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Senior mit Arbeitsgerät im Garten © Günter Menzl

Meine kleine Grünoase

Was gibt es Schöneres, als nach all den Mühen die Ernte des eigenen Gemüsegartens zu bewundern und zu verkosten. Nicht jeder hat einen grünen Daumen und das Geschick, ein Pflanzenparadies hochzuziehen und auch zu pflegen. Doch bereits mit geringem Aufwand lassen sich grüne Welten in unsere Umgebung integrieren – sei es im Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse, ja sogar auf dem Fensterbrett lassen sich „grüne Lungen“ anpflanzen . . .

Den inneren Gärtner wecken

Die Natur ist ein ausgeklügeltes System. Von Menschenhand angelegte Gärten und Kulturen weichen jedoch oft von diesem natürlichen Gleichgewicht ab. Pflanzen und Tiere sollten im naturnahen und ökologischen Garten gut aufeinander abgestimmt sein. Auch in diesem Zusammenhang ist das Prinzip der Vielfalt von Vorteil.

Die wichtigsten Elemente naturnahen Gärtnerns

  • So verlockend manch exotische Pflanze im Gartencenter auch sein mag, am besten eignen sich für den naturnahen Garten heimische Pflanzen. Sie sind an hiesige Bedingungen angepasst und robuster gegenüber Schädlingen und Krankheiten. Bevorzugen Sie darüber hinaus biologisch zertifiziertes Saatgut.
  • Das Bereitstellen ökologischer Nischen bietet Tieren Lebensraum. Sie finden beispielsweise in Steinhaufen oder Holzstapeln Zufluchtsort und Brutstätte. So können Sie Nützlinge in Ihren Garten locken und Schädlingen natürlich begegnen.
  • Verwenden Sie organischen Dünger und biologische Pflanzenschutzmaßnahmen. Zum Schutz von Pflanzen und Tieren sollte auf chemisch-synthetisch, mineralische Dünge- und Spritzmittel verzichtet werden. Orientierungshilfe bieten Ökosiegel.
  • Beim Kauf von Blumen- und Gemüseerde sollten Sie auf torffreie Produkte achten. Durch den Torfabbau geschädigte Moore zählen in Europa zu den stark gefährdeten Lebensräumen.
  • Ein Komposthaufen ist die beste Möglichkeit, organische Abfälle wiederzuverwerten und auf synthetische Düngemittel zu verzichten. Direkter Kontakt mit dem Boden sollte gegeben sein. Kompost liefert den Pflanzen alle wichtigen Nährstoffe. Als Faustformel gilt: Eine Schaufel Kompost pro m2 und Jahr sind für Pflanzen mit mittlerem Nährstoffbedarf ausreichend! Eine Überdüngung wird damit vermieden und das Grundwasser geschont.
  • Im Garten, auf Balkon und Terrasse sollte mit Wasser sparsam umgegangen werden. Es lohnt sich daher, in einer Regentonne oder anderen Behältnissen Regenwasser aufzufangen und es zum Gießen zu verwenden. Das Abdecken der Regentonne verhindert die Vermehrung von Gelsen.
  • Durch Mulchen – das Bedecken der Erde mit natürlichen Materialien wie z.B. Holzfasern, Stroh oder regionalem Rindenmulch – wird rasches Austrocknen vermindert. Das reduziert Stress für die Pflanzen und spart auch Wasser.
  • Weitere wichtige Maßnahmen sind das Beachten von Fruchtfolgen und Mischkulturen.

Wertvolle Tipps und Informationen zu geeigneten Materialien für den naturnahen Garten und zu diversen Bio- und Gütesiegeln bietet die Broschüre Wohlfühloase Naturgarten – Einkaufsratgeber für Gartenprodukte (BMLFUW/„die umweltberatung“).

Mischkulturen und Fruchtfolge

Bestimmte Pflanzen leben harmonisch nebeneinander, sie unterstützen sich gegenseitig, so ist z.B. Lavendel zwischen Rosen gepflanzt gut gegen den typischen Blattlausbefall der Rosen. Narzissen können Wühlmäuse vertreiben, Knoblauch bietet mehltau- und rostgefährdeten Pflanzen Schutz, Karotten und Zwiebel schützen sich gegenseitig vor Schädlingen. Die Kombination von einander unterstützenden Pflanzen (sogenannte Partnerpflanzen) kann die Bodengesundheit fördern. Auch die richtige Fruchtfolge von Gemüsepflanzen sollte beachtet werden: Pflanzen haben unterschiedliche Nährstoffbedürfnisse und beanspruchen den Boden daher mehr oder weniger. Man unterscheidet sogenannte Stark-, Mittel- und Schwachzehrer.

Es empfiehlt sich daher, nicht Jahr für Jahr im selben Beet das gleiche Gemüse anzubauen. Nach einem Starkzehrer wie z.B. Tomate, Gurke, Paprika, Kürbis sollte ein Mittel- oder Schwachzehrer wie z.B. Karotte, Salat oder Spinat gesetzt werden. Zwei Starkzehrer nebeneinander konkurrieren zudem um Nährstoffe. Das Setzen in Mischkulturen und Beachten geeigneter Fruchtfolgen macht Pflanzen robuster und bringt bessere Erträge mit hoher Qualität.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

Natürliches Düngen

Pflanzen sind nicht zwingend auf synthetische Dünger, Stärkemittel etc. angewiesen. Im naturnahen Garten stehen vielerlei alternative Möglichkeiten der Düngung zu Verfügung. Die wohl natürlichste Methode, Pflanzen zu stärken, ist das Beleben des Bodens mit Kompost – das schließt den Kreislauf der Natur. Der Komposthaufen ist ein zentrales und unverzichtbares Element im naturnahen Garten: Das Wiederverwerten biogener Abfälle aus Küche und Garten, wie z.B. Baum- und Grasschnitt, Obst- und Gemüseabfälle, im Komposthaufen zieht Mikroorganismen und Kleinlebenwesen an, die den Zersetzungsvorgang in die Gänge bringen.

Frischer Kompost – fertig ist er bereits nach ca. zwei bis sechs Monaten – ist noch sehr intensiv und sollte nicht für empfindliche Gewächse wie z.B. Jungpflanzen verwendet werden, sondern eher für Starkzehrer. Reifen Kompost erhält man nach sechs Monaten bis zu einem Jahr. Er kann universell eingesetzt werden und hat eine krümelige Struktur. Man kann auch selbst flüssigen Dünger herstellen. So ist z.B. Jauche aus Brennnessel ein natürlicher flüssiger Stickstoffdünger, wirkt kräftigend auf die Pflanze und hilft auch gegen Blattläuse.

Hinweis Durch die Verwendung von Kompost kann auf Torfprodukte verzichtet werden.

Pflanzendünger selbst gemacht: So geht's!

Dazu Brennnesseln sammeln, zerkleinern, in einem Gefäß mit Wasser ansetzen und zehn bis zwanzig Tage unter gelegentlichem Umrühren stehen lassen. Unter Einfluss der Sonnenwärme und des Luftsauerstoffs beginnt die Mischung zu gären und zu schäumen. Ist die Jauche bräunlich, kann sie als Dünger verwendet werden. Auch Beinwell und Farnkraut dienen als Pflanzenstärkungsmittel.

Weitere Informationen erhalten Sie bei „die umweltberatung“:

Hereinspaziert: Nützlinge einladen

Nicht jedes Getier im Garten oder auf dem Balkon sollte als ungebetener Gast betrachtet werden. Nützlinge wie z.B. Ohrwurm, Spinne, Marienkäfer, Igel und Biene sorgen für das Wohl der Pflanzen und tragen zum Gleichgewicht in Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse bei. Sie sind jedoch auf Nischen und Unterschlupforte zum Überwintern und zur Aufzucht des Nachwuchses angewiesen. Laden Sie die Nützlinge daher ein, zu Ihnen auf Besuch zu kommen! Hilfreich sind hierfür geeignete Lebensräume wie z.B. Nistkästen, Totholz, Trockensteinmauern oder Ohrwurmtopf. Auch ein Gartenteich (z.B. für Schmetterlinge, Frösche oder Wildbienen) oder ein Steinhaufen sind dazu geeignet.

Weitere Informationen zu Nützlingen im Garten erhalten Sie unter:

Urban Gardening und City Farming

Nicht Jede/Jeder ist stolze Besitzerin/stolzer Besitzer eines Gartens. Gerade in Städten und im urbanen Umfeld mangelt es an freien Flächen und Nischen, auf dem man sich gärtnerisch entfalten könnte. Mit etwas Geschick, Flexibilität und Kreativität lässt sich auch auf einer kleinen Loggia, einer windausgesetzten Terrasse, im betonierten Innenhof oder sogar auf der Fensterbank das eigene Fleckchen „Grün“ umsetzen. Noch mehr Freude macht es natürlich, wenn man Selbstangebautes ernten und naschen kann!

Jüngere Begriffe für das Gärtnern in den Städten sind „City Farming“ oder „Urban Gardening“ – beides Ausdruck dafür, dass auch in der Urbanität immer mehr dem Bedürfnis nachgekommen wird, in Einklang mit der Natur zu leben und sich aktiv in Wechselbeziehung mit ihr zu setzen. Dabei geht es den Stadtgärtnerinnen und Stadtgärtnern nicht nur um den Genuss von selbstangebautem Obst, Gemüse oder Kräutern. Das Miteinander in Gemeinschaftsgärten trägt zu einer Intensivierung der Nachbarschaft (Gesund in der Nachbarschaft) bei und wirkt der Anonymität in der Stadt entgegen. Die biologische Vielfalt im städtischen Bereich wird gefördert, und Kindern kann der Umgang mit der Natur sowie die Herkunft von Lebensmitteln nähergebracht werden.


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