Nukleare und radiologische Unfälle

Schwere Unfälle in Kernkraftwerken (KKW) sind zwar wenig wahrscheinlich, können aber nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Bei schweren KKW-Unfällen werden große Mengen an radioaktiven Stoffen in die Atmosphäre freigesetzt und mit der Luftströmung weiträumig verteilt. Durch Niederschläge werden die radioaktiven Stoffe aus der Luft ausgewaschen und auf Boden, Bewuchs und Gegenständen im Freien abgelagert. Je stärker die Niederschläge während des Durchzugs der radioaktiv kontaminierten Luftmassen sind, desto höher ist das Ausmaß der radioaktiven Verunreinigung (Kontamination). Über kontaminierte Futtermittel (z.B. Gras) kommt es anschließend auch zu einer radioaktiven Kontamination von tierischen Lebensmitteln (z.B. Milch).

Unfallszenarien & Belastungspfade

Die infolge eines KKW-Unfalles freigesetzten radioaktiven Stoffe können auf verschiedenen Pfaden zu einer Strahlenbelastung von Menschen führen. Die wesentlichsten Belastungspfade sind:

  • Externe Strahlenbelastung durch radioaktive Stoffe in der Luft und am Boden sowie auf Haut und Kleidung.
  • Interne Strahlenbelastung durch Einatmen von radioaktiven Stoffen und Aufnahme mit der Nahrung.

Neben KKW-Unfällen gibt es noch weitere Unfallszenarien, deren Auswirkungen aber regional viel begrenzter bleiben. Beispiele dafür sind der Absturz von Satelliten mit nuklearer Energieversorgung, Unfälle mit radioaktiven Strahlenquellen oder Terroranschläge mit radioaktiven Stoffen (Stichwort: „Schmutzige Bombe“).

Schutz vor Strahlenschäden

Die zuständigen Strahlenschutzbehörden treffen umfangreiche Vorkehrungen, um die Bevölkerung im Notfall rasch und wirksam vor gesundheitsgefährdenden Strahlenbelastungen zu schützen.

  • Das österreichweite Strahlenfrühwarnsystem überwacht seit nunmehr über 30 Jahren das Bundesgebiet auf radioaktive Verunreinigungen in der Luft und am Boden. Die Messwerte sind tagesaktuell im Internet abrufbar.
  • Die Notfallpläne des Bundes und der Länder umfassen Schutzmaßnahmen und Verhaltensempfehlungen für die Bevölkerung. Dazu zählen etwa Empfehlungen für den Aufenthalt in Gebäuden oder die Einnahme von Kaliumiodidtabletten.

Weitere Informationen:

Die verwendete Literatur finden Sie im Quellenverzeichnis.

Letzte Aktualisierung: 13. Dezember 2021

Abgenommen durch: Redaktion Gesundheitsportal

Expertenprüfung durch: Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz

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