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Grafik weibliche Geschlechtsorgane © Anna Gutmann

Sterilisation der Frau

Neben den zeitlich beschränkten Methoden zur Schwangerschaftsverhütung – wie beispielsweise Pille, Spirale, Kondom – gibt es auch operative Verfahren, die den Eintritt einer Schwangerschaft auf Dauer verhindern. Dabei wird mithilfe einer Operation eine dauerhafte Unfruchtbarkeit herbeigeführt. Dieses Verfahren ist sowohl bei der Frau als auch beim Mann durchführbar. Das Sexualleben wird durch eine Sterilisation nicht eingeschränkt. Es wird weder die Hormonproduktion noch das Lustempfinden beeinträchtigt . . .

Was Sie vor der Sterilisation bedenken sollten

Die Entscheidung für eine Sterilisation sollte von der betroffenen Frau sehr gut überlegt sein. Folgende Punkte sollten dabei eine maßgebliche Rolle spielen: 

  • Haben Sie Ihre Familienplanung bereits abgeschlossen?
  • Sind Sie bereits älter als 25 Jahre?
  • Haben Sie bereits Kinder?
  • Ist die Sterilisation Ihre eigene Entscheidung?

Lassen Sie sich niemals zu einer Sterilisation drängen oder überreden. Denn eine erfolgreiche Refertilisierung kann nicht garantiert werden. Das Bewusstsein der „Unfruchtbarkeit“ kann darüber hinaus zu psychischen Problemen führen. Daher ist es auch sinnvoll, dass die betreuende Ärztin/der betreuende Arzt den Eingriff vorher mit dem Paar gemeinsam bespricht.

Wie wird eine Sterilisation durchgeführt?

Bei der Frau wandert nach jedem Eisprung die befruchtungsfähige Eizelle von den Eierstöcken über den Eileiter zur Gebärmutter. Nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr bewegen sich die Spermien in Richtung Eileiter – zum Ort der Befruchtung. Um den Transport der Eizelle von den Eierstöcken zur Gebärmutter und das Zusammentreffen von Ei- und Samenzelle zu verhindern, wird bei der Sterilisation der Frau die Durchgängigkeit des Eileiters unterbrochen. Dies geschieht normalerweise entweder durch Verschmelzung mittels elektrisch erzeugter Hitze (Elektrokoagulation) oder durch einen Kunststoff-Titan-Clip.

Der operative Zugang erfolgt dabei über kleine Schnitte, wodurch spezielle Instrumente und eine kleine Kamera in den Bauchraum eingebracht werden können (Laparoskopie). Der Eingriff wird meist ambulant durchgeführt.

Welche Risiken hat eine Sterilisation?

Das Operationsrisiko betrifft vor allem Verletzungen innerer Organe (z.B. des Darms), Entzündungen oder Blutungen. Derartige Komplikationen sind allerdings selten. Der Eingriff selbst erfolgt entweder ambulant oder stationär und unter Vollnarkose. Durch eine Sterilisation wird weder die Hormonproduktion noch das Lustempfinden beeinträchtigt. Das Sexualleben wird dadurch nicht eingeschränkt.

Das eigentliche Ziel der Sterilisation – ein dauerhafter Empfängnisschutz – wird jedoch in ein bis zwei Prozent der Fälle nicht erreicht. Das bedeutet, dass trotz sachgerechter Durchführung der Operation nicht bei allen Frauen das Zusammentreffen von Ei- und Samenzelle verhindert werden kann.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten?

Die Kosten einer Sterilisation werden nur bei medizinischer Notwendigkeit von der Sozialversicherung übernommen. Zum Beispiel, wenn eine Schwangerschaft eine bestehende Krankheit verschlimmern und damit das Leben der Frau gefährden würde. Wird sie lediglich als Verhütungsmethode persönlich bevorzugt, müssen die Kosten von ungefähr 500 bis 1000 Euro (die Kostenangaben sind als Richtwert zu sehen) selbst getragen werden.

Kann eine Sterilisation rückgängig gemacht werden?

Manchmal kommt es zu einer Veränderung der Lebensumstände einer sterilisierten Frau, die zu einem erneuten Kinderwunsch führt (zum Beispiel neuer Partner nach einer Scheidung bzw. Trennung, Tod eines Kindes). In solchen Fällen ist es prinzipiell möglich, die Fruchtbarkeit der Frau wiederherzustellen (Refertilisierung). Mithilfe mikrochirurgischer Operationstechnik werden dabei die vorher getrennten Eileiterenden wieder miteinander verbunden. Ob eine normale Schwangerschaft daraufhin tatsächlich zustande kommt, hängt insbesondere von der bei der Sterilisation verwendeten Operationstechnik ab.

Die am häufigsten verwendete Methode der Elektrokoagulation bietet vergleichsweise schlechte Aussichten, wohingegen bei der Clip-Sterilisation nach einer Refertilisierung deutlich bessere Schwangerschaftsraten von bis zu 70 Prozent möglich sind. Aber auch der zeitliche Abstand zur Sterilisation sowie das Alter der Frau sind entscheidende Faktoren für den Erfolg einer Refertilisierung.

Nach Durchführung einer Refertilisierungsoperation sollte sich die Frau allerdings etwas schonen. Vor allem ihr persönliches Empfinden entscheidet darüber, wann sie wieder Geschlechtsverkehr haben kann.

Wie erfolgt die Abdeckung der Kosten der Refertilisierung?

Die relativ hohen Kosten für eine Refertilisierungsoperation werden von der Sozialversicherung nicht übernommen und müssen selbst getragen werden.

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