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Spermien befruchten Eizelle © Sebastian Kaulitzki

Wie kommt es zur Befruchtung?

Wenn es beim Geschlechtsverkehr zum Samenerguss kommt, wird das Sperma durch Muskelkontraktionen des Samenleiters tief in die Scheide der Frau befördert. Ein Samenerguss besteht aus durchschnittlich zwei bis sechs Milliliter Sperma. Darin sind ungefähr 20 bis 150 Millionen Spermien pro Milliliter enthalten, die sich vor allem durch die Bewegung ihrer Schwanzfäden fortbewegen. Den Spermien dient dabei als „Wegzehrung“ der in der Spermaflüssigkeit enthaltene Fruchtzucker . . .

Der Duft der Eizelle

Damit die Spermien auch sicher den Weg zur Eizelle finden, sendet sie Lockstoffe aus. Diese werden von den Spermien mithilfe ihrer Geruchsrezeptoren aufgenommen und dienen als Wegweiser im Eileiter. Durch den Duft der Eizelle verdoppeln die Spermien sogar ihre Geschwindigkeit. Jedoch erreichen nur wenige ihr tatsächliches Ziel. Denn nur 100.000 bis 300.000 von Millionen Spermien dringen in den Gebärmutterhals ein. Der Rest stirbt innerhalb von einer Stunde im sauren Scheidenmilieu ab. Im Gebärmutterhals wiederum wird ein Großteil der Spermien zwischengelagert. Fehlgebildete oder weniger bewegliche Exemplare werden herausgefiltert. Daher erreichen den Ort der Befruchtung – den Eileiter – nur noch 300 bis 600 Samenzellen. Dort verschmilzt die nach dem Eisprung in das äußere Drittel des Eileiters transportierte Eizelle mit einer einzigen Samenzelle. Im Fall von zweieiigen Zwillingen befruchten zwei Samenzellen zwei Eizellen.

Die Eizelle bleibt für ungefähr 24 Stunden befruchtungsfähig, danach stirbt sie ab. Der Zeitraum, in dem eine Frau schwanger werden kann, ist allerdings um einiges größer. Denn die Spermien können im Eileiter und in der Gebärmutter zwischen zwei und fünf Tagen – teilweise bis zu einer Woche – auf die Eizelle warten, ohne ihre Befruchtungsfähigkeit zu verlieren. Damit ist eine Schwangerschaft auch dann möglich, wenn ein ungeschützter Geschlechtsverkehr bereits einige Tage vor dem Eisprung stattgefunden hat.

Eine Frage der Fruchtbarkeit

Damit es zu einer Schwangerschaft kommen kann, müssen nicht nur die biologischen Voraussetzungen der Frau (wie zum Beispiel intakte Hormonfunktionen) gegeben sein. Ebenso wesentlich ist die Frage nach der Fruchtbarkeit des Mannes. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Anzahl, Form und Beweglichkeit der Spermien im Ejakulat. So sollten zum Beispiel mindestens 60 Prozent von mehr den 20 bis 150 Millionen Samenzellen pro Milliliter Sperma normal geformt und lebhaft beweglich sein.

Hinweis Noch vor dem eigentlichen Samenerguss können Spermien über den sogenannten Lusttropfen (= Präejakulat) in die Scheide der Frau gelangen. Eine ungewollte Schwangerschaft kann sogar dann zustande kommen, wenn Spermien über die Hände in die Vagina gelangen. Dies ist zum Beispiel beim Petting möglich, daher sollte auch in diesem Fall ein Verhütungsmittel verwendet werden.

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