckig
  • ungewöhnlich blass
  • gräulich

Hinweis

Wählen Sie sofort den Notruf 144, wenn ein Kind eines der genannten Symptome aufweist. Es ist wichtig, so rasch wie möglich medizinische Hilfe zu bekommen.

Fachleute empfehlen Eltern und Betreuungspersonen, die wichtigsten Anzeichen für ernste Krankheiten zu kennen und grundlegende Erste-Hilfe-Maßnahmen zu lernen. Besonders, wenn das Kind eine chronische Erkrankung hat.

Drei Schritte, um Leben zu retten

Bei einem möglichen Herzstillstand ist schnelles Handeln entscheidend. Wenn Sie ein Kind vorfinden, das nicht ansprechbar zu sein scheint, achten Sie darauf, dass Sie sich selbst und das Kind nicht in Gefahr bringen und gehen Sie wie folgt vor:

1. Prüfen Sie, ob das Kind auf Ansprechen oder Berührung reagiert.

2. Rufen Sie sofort den Notruf 144, wenn das Kind nicht reagiert.

  • Schalten Sie den Lautsprecher Ihres Mobiltelefons ein.
  • Folgen Sie den Anweisungen der Mitarbeiterin oder des Mitarbeiters der Rettungsleitstelle.

3. Drücken: Beginnen Sie sofort mit der Wiederbelebung, entsprechend den Anweisungen der Mitarbeiterin oder des Mitarbeiters der Rettungsleitstelle. Sie oder er hilft Ihnen, die Situation richtig einzuschätzen und leitet Sie durch die nötigen Schritte.

Im Allgemeinen empfehlen Fachleute für die Wiederbelebung bei Kindern:

  • Zunächst sollen fünf Beatmungen erfolgen.
  • Danach soll abwechselnd Herzdruckmassage und Beatmungen im Schema 30:2 durchgeführt werden.
  • Wenn eine Beatmung nicht möglich ist bzw. die Ersthelferin oder der Ersthelfer diese nicht durchführen möchte, soll die Wiederbelebung nur mit einer Herzdruckmassage erfolgen.
  • Sobald ein Defibrillator zur Verfügung steht, soll er angeschlossen und die Anweisungen des Gerätes befolgt werden.

Erste Hilfe bei Fremdkörper in den Atemwegen

Insbesondere bei Kleinkindern kommt es häufig vor, dass Fremdkörper in die Atemwege gelangen. Dies stellt eine medizinische Notfallsituation dar, denn je nach Lage und Größe des Fremdkörpers kann es zum Ersticken kommen.

Vermuten Sie einen Fremdkörper in den Atemwegen

  • bei Kindern und Jugendlichen, die plötzlich nicht mehr sprechen können bzw.
  • bei Säuglingen und Kleinkindern, die plötzlich nicht mehr laut weinen können,

insbesondere während des Fütterns, Essens oder beim unbeaufsichtigten Spielen.

Wie kann ich Erste Hilfe leisten?

Wählen Sie so schnell wie möglich den Notruf 144 bzw. bitten Sie eine anwesende Person, dies zu übernehmen.

Wenn das Kind ansprechbar ist:

  • Fordern Sie ältere Kinder und Jugendliche auf, zu husten.

Wenn das Husten nicht möglich oder wirkungslos ist: Geben Sie fünf Rückenschläge.

  • Bei Babys bis zu einem Jahr:
    • Legen Sie das Baby mit dem Gesicht nach unten auf Ihren Unterarm, stützen Sie Ihren Unterarm dabei auf Ihrem Bein ab.
    • Stützen Sie den Kopf des Babys mit Ihrer Hand.
    • Halten Sie den Kopf des Babys etwas tiefer als den Brustkorb, sodass Sie die Schwerkraft ausnutzen.
    • Schlagen Sie zwischen die Schulterblätter des Babys.
    • Wiederholen Sie dies bis zu fünf Mal oder bis die Verlegung gelöst ist.
Grafik Rückenschläge Baby
© IROHA
  • Bei Kindern und Jugendlichen:
    • Beugen Sie das Kind bzw. die oder den Jugendlichen mit dem Oberkörper leicht nach vorne.
    • Schlagen Sie zwischen die Schulterblätter. Wiederholen Sie dies bis zu 5 Mal.
Grafik Rückenschläge
© IROHA

Wenn die Schläge auf den Rücken wirkungslos sind: Wenden Sie fünf Brust- bzw. Bauchstöße an:

  • Bei Babys bis zu einem Jahr:
    • Drehen Sie das Baby auf den Rücken und legen Sie es auf Ihre Knie.
    • Umfassen Sie den unteren Teil des Brustkorbes mit beiden Händen und legen beide Daumen neben- oder übereinander auf die untere Hälfte des Brustbeines.
    • Drücken Sie bis zu 5 Mal kräftig auf das Brustbein. Oder bis die Atemwege frei sind.
Grafik Herzdruckmassage bei Baby
© tikisada
  • Bei Kindern und Jugendlichen:
    • Stellen Sie sich hinter das Kind und legen Sie Ihre Arme um den oberen Teil seines Bauches.
    • Beugen Sie das Kind nach vorne.
    • Ballen Sie eine Faust und legen Sie sie zwischen den Bauchnabel und das Ende des Brustbeins.
    • Greifen Sie Ihre Faust mit Ihrer anderen Hand und ziehen Sie kräftig nach innen und oben.
    • Wiederholen Sie dies bis zu 5 Mal oder bis die Verlegung beseitigt ist.
Grafik Heimlich Handgriff beim Kind
© Ihor

Wenn die Brust- bzw. Bauchstöße wirkungslos sind:

  • Wechseln Sie zwischen 5 Rückenschlägen und 5 Bauchstößen ab.
  • Wiederholen Sie dies so lange, bis die Erstickung behoben ist und das Kind z.B. hustet, laut atmet oder weint. Oder bis das Kind das Bewusstsein verliert, also nicht mehr ansprechbar ist.

Wenn das Kind nicht ansprechbar ist:

  • Wählen Sie so schnell wie möglich den Notruf 144, falls dies noch nicht geschehen ist.
  • Beginnen Sie sofort mit der Wiederbelebung. Befolgen Sie dabei die Anweisungen der Mitarbeiterin oder des Mitarbeiters der Rettungsleitstelle.

Achtung

Versuchen Sie NICHT, mit den Fingern blind nach einem Fremdkörper zu suchen und ihn aus dem Mund oder den Atemwegen zu entfernen. Dies kann die Situation noch verschlimmern. Entfernen Sie einen Fremdkörper nur dann, wenn Sie ihn eindeutig erkennen können und er gut erreichbar ist.

 

Jede Person, die erfolgreich mit Bauchstößen oder einer Herzdruckmassage behandelt wurde, sollte ärztlich untersucht werden, um mögliche Komplikationen und Verletzungen zu behandeln.

Die verwendete Literatur finden Sie im Quellenverzeichnis.

Erstellt durch: Redaktion Gesundheitsportal

Expertenprüfung durch: Univ.Prof. Dr. Wolfgang Schreiber, Arzt für Allgemeinmedizin, Facharzt für Innere Medizin, Zusatzfach Innere Medizin (Intensivmedizin), Spez. in Klinischer Akut- und Notfallmedizin, ÖÄK-Diplom Notarzt

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