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Discjockey vor Mischpult © Warren Goldswain

Laute Musik und Gesundheit

Clubbings, Diskotheken oder Rockkonzerte leben von lauten Rhythmen, so wie ein Orchester oder eine Musikkapelle von ihrem vollen Klang. Laute Musik wird bewusst eingesetzt, um ihre Wirkung zu verstärken. Allerdings kann dabei schnell die Grenze zur Gesundheitsgefährdung überschritten werden, ohne dass es von den Anwesenden wahrgenommen wird. Die Folgen merkt man oft erst kurz danach: Tinnitus-Geräusche oder ein beeinträchtigtes Hörvermögen, das sich erst nach Tagen wieder normalisiert, sind Zeichen, dass man den Ohren zu viel zugemutet hat.

Dem Gehör eine Chance geben

Auch bleibende Gehörschäden können durch lauten Musikkonsum entstehen, z.B. durch längeres Tanzen direkt neben den Lautsprechern oder durch wiederholte Überlastungen, wenn dem Gehör keine Erholung gegönnt wird. Das Risiko betrifft jedoch nicht nur Besucherinnen und Besucher von Musikevents, sondern vor allem die Künstlerinnen/Künstler und Angestellten. Riskant ist das Hören lauter Musik über Kopfhörer. Es kommt also auf die Summe der persönlichen Gewohnheiten an, ob Musikhören ein positives Erlebnis ohne Gesundheitsfolgen bleibt.

Schutz vor Gehörschäden

So können sich Personen, die laute Musikveranstaltungen besuchen, vor Hörschäden schützen:

  • Vermeiden Sie extrem laute Musikeinwirkungen z.B. in der Nähe der Lautsprecher.
  • Gönnen Sie dem Ohr immer wieder Erholung in ruhigeren Bereichen.
  • Tragen Sie einen Gehörschutz, z.B. kaum sichtbare Ohreinsätze.

Welche Musikgewohnheiten können schaden?

Bestimmte Musikgewohnheiten tragen das Risiko eines lärmbedingten Gehörschadens. Ein hohes Risiko besteht, wenn mehrere Faktoren zusammenkommen. Dazu zählen:

  • Häufige Besuche sehr lauter Musikveranstaltungen,
  • häufiges sehr lautes Musikhören über Kopfhörer sowie
  • zusätzliche Lärmbelastungen im Alltag, z.B. im Beruf.

Mögliche Gesundheitsgefahren von extremen Musikgewohnheiten sind Hörschwächen, Schwerhörigkeit oder Ohrgeräusche (Tinnitus). Eine Hörminderung kann langsam voranschreiten und wird oft von den Betroffenen nicht bemerkt, obwohl bereits dauerhafte Schäden bestehen.

Hinweis Je höher die Lautstärke und die Dauer des Lärms, desto größer das Gesundheitsrisiko.

Jugendliche besonders gefährdet

Das deutsche Umweltbundesamt hat in einer Studie festgestellt, dass viele Jugendliche extreme Musikgewohnheiten pflegen, die mit der Gefahr eines Hörschadens verbunden sind. Expertinnen/Experten schätzen, dass rund zehn Prozent der Jugendlichen aufgrund von lauter Musik schon in jungen Jahren an einer messbaren Hörminderung leiden, von der sie aber oft nichts wissen.

Lärm bei Musikevents

Das Arbeitsinspektorat geht nach stichprobenartigen Schallpegelmessungen aus dem Jahr 2005 davon aus, dass bei mehr als 90 Prozent der untersuchten Großdiskotheken Grenzwertüberschreitungen im Veranstaltungsbetrieb vorliegen können. In Diskotheken, bei Clubbings, Pop- und Rockkonzerten oder in Musiklokalen und Festzelten wird Musik sehr laut gespielt. Oft steigern die DJs im Laufe eines Events die Lautstärke bis an die Schmerzgrenze. So werden in Diskos häufig Dauerschallpegel um die oder über 100 dB erreicht.

Gesetzliche Regelungen und Grenzwerte

Durch gesetzliche Regelungen sollen die Besucherinnen und Besucher von Musikveranstaltungen vor Gehörschäden geschützt werden:

Laut den „Anleitungen für den Schallschutz von Personen bei Musikdarbietungen“ des Forum Schall gilt für den Publikumsbereich ein Grenzwert von 93 dB (Dauerschallpegel LA,eq).
Bei bestimmten Veranstaltungen (z.B. Pop- und Rockkonzerte, Clubbings etc.) können ausnahmsweise unter bestimmten Bedingungen etwas höhere Dauerschallpegel erreicht werden, sie dürfen aber in keinem Fall einen Dauerschallpegel von 100 dB übersteigen. Weiters gilt:

  • Es sind an die Besucher gratis ÖNORM-geprüfte Gehörschutzmittel mit einer Schalldämmung von mindestens 15 dB abzugeben, 
  • das Publikum ist auf die mögliche Gesundheitsgefährdung des Gehörs aufmerksam zu machen,
  • die Einhaltung eines Immissionspegels von 100 dB ist über Begrenzungs- oder Überwachungseinrichtungen sicherzustellen, und
  • der Nahbereich von Lautsprechern, in denen der Grenzwert von 100 dB überschritten wird, ist gegen Zutritt durch Besucher zuverlässig abzuschranken.

Bei Tanzveranstaltungen und Diskotheken gilt zusätzlich zu oben angeführten Bedingungen ein Grenzwert von 95 dB gemessen am Rande der Tanzfläche, wobei in sonstigen Aufenthaltsbereichen der Grenzwert von 93 dB eingehalten sein muss.

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