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Auge wird eingetropft © galitskaya
Auge wird eingetropft © galitskaya

Trockenes Auge

Bei einem trockenen Auge (Sicca-Syndrom, Keratoconjunctivitis sicca) kommt es zur Benetzungsstörung der Binde- und Hornhaut. Das Auge wird nicht genügend mit Tränenflüssigkeit versorgt bzw. hat die Tränenflüssigkeit nicht die richtige Zusammensetzung an Wasser, Eiweiß und Fett, um am Auge einen benetzenden Effekt zu erzielen. Dies kann unterschiedliche Ursachen haben. Bemerkbar macht sich das trockene Auge unter anderem durch Fremdkörpergefühl, brennende Augen sowie gerötete Bindehaut. Besonders bei einer Zusammensetzungsstörung kann ein vermehrter Tränenfluss auftreten.

Welche Ursachen hat ein trockenes Auge?

Zu den Ursachen zählen u.a.:

  • Verringerung der Produktion des Tränenfilmes im Alter,
  • Schädigung der Tränendrüsen bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises ( rheumatoide Arthritis) oder beim Sjögren-Syndrom,
  • Hauterkrankungen (z.B. Psoriasis, atopische Dermatitis, Akne rosacea etc.)
  • Medikamente (z.B. Betablocker, Antiöstrogentherapie),
  • hormonelle Einflüsse (z.B. Menopause, Basedow-Krankheit).

Äußere Einflüsse wie Wind, verrauchte oder staubige Luft führen ebenfalls zu Beschwerden. Symptome können auch durch Klimatisierung von Räumen und geringe Luftfeuchtigkeit auftreten – z.B. in Zusammenhang mit Bildschirmarbeit („Office Eye Syndrom“) oder nach langen Autofahrten.

Welche Symptome können auftreten?

Das trockene Auge äußert sich neben Trockenheit u.a. durch:

  • brennende Augen, Fremdkörpergefühl (Sandkorngefühl),
  • zeitweises Tränenträufeln,
  • gerötete, reizempfindliche Bindehaut.

Symptome treten vor allem morgens auf.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Zur Diagnose führt die Ärztin/der Arzt eine Anamnese durch, inspiziert Gesichtshaut, Lid etc. und nimmt verschiedene weitere Untersuchungen vor. Die Krankengeschichte gibt ihr/ihm Anhaltspunkte, die Untersuchung mittels Spaltlampe ebenfalls.

Mithilfe des Schirmer-Tests kann die Menge des Tränenfilmes (die Tränenproduktion) untersucht werden. Dafür werden spezielle Filterpapierstreifen verwendet, die in die Lidfalte des unteren Augenlids gehängt werden. Nach etwa fünf Minuten kann die Länge der angefeuchteten Streifen gemessen werden.

Zur Beurteilung kann zudem die Tränenfilmaufrisszeit herangezogen werden. Die Hornhaut wird dabei mit einem Farbstoff (Fluoreszin-Tropfen) angefärbt. Gemessen wird die Zeit bis zum Aufreißen des Tränenfilms nach dem Lidschlag. Mittels Spaltlampe kann die Augenärztin/der Augenarzt Veränderungen bzw. erste Austrocknungsstellen erkennen. Auch mit Bengalrosa kann eine Anfärbung vorgenommen werden, um abgestorbene Zellen zu erkennen. Auch weitere Untersuchungen können notwendig sein – z.B. bei besonders schweren Fällen.

Mithilfe der Untersuchungen kann die Augenärztin/der Augenarzt andere Erkrankungen ausschließen bzw. abgrenzen.

Wie erfolgt die Behandlung?

Um die Beschwerden bei einem trockenen Auge zu lindern, sollten verrauchte, staubige und/oder klimatisierte Räume – sowie andere äußere Einflüsse, die die Beschwerden begünstigen – gemieden werden. Die Erhöhung der Luftfeuchtigkeit in Räumen (Luftbefeuchter) ist ebenfalls hilfreich.

Zur Behandlung der Symptome eines trockenen Auges werden außerdem Tränenersatzmittel („künstliche Tränen“) eingesetzt. Verschiedene Präparate stehen dafür zur Verfügung. Die Ärztin/der Arzt entscheidet nach der individuellen Situation der Patientin/des Patienten. In bestimmten Fällen kann auch eine entzündungshemmende Behandlung notwendig sein (z.B.Kortison, Cyclosporin-A-haltige Augentropfen). Für die Therapie entscheidend ist die Ursache des trockenen Auges.

Zudem kann die Augenärztin/der Augenarzt weitere Maßnahmen in Erwägung ziehen, z.B. das zeitweise Verschließen der Tränenpünktchen mittels Punctum Plugs oder der permanente Verschluss durch einen chirurgischen Eingriff.

Wohin kann ich mich wenden?

Die Augenärztin/der Augenarzt (auch: Ophthalmologin/Ophthalmologe, Fachärztin/Facharzt für Augenheilkunde) diagnostiziert ein trockenes Auge und leitet therapeutische Maßnahmen ein.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen.

Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:

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