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Herzmassage an Babypuppe © OLJensa

Notfall bei Kindern

Ein Kindernotfall ist eine akut auftretende Situation, die rasche Maßnahmen erfordert. Notfälle im Kindesalter sind nicht nur bei Eltern oder Angehörigen, sondern auch im Rettungsdienst eine große Belastung. Leider zeigen Studien, dass Erste Hilfe bei Kindern oft entweder gar nicht oder verspätet eingeleitet wird. Der Grund dafür ist die Angst, etwas falsch zu machen. Doch NICHT ZU HELFEN ist das Einzige, was auf jeden Fall falsch ist. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen! Der Grund dafür sind nicht nur die körperlichen Unterschiede, sondern auch andere physiologische Vorgänge im Körper. Das hat zur Folge, dass Kinder in vielen Bereichen deutlich geringere Reserven haben als Erwachsene . . .

Zum Beispiel kann ein Blutverlust bei einem Kind sehr schnell zum Blutungsschock führen. Besonders wichtig ist die Prävention, denn viele Notfälle könnten mit einfachen Mitteln verhindert werden.

Hauptursachen von Kindernotfällen

Während bei Neugeborenen und Säuglingen besonders Geburtsfehler und Erkrankungen zur Notfallsituationen führen, sind es bei Klein- und Schulkindern Unfälle.

Kinder werden altersabhängig in folgende Gruppen eingeteilt:

  • Neugeborene: bis zum Alter von vier Wochen
  • Säuglinge: bis zum Alter von einem Jahr
  • Kleinkinder: bis zum Schuleintrittsalter
  • Schulkinder: ab Schuleintritt

Zu Erwachsenen werden Kinder in der Pubertät. Einen exakten Zeitpunkt gibt es dafür nicht, dies ist aus medizinischer Sicht auch nicht von Bedeutung.

Die drei Hauptursachen von Kindernotfällen sind:

  • sämtliche Unfälle, z.B. Ertrinken, Verschlucken von Gegenständen, Verkehrsunfälle, Haushaltsunfälle usw.,
  • plötzliche schwere Erkrankungen, z.B. Allergien, schwere Infektionen, Hitzschlag usw.,
  • Vergiftungen.

In den ersten sechs Monaten sind es besonders Sturzunfälle, z.B. vom Wickeltisch, oder Strangulationen mit Schnüren oder Bändern. Zwischen dem siebenten Monat und dem vierten Lebensjahr kommt es häufig zum Verschlucken von Gegenständen und zu thermischen Verletzungen wie Verbrühungen und Verbrennungen. Kinder unter 15 Monaten haben ein besonders hohes Sturzrisiko. Dies hängt mit der steigenden Mobilität zusammen. Auch der Ertrinkungsnotfall ist in dieser Altersgruppe ein großes Thema. Ab fünf Jahren stehen Sport-, Freizeitverletzungen und Unfälle im Straßenverkehr im Vordergrund. Bei Kindern unter vier Jahren gibt es häufig Schädelverletzungen, während es bei älteren Kindern Verletzungen der Extremitäten (z.B. Arme, Beine) sind.

Wichtige Vorsichtsmaßnahmen

Viele Unfälle mit schweren Folgen für das Kind könnten mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen verhindert werden.

Wichtige Vorsichtsmaßnahmen bei Kleinkindern:

  • „Kindersichere“ Gestaltung des unmittelbaren Umfeldes, z.B. keine Messer, Scheren oder Feuerzeuge liegen lassen.
  • Niemals Kinder unbeaufsichtigt in der Nähe von Gewässern spielen lassen.
  • Kein (Klein-)Spielzeug, das zu einer Verlegung der Atemwege führen kann, verwenden. Auch Münzen nicht offen liegen lassen.
  • Kinder in Fahrzeugen niemals ohne Sicherung transportieren – auch bei kurzen Strecken.
  • Beim Roller-, Rad-, Rollschuh-, Skifahren oder Eislaufen immer einen Helm tragen.
  • Bei Erkrankungen, die über einen gewöhnlichen Infekt hinausgehen, frühzeitig eine Ärztin/einen Arzt aufsuchen.

Besonderheiten bei Kindernotfällen

Um bei einem Kindernotfall gut vorbereitet zu sein, ist es wichtig, einige Besonderheiten, die je nach Alter des Kindes unterschiedlich sind, zu berücksichtigen.

Besonderheiten beim Säugling:

  • Säuglinge und Neugeborene sind nicht in der Lage, ihre Schmerzen mitzuteilen.
  • Ein Schrei kann daher viele Ursachen haben – von harmlos bis lebensbedrohlich.
  • Der Kopf eines Neugeborenen oder Säuglings ist aufgrund der schwachen Halsmuskulatur besonders gefährdet. Zusätzlich ist er relativ schwer, daher ist der Kopf des Kindes bei Unfällen häufig betroffen. Schon kleine Einwirkungen von außen können die kleinen Blutgefäße im Kopf zum Zerreißen bringen. Deshalb ist das Schütteln eines Säuglings oder Neugeborenen lebensgefährlich und unbedingt zu unterlassen!
  • Der Kopf ist bei vielen Neugeborenen und Säuglingen noch wenig behaart. Das hat zur Folge, dass Kinder extrem empfindlich gegenüber Sonnenbestrahlung sind. Deshalb sollten sie immer eine Kopfbedeckung tragen (Sonnenbrand und Sonnenstich!).

Besonderheiten beim Kleinkind:

  • Kinder haben häufig eine emotionale Bindung zu ihrer Umgebung und personifizieren Gegenstände (z.B.: „Der Tisch hat mir wehgetan“).
  • Schmerzen können nicht genau lokalisiert werden, viele Beschwerden werden von Kindern als Bauchschmerzen angegeben.
  • Der Verlust von Flüssigkeit (Blut, Erbrochenes, flüssiger Stuhl) führt viel schneller als bei Erwachsenen zu einem Schockzustand.
  • Eine Störung der Sauerstoffzufuhr kann sehr schnell zu einer Verlangsamung des Herzschlags mit nachfolgendem Herzstillstand führen.


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