Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Frau mit angespanntem Gesichtsausdruck hält Hand vor Augen © natalielb

Stress: Auswirkung auf Körper & Psyche

Jeder Mensch reagiert auf Stresssituationen anders. So bekommt der eine Kopfschmerzen, der andere empfindet innere Unruhe. Stress äußert sich durch verschiedene körperliche und psychische Symptome – beispielsweise nächtliches Zähneknirschen, Rückenschmerzen, Angst, Reizbarkeit etc. Auch psychosomatische Erkrankungen können zum Teil stressbedingt sein . . .

Stress zeigt vielfältige Symptome

Generell lassen sich Symptome, die in Zusammenhang mit Stress gebracht werden können, in folgende Kategorien einteilen:

  • körperlich (z.B. Verspannungen, Zittern),
  • geistig (z.B. geringe Konzentrationsfähigkeit, verlängerte Reaktionszeiten),
  • psychisch (z.B. Resignation, Panikgefühle, Freudlosigkeit),
  • Verhalten (z.B. Veränderungen im Essverhalten, übertriebene Reaktionen oder gesteigerter Konsum von Alkohol/Kaffee/Nikotin).

Hormone spielen eine Rolle

Während einer akuten Stressreaktion führt das autonome Nervensystem (unterliegt nicht der Willenssteuerung) Regie – und zwar der Sympathikus. Dieser Teil des Nervensystems ist unter anderem für Aktivierung, Flucht und Kampf zuständig. Der Parasympathikus ist der Gegenspieler des sympathischen Nervensystems und reguliert Prozesse, die in körperlicher Ruhe stattfinden wie z.B. Nahrungsaufnahme oder Wachstum.

Zu Beginn der akuten Stressreaktion werden Adrenalin und Noradrenalin freigesetzt. Das sind Hormone aus dem Nebennierenmark. Sie bewirken u.a. eine Erweiterung der Bronchien, einen Anstieg des Blutdrucks und des Blutzuckers.
In Stressreaktionen wird auch das Hormon Kortisol aus der Nebennierenrinde freigesetzt. Seine Wirkung hält mehrere Stunden an. Auch dieses Hormon lässt Blutdruck und Blutzucker ansteigen. Außerdem beeinflusst Kortisol den Gehirnstoffwechsel. Es hält den Körper in Alarmbereitschaft. DHEA (Dehydroepiandrosteron) hingegen dämpft die Wirkung von Kortisol. Es ist sozusagen sein Gegenspieler und verhindert, dass das Stresssystem aus dem Ruder gerät.

Auf Kampf oder Flucht programmiert

All diese Stressantworten sind biologisch sinnvoll. Wenn wir auf alles seelenruhig reagieren würden, könnten wir Gefahren nicht bewältigen. Das Stress- und Antistresssystem rührt allerdings noch von Zeiten her, in denen Kampf oder Flucht oft das Leben bestimmten. Das heutige Leben ist jedoch durch völlig andere Stressoren gekennzeichnet (z.B.Doppelbelastung durch Familie und Beruf, Leistungsdruck etc.), die allerdings über einen längeren Zeitraum wirken. Der Mensch kann auch meist nicht unmittelbar auf diese Stressreize mit Bewegung („Flucht“) reagieren, die helfen würde, den Stress abzubauen.

Erfolgen bei Dauerstress keine passenden Gegenmaßnahmen wie etwa Entspannung, Änderung der Situation, Konfliktlösung etc., schüttet der Körper kontinuierlich Kortisol aus. Dieser Stress kann krank machen. Beispiele, die zur ständigen Kortisolausschüttung führen können, sind unlösbare Konflikte, Überforderung am Arbeitsplatz oder in der Schule, familiäre Probleme etc. In dieser Phase kann es passieren, dass sich Menschen zurückziehen und Depression, Burnout oder andere Erkrankungen entstehen. Auch das Immunsystem wird durch andauernden Stress geschwächt.

Informationen zu Stress und seinem Zusammenhang mit Psychosomatik finden Sie unter Entstehung von psychosomatischen Erkrankungen.

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse