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Frau beim Haarefärben © Viacheslav Iakobchuk

Kontaktallergie: Auslöser

Bei einer Kontaktallergie tritt das sogenannte allergische Kontaktekzem auf. Die Haut wird rot und juckt an der Stelle, wo ein direkter Kontakt mit dem auslösenden Stoff bestand. Die Kontaktallergie ist eine Allergie vom sogenannten Spättyp. Bis zum Auftreten der allergischen Reaktion verstreicht eine gewisse Zeit. Die häufigsten Auslöser sind Nickel- und Kobaltsalze.

„Kampf der Zellen“

So kommt es etwa 48 bis 72 Stunden nach dem Kontakt mit dem Allergen zu einer sichtbaren Hautreizung. Näheres zu den verschiedenen Allergietypen erfahren Sie unter Allergien: Wenn das Immunsystem übereifrig ist

Kontaktallergien bzw. das allergische Kontaktekzem entwickeln sich aufgrund einer Reaktion der T-Lymphozyten. Diese wurden schon einmal gegen ein Allergen – einen allergieauslösenden Stoff – sensibilisiert, das an körpereigene Proteine (Eiweiße) gekoppelt ist. Tritt der Kontakt mit dem allergieauslösenden Stoff zum zweiten Mal auf, kommt es zum allergischen Kontaktekzem. Ist die Haut trocken oder entzündet, ist es für das Allergen leichter, in diese zu dringen. Ebenso bei Schwitzen oder Tragen enger Kleidung bzw. von Handschuhen. Forschungen gehen davon aus, dass auch eine genetische Neigung einen Risikofaktor für das Entstehen von Kontaktallergien darstellt. Ebenso sind Atopiker eher gefährdet, sich gegen ein Kontaktallergen zu sensibilisieren

Häufige Kontaktallergene

Bei Verdacht auf eine Kontaktallergie wird ein Allergietest z.B. auf folgende Substanzen durchgeführt:

  • Duftstoffmixe (Mischungen aus Duftstoffen, z.B. in Kosmetika, Hautpflegemitteln)
  • Nickelsulfat – „Nickelallergie“ (z.B. enthalten in Metalllegierungen wie bei Schmuck oder in einigen Kochtöpfen)
  • Kobaltchlorid (z.B. in Mineralölprodukten)
  • Kaliumdichromat (z.B. in gegerbtem Leder oder Zement)
  • Formaldehyd (Konservierungs- und Desinfektionsmittel)
  • Kolophonium (Harz, z.B. in Pflastern)
  • Propolis (Bienenharz)
  • Paraphenylendiamin – PDD (z.B. in Haarfärbemitteln oder Gummi)
  • Perubalsam (z.B. in Parfüm, Zahnpasta)
  • Bronopol (Konservierungsstoff, z.B. in Reinigungsmitteln)
  • Quecksilbersalze (z.B. Thiomersal, das etwa in Hautsalben vorkommen kann)
  • Latex

Am häufigsten lösen Nickel- und Kobaltsalze Kontaktallergien aus. Nicht nur Schmuck kann Nickel enthalten, sondern auch Knöpfe, Brillen, Nahrungsmittel (z.B. Schokolade) und Kochtöpfe. Aber auch Duftstoffe (z.B. in Kosmetika) und Chemikalien in Reinigungs- bzw. Haarfärbemitteln oder Kleidung lösen oft Allergien aus. Es kommen auch Kreuzallergien mit anderen Stoffen vor. Tritt eine sogenannte Kopplungsallergie auf, verursachen zwei unterschiedliche Substanzen gleichzeitig eine Hautreaktion (z.B. bei bestimmten Cremen).

Metalle im Fokus

Metalle können Kontaktallergien verursachen. Auslösend sind meistens Gegenstände des täglichen Gebrauchs, wie z.B. Modeschmuck, Jeansknöpfe. Relevante Metallallergene sind v.a. Nickel (mit einer Häufigkeit von zehn bis 20 Prozent), aber auch Kobalt, Kupfer, Palladium und Chrom. 

Symptome

Einige Stunden bis Tage nach Hautkontakt zu Gegenständen, die ein allergenes Metall freisetzen, kommt es an der entsprechenden Hautstelle zu Juckreiz und Hautveränderungen (Rötung, eventuell kleine Knötchen und Bläschen). Dieses allergische Kontaktekzem bildet sich wieder zurück, wenn die Haut nicht mehr mit dem jeweiligen Metall in Berührung kommt. Andernfalls können dauerhafte Hautveränderungen entstehen – das chronische allergische Kontaktekzem.

Diagnose & Therapie

Die Diagnose ist mit Hauttests leicht zu stellen. Schwierig gestaltet sich oft die Behandlung, besonders wenn eine Allergenvermeidung nicht vollständig möglich ist. In zwei Studien konnte gezeigt werden, dass eine DTPA-(Diethylentriaminpentaessigsäure-)haltige Schutzcreme das Auftreten kontaktallergischer Reaktionen auf Nickel, Kobalt oder Kupfer verhindern kann, indem sie die auf die Haut gelangenden Metallionen dauerhaft bindet.

Beruf als Risiko

Beruflicher Kontakt mit allergieauslösenden Substanzen erhöht das Risiko, an einer Allergie zu erkranken. Es kann allerdings Monate oder Jahre dauern, bis sich diese manifestiert. Weitere Informationen (auch zu versicherungsrechtlichen Fragen) über Berufskrankheiten erhalten Sie auf der Website der AUVA unter www.auva.at.

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