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Frau mit Gerstenkorn © Heiko Barth
Frau mit Gerstenkorn © Heiko Barth

Gerstenkorn & Hagelkorn

Rötungen und Schwellungen der Lider können verschiedene Ursachen haben wie beispielsweise Infektionen und Entzündungen der Lidranddrüsen (Meibom-, Moll-, Zeisdrüsen). Diese Drüsen haben verschiedene Funktionen, sie sind z.B. wichtig für die Benetzung des Auges, produzieren beispielsweise Talg oder Schweiß. Eine Infektion bzw. Entzündung dieser Drüsen wird als Gerstenkorn oder Hagelkorn bezeichnet. 

Gerstenkorn (Hordeolum)

Bei einem Hordeolum (Gerstenkorn) handelt es sich um eine akute Infektion von Lidranddrüsen, bedingt durch Bakterien (oft Staphylokokken). Die Infektion kann verschiedene Drüsen betreffen – meist sind die sogenannten Meibomdrüsen betroffen. Das Lid bzw. der Lidrand ist gerötet, geschwollen und schmerzt stark.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Ärztin/der Arzt kann ein Gerstenkorn durch Untersuchung des Auges bzw. Lides (mit der Spaltlampe) erkennen. Sie/er schließt andere Ursachen aus (z.B. eine Tränendrüsenentzündung).

Wie erfolgt die Behandlung?

Behandelt wird das Gerstenkorn im akuten Stadium u.a. mittels Rotlicht. Hierzu sollte das Lid unbedingt geschlossen bleiben, um Schäden an der Hornhaut zu vermeiden. Auch antibiotische Salben werden verwendet. Im schlimmsten Fall ist ein kleiner Einschnitt (Inzision) notwendig, um das Abfließen des Eiters zu ermöglichen. Meist heilt das Gerstenkorn rasch ab, besonders nachdem der Eiter abgeflossen ist. 

Hinweis Tritt ein Gerstenkorn immer wieder und häufig auf, kann dies in Zusammenhang mit Diabetes mellitus stehen. Bei Hautleiden wie Rosacea oder seborrhoischer Dermatitis kann es zu Gerstenkörnern kommen. Auch nicht entferntes Augen-Make-up bzw. verunreinigtes Make-up (Bakterien) kann beispielsweise an einer Entzündung oder Verstopfung der Drüsen beteiligt sein.

Hagelkorn (Chalazion)

Beim Hagelkorn ist die Meibomdrüse chronisch entzündet – d.h. es kommt zur Entzündung und zu knötchenförmigen (granulomatösen) Zellansammlungen. Oft tritt dies durch einen Sekretstau und Verstopfung der Ausführungsgänge der Drüse auf. Ein Hagelkorn kann z.B. infolge eines Gerstenkorns entstehen. Die Knoten schmerzen nicht auf Druck und lassen sich auch nicht verschieben. Eine Vorwölbung ist innerhalb oder außerhalb der Lidhaut bemerkbar.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Ärztin/der Arzt kann ein Hagelkorn durch Untersuchung des Auges bzw. Lides erkennen. Sie/er schließt andere Ursachen aus (z.B. Talgdrüsenkrebs). Eine rasche Abklärung ist daher wichtig. Bei Verdachtsmomenten auf Krebs wird das Gewebe mit dem Mikroskop untersucht.

Wie erfolgt die Behandlung?

Kleinere Hagelkörner können von selbst „verschwinden“. Es kann jedoch auch ein operativer Eingriff unter Lokalanästhesie (örtliche Betäubung) notwendig werden, bei dem ein kleiner Schnitt gesetzt und u.a. das Sekret (entzündetes Gewebe) entfernt wird. Unter Umständen können Injektionen mit Glucocorticoiden vorgenommen werden, um die Rückbildung des Hagelkorns zu beschleunigen.

Wohin kann ich mich wenden?

Die Augenärztin/der Augenarzt (auch: Ophthalmologin/Ophthalmologe, Fachärztin/Facharzt für Augenheilkunde) diagnostiziert ein Gersten- oder Hagelkorn und leitet therapeutische Maßnahmen ein.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die e-card ist Ihr persönlicher Schlüssel zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Alle notwendigen und zweckmäßigen Diagnose- und Therapiemaßnahmen werden von Ihrem zuständigen Sozialversicherungsträger übernommen. 

Bei bestimmten Leistungen kann ein Selbstbehalt oder Kostenbeitrag anfallen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei Ihrem Sozialversicherungsträger. Weitere Informationen finden Sie außerdem unter:


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