Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Zwei Erwachsene und mehrere Kinder auf dem Flur in der Schule © Christian Schwier

Schulangst: Vorbeugung & Behandlung

Eine gute Atmosphäre in der Schule kann der Entstehung von Schulangst vorbeugen. Deshalb ist es von großem Vorteil, sich die Schule, in die das Kind gehen soll, genau anzusehen. Was bietet die Schule? Wo sind die Besonderheiten? Passt sie zu meinem Kind? Wie viel Wert wird auf den Umgang mit Gefühlen gelegt? Gibt es Kontinuität in der Betreuung (eine Lehrerin/einen Lehrer über mehrere Jahre)? Entspricht die Schulform den Begabungen und Leistungsniveaus des Nachwuchses? Tritt Schulangst auf, gibt es zahlreiche Hilfsmöglichkeiten.

Schulangst vorbeugen

Hilfreich kann auch der Austausch mit anderen Eltern sein. Viele Schulen bieten Tage der offenen Tür an, um sich ein Bild vom Schulalltag machen zu können. Mama und Papa sind große Vorbilder für die Sprösslinge, und ein angenehmes Familienklima wirkt sich auf alle Lebensbereiche positiv aus. Wenn in der Familie Angst oder Gefühle generell nie thematisiert werden, kann es sein, dass ein Kind auch niemals davon spricht – weil man „einfach nicht darüber redet“. Gehört der offene Umgang mit Emotionen zum täglichen Leben, fällt es oft leichter, Schulangst anzusprechen. So ist etwa Wertschätzung ein wesentlicher Faktor, das Selbstbewusstsein eines Kindes zu stärken. Ein Lob tut immer gut! Allerdings kann nicht generell gesagt werden, dass Angst vor der Schule durch diese Bemühungen verhindert werden kann. Trotzdem sind die oben genannten Maßnahmen Schritte in die richtige Richtung.

Hilfe bei Schulangst

Was kann man tun, wenn das eigene Kind unter Schulangst leidet? Wohin kann man sich wenden? Es gibt eine Reihe von Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern, die Hilfe bieten. Natürlich ist es auch wichtig, das Gespräch mit Lehrerinnen und Lehrern zu suchen.

Körperliche Symptome müssen zuerst auf organische Ursachen ärztlich untersucht werden. Ebenfalls hilfreich zur Seite stehen Schulpsychologinnen und Schulpsychologen. Wenn notwendig, kann eine Psychotherapie eingeleitet werden, z.B. eine Familientherapie

Hilfreiche Informationen zu Ansprechpartnerinnen/Ansprechpartnern sind im Folgenden kurz angeführt:

  • Wenn Sie auf der Suche nach Ärztinnen/Ärzten (z.B. Fachärztinnen/Fachärzte für Kinder- und Jugendheilkunde oder für Kinder- und Jugendpsychiatrie) sind, hilft Ihnen unsere Arztsuche.
  • Informationen über Schulärztinnen/Schulärzte finden Sie unter www.schularzt.at.
  • Nähere Informationen über Schulpsychologinnen/Schulpsychologen finden Sie unter www.schulpsychologie.at.
  • Informationen über Psychotherapie finden Sie z.B. unter www.psychotherapie.at(Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie – ÖBVP) sowie unter www.oekids.at (Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie).

Was können Eltern tun?

Eltern können eine Menge tun, um ihren Kindern bei der Bewältigung von Schulangst zu helfen: vom Zuhören und Verstehen über Gespräche mit Lehrerinnen/Lehrern bis hin zur Organisation professioneller Hilfe. Im Behandlungsprozess ist auch die regelmäßige Arbeit mit den Eltern wesentlich und mit deren Einverständnis auch die Zusammenarbeit mit Kindergarten oder Schule.

Schnelle Hilfe bei akuter Schulangst

Es gibt eine Reihe von Maßnahmen, die Eltern sofort ergreifen können, wenn ihr Kind an akuter Schulangst leidet. Dazu gehört beispielsweise, für sein Kind einfach da zu sein und ihm das Gefühl zu vermitteln, ernst genommen zu werden. Besonders hilfreich ist es, wenn beide Elternteile für das ängstliche Kind da sind. Denn jeder kann anders helfen und Werte vermitteln. Auch eine Umarmung tut gut und zeigt: „Du kannst dich auf mich verlassen. Ich bin für dich da.“ Damit adäquate Hilfe möglich ist, muss die Angstquelle gefunden werden. Durch Zuhören und Einfühlungsvermögen kann der Ursache auf den Grund gegangen werden. Eltern und Kinder stehen dem Problem nicht alleine gegenüber. Es gibt eine Reihe professioneller Ansprechpartnerinnen/Ansprechpartner und Unterstützung. 

Auch Kinder und Jugendliche können suizidgefährdet sein. Nehmen Sie diesbezüglich alle Hinweise ernst und kontaktieren Sie unverzüglich eine Ärztin/einen Arzt! Beispiele für Warnsignale finden Sie unter Suizidgefahr erkennen.

Kindern den Rücken stärken

Mit Sensibilität für die Gefühls- und Gedankenwelt von Kindern lässt sich leichter erkennen, ob Grund zur Sorge besteht. Offenheit ist ebenso wirksam, denn was ausgesprochen wird, verliert oft seinen Schrecken bzw. kann im Anschluss daran Abhilfe geschaffen werden. Lernen und Schule sind wichtig, aber nicht alles im Leben. Daher ist es wesentlich, auch Platz für anderes zu schaffen. Spielerisch die Welt zu entdecken darf nicht zu kurz kommen!

Auch Stärken fördern hat positive Auswirkungen – das Selbstbewusstsein erhöht sich, Begabungen können sich entfalten. Wer sich sicher und stark fühlt, hat weniger Angst. Sie sollte allerdings nicht ausgeblendet, sondern in jedem Fall ernst genommen werden. Wo Worte keinen Platz finden, helfen oft kreative Ausdrucksweisen wie etwa malen. Außerdem gibt es spezielle Bücher (z.B. Bilderbücher, Märchen), die sich mit kindlicher Angst beschäftigen und zu deren Bewältigung motivieren.

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen Transparente Grafik zwecks Webanalyse