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Frau beim Haarefärben © Viacheslav Iakobchuk
Frau beim Haarefärben © Viacheslav Iakobchuk

Kontaktallergie: Auslöser & Vorbeugung

Für eine Kontaktallergie gibt es viele mögliche Auslöser. Die Haut wird rot und juckt an der Stelle, wo ein direkter Kontakt mit dem auslösenden Stoff bestand. Am häufigsten lösen Metalle (z.B. Nickel) allergische Kontaktekzeme aus.

Auch im beruflichen Bereich kann man allergieauslösenden Substanzen ausgesetzt sein. Erfahren Sie zudem welche vorbeugenden Maßnahmen es gibt. 

Was ist ein allergisches Kontaktekzem?

Bei einer Kontaktallergie tritt das sogenannte allergische Kontaktekzem auf. Die Haut wird rot und juckt an der Stelle, wo ein direkter Kontakt mit dem auslösenden Stoff bestand. Die Kontaktallergie ist eine Allergie vom sogenannten Spättyp. Bis zum Auftreten der allergischen Reaktion verstreicht eine gewisse Zeit. Allergische Kontaktekzeme treten vor allem in den Achseln, auf den Händen, im Gesicht sowie an der Hüfte, der Gesäßspalte, bei den Genitalien, Beinen und Füßen auf. Doch nicht nur die Hautstelle, bei der Kontakt mit dem Allergen bestand, kann ein Ekzem zeigen. Selten streut sich diese Hauterscheinung auf andere Stellen und kann sich sogar auf den ganzen Körper ausbreiten. Manchmal zeigen sich auch Hauterscheinungen, die nicht wie ein Ekzem aussehen – vor allem auf Schleimhäuten wie z.B. der Mundschleimhaut. Dort zeigt sich eine Kontaktallergie vor allem als schlecht heilende Wunde – die sich auch um den Mund herum oder auf die Lippen ausbreiten kann (allergische Kontaktstomatitis).

Wie kommt es zu einem allergischen Kontaktekzem?

Etwa 48 bis 72 Stunden nach dem Kontakt mit dem Allergen kommt es zu einer sichtbaren Hautreizung. Näheres zu den verschiedenen Allergietypen erfahren Sie unter Allergie: Was ist das? Kontaktallergien bzw. das allergische Kontaktekzem entwickeln sich aufgrund einer Reaktion der T-Lymphozyten. Diese wurden schon einmal gegen ein Allergen – einen allergieauslösenden Stoff – sensibilisiert, das an körpereigene Proteine (Eiweiße) gekoppelt ist. Tritt der Kontakt mit dem allergieauslösenden Stoff zum zweiten Mal auf, kommt es zum allergischen Kontaktekzem.

Es gibt jedoch auch eine seltene Kontaktdermatitis vom sogenannten Soforttyp. Dabei treten Urtikaria und Dermatitis an der Stelle des Allergenkontakts unmittelbar nach Kontakt auf (in weniger als dreißig Minuten). Diese gehören eigentlich zu einer anderen Form von Allergie, die normalerweise für Heuschnupfen, Asthma, Lebensmittelallergie und Insektengiftallergie verantwortlich ist. Dies kommt vor allem bei Latex, Katzen- und Hundehaaren, Wurzeln und Gemüsesorten vor.

Ist die Haut trocken oder entzündet, ist es für das Allergen leichter, in diese einzudringen. Ebenso bei Schwitzen oder Tragen enger Kleidung. Forschungen gehen davon aus, dass auch eine genetische Neigung einen Risikofaktor für das Entstehen von Kontaktallergien darstellt. Ebenso sind Atopikerinnen/Atopiker eher gefährdet, sich gegen ein Kontaktallergen zu sensibilisieren.

Welche Ursachen hat eine Kontaktallergie?

Es sind insgesamt über 3.000 Kontaktallergene bekannt. Ein paar hundert von diesen verursachen häufig Allergien. Zu den häufigsten zählen unter anderem:

  • Nickelsulfat – „Nickelallergie“ (z.B. enthalten in Metalllegierungen wie bei Schmuck oder in einigen Kochtöpfen),
  • Duftstoffmixe (Mischungen aus Duftstoffen z.B. in Kosmetika, Hautpflegemitteln),
  • ätherische Öle,
  • Kobaltchlorid (z.B. in Zement, Mineralölprodukten),
  • Kaliumdichromat (z.B. in gegerbtem Leder oder Zement),
  • Formaldehyd (Konservierungs- und Desinfektionsmittel),
  • Isothiazoline (Konservierungsmittel z.B. in Kosmetika oder Reinigungsmittel). Das damit verwandte Methylisothiazonlinon ist in der Europäischen Union in einigen Produkten verboten,
  • Kolophonium (Harz, z.B. in Pflastern),
  • Propolis (Bienenharz),
  • Paraphenylendiamin – PDD (z.B. in Haarfärbemitteln oder Gummi),
  • Medikamente, die auf die Haut aufgetragen werden, insbesondere Antibiotika,
  • Bronopol (Konservierungsstoff, z.B. in Reinigungsmitteln),
  • Pflanzen (z.B. Arnika, Teebaumöl, Propolis, Perubalsam, Scharfgarbe) sowie
  • Tätowierfarben

Am häufigsten lösen Nickel- und Kobaltsalze sowie Chrom Kontaktallergien aus. Nicht nur Schmuck kann Nickel enthalten, sondern auch Knöpfe, Brillen, Nahrungsmittel (z.B. Schokolade) und Kochtöpfe. Aber auch Duftstoffe (z.B. in Kosmetika) und Chemikalien in Reinigungs- bzw. Haarfärbemitteln oder Kleidung lösen oft Allergien aus. Es kommen auch Kreuzallergien mit anderen Stoffen vor. Tritt eine sogenannte Kopplungsallergie auf, verursachen zwei unterschiedliche Substanzen gleichzeitig eine Hautreaktion (z.B. bei bestimmten Cremen).

Es gibt eine Kennzeichnungspflicht für einige, wenige Duftstoffe, die Allergien auslösen können (INCI-Liste) sowie eine Vorschrift für den Maximalgehalt von Nickel in Modeschmuck (europäische Chemikalienverordnung – REACH). Nähere Informationen zu Duftstoffkennzeichnungen finden Sie auf der Website der AGES , nähere Informationen zu Nickel in der Rechtsvorschrift der Nickelverordnung.

Selten entsteht ein allergisches Kontaktekzem über die Aufnahme nickelhaltiger Nahrungsmittel (z.B. Schokolade, Soja bzw. andere Hülsenfrüchte, schwarzer Tee) oder durch Übertragung in der Luft (z.B. von Chemikalien wie Epoxidharzen).

Beruf als Risiko

Beruflicher Kontakt mit allergieauslösenden Substanzen erhöht das Risiko, an einer Allergie zu erkranken. Es kann allerdings Monate oder Jahre dauern, bis sich diese zeigt. Weitere Informationen (auch zu versicherungsrechtlichen Fragen) über Berufskrankheiten erhalten Sie auf der Website der AUVA unter www.auva.at.

Wie kann man einer Kontaktallergie vorbeugen?

Als Vorbeugung und begleitend zu einer Therapie der Kontaktallergie empfiehlt es sich neben Vermeidung des auslösenden Stoffes, schonende Hautreinigungsmittel mit einem pH-Wert zwischen sechs und 6,5 zu verwenden und sich nach dem Waschen gut abzutrocknen. Zudem erweisen sich Kosmetika ohne Duft- und Konservierungsmittel als hilfreich.

Naturkosmetika, die häufig als „rein natürlich“ angepriesen werden, enthalten oft hoch allergene Substanzen, z.B. Perubalsam. Bevor Sie Kleidungsstücke zum ersten Mal anziehen oder neue Bettwäsche verwenden, waschen Sie diese, um Rückstände aus der Textilherstellung zu entfernen. Auch die richtige Verwendung von Sonnenschutzmitteln kann helfen, einer Kontaktallergie vorzubeugen bzw. diese zu verhindern. Ihre Apothekerin/Ihr Apotheker bzw. Ihre Hautärztin/Ihr Hautarzt berät Sie über passende Präparate.

Tipps zur Handpflege

Hände sind besonders oft Substanzen ausgesetzt, z.B. bei der Handreinigung oder beim Putzen. Treten Ekzeme an den Händen auf, helfen praktische Tipps, diesen vorzubeugen bzw. sie – begleitend zur jeweiligen Behandlung – zu lindern. Zu diesen zählen z.B.:

  • Hände mit seifenfreien Reinigungssubstanzen waschen – auf gutes Abtrocknen achten, auch zwischen den Fingern.
  • Mehrmals am Tag die Hände mit einer von der Ärztin/dem Arzt empfohlenen Salbe/Creme eincremen.
  • Schutzhandschuhe beim Umgang mit Putzmitteln bzw. Polituren tragen.
  • Bei kaltem Wetter stets Handschuhe tragen.
  • Werden Ringe getragen, diese regelmäßig reinigen – ebenso die Haut unter den Ringen.

Was ist ein irritatives Kontaktekzem?

Zu unterscheiden ist das allergische Kontaktekzem vom sogenannten irritativen Kontaktekzem, bei dem keine Allergie vorliegt, sondern eine Hautirritation. In diesem Fall sind auch die Allergietests negativ, das Erscheinungsbild ist aber ähnlich. Der Ausschlag tritt Minuten bis Stunden nach dem Kontakt auf. Er äußert sich weniger durch Juckreiz als durch Schmerzen und ist scharf begrenzt. Er kann auch chronisch werden (chronisch-irritative Hautreaktion) und schuppt dann, auch die Haut verdickt sich. Vor allem Hände, Augenlider, der Bereich um den Mund können dabei betroffen sein.

Irritative Kontaktekzeme entstehen durch direkte Schädigung der Haut durch Substanzen oder Faktoren, die irritativ-toxisch sind. Zu diesen können z.B. zählen:

  • Reinigungsmittel,
  • Desinfektionsmittel,
  • Haarfärbemittel,
  • Nahrungsmittel (Hautkontakt mit rohem Fisch, Fleisch, Obst, Gemüse),
  • Hitze, Kälte (z.B. auch bei Wasser),
  • Pflanzen,
  • Quallen, Raupenhaare (z.B. vom Eichenprozessionsspinner),
  • Zementstaub, Holzstaub etc. ,
  • mechanische Belastungen sowie
  • Glaswolle.
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