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Lächelndes Mädchen in Klasse © Monkey Business

Psychosoziale Gesundheit in der Schule

Der Ausdruck „psychosoziale Gesundheit“ leitet sich von der Gesundheitsdefinition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ab. Die WHO definiert Gesundheit als einen Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens. Psychosoziale Gesundheit bedeutet, jemand fühlt sich wohl und kann seine eigenen Fähigkeiten verwirklichen. Zudem meint der Begriff auch die Kompetenz, mit einem normalen Maß an Belastungen im Leben zurechtzukommen, produktiv zu sein und einen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten. Auch in der Lebenswelt Schule spielt psychosoziale Gesundheit somit eine große Rolle.

Leistungsdruck & Co

Folgende Faktoren wirken sich beispielsweise – je nachdem positiv oder negativ – auf die psychosoziale Gesundheit von Schülerinnen und Schülern aus:

  • erlebter sozialer und Leistungsdruck,
  • eigenes Leistungsniveau und die Zufriedenheit damit,
  • Beziehungen zum Lehrpersonal und untereinander,
  • Klassenatmosphäre,
  • Ergonomie und Bequemlichkeit des Sitz-/Arbeitsplatzes,
  • das Gefühl, die passende Schule gewählt zu haben.

Stress und psychosomatische Beschwerden

Weltweit leiden zirka 20 Prozent aller acht- bis 18-jährigen Kinder und Jugendlichen an einer psychischen Störung oder Erkrankung. Zu den häufigsten zählen Angststörungen (z.B. Schulangst, Schulphobie), aggressives Verhalten sowie depressive und hyperkinetische Störungen (z.B. ADHS). Auch psychosomatische Beschwerden treten nicht selten auf. In der Untersuchung verschiedener Datenquellen zeigt sich ein deutlicher Anstieg von kinder- und jugendpsychiatrischen Diagnosen.

So ist es nicht überraschend, dass eine nicht zu unterschätzende Anzahl an Schülerinnen und Schülern durch diverse psychovegetative Beschwerden (z.B. psychisch bedingte Übelkeit oder Kopfschmerzen) bzw. Schulstress belastet ist. Zwischen der 4. und 8. Schulstufe leiden vor allem Mädchen immer häufiger an psychosomatischen Beschwerden – wie etwa Rückenschmerzen, Nervosität oder Erschöpfung. Treten körperliche und/oder psychische Beschwerden auf, ist immer eine ärztliche Abklärung erforderlich, um eine organische Ursache auszuschließen.

Die Schule ist der „Arbeitsplatz“ für die Schülerinnen und Schüler. Auch hier zeigen sich Unzufriedenheiten, u.a. zu kurze Pausen oder ungemütliche Klassenräume.

Psychosoziale Gesundheitsförderung und Prävention

Die psychosoziale Gesundheit wird vom ganzen schulischen Umfeld beeinflusst und ist somit bei fast allen Ansätzen schulischer Gesundheitsförderung ein zentrales Thema. Es gibt aber auch Ansätze, die speziell auf psychosoziale Gesundheit fokussieren.

Bei Maßnahmen der psychosozialen Gesundheitsförderung und Prävention richten sich die Schwerpunkte z.B.

  • auf Schülerinnen/Schüler mit bereits bestehenden psychischen Problemen,
  • darauf, psychosoziale Beeinträchtigungen bei gefährdeten Kindern und Jugendlichen zu verhindern (bzw. zu mindern), oder
  • darauf, die psychosoziale Gesundheit aller Schülerinnen/Schüler zu fördern.

Allgemeine Informationen hierzu finden Sie unter Gesundheitsförderung in der Schule.

Lebenskompetenzen stärken

Jene Einflussfaktoren, die trotz widriger Umstände eine günstige Entwicklung fördern, werden Schutzfaktoren genannt. Sie schützen, indem sie negative Effekte von Risikofaktoren abschwächen. Zu diesen schützenden Faktoren bei Kindern und Jugendlichen zählen beispielsweise Kompetenz im Umgang mit Problemen, soziale Beziehungen und Identifikation mit der Schule (etwa Zugehörigkeitsgefühl). Förderung von psychosozialer Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen kann die Resilienz (Widerstandskraft gegen negative Einflüsse) erhöhen.

Die Stärkung von sogenannten Lebenskompetenzen (life skills) steht dabei häufig im Mittelpunkt. Sie soll die Resilienz steigern und somit ermöglichen, auch mit schwierigen Lebenssituationen zurechtzukommen. Zu den Lebenskompetenzen zählen z.B. Kommunikation, Selbstbehauptung, Einfühlungsvermögen, kritisches Denken, Selbstreflexion oder Stressmanagement. Der Ansatz, Lebenskompetenzen zu optimieren, zeigt sich wirkungsvoll hinsichtlich:

  • Förderung von positiver sozialer Anpassung,
  • Verbesserung schulischer Leistungen oder
  • Bewältigung von Aggressionen.

Gutes Schulklima zum Wohlfühlen

Ein positives Schulklima stärkt das Wohlbefinden. Wenn sich Belastungen und negativer Stress im Lebensraum Schule anhäufen, belastet das nachweislich Schülerinnen und Schüler. Das Schulklima kann durch Maßnahmen im Bereich der Förderung von psychosozialer Gesundheit verbessert werden, z.B. durch Einführen von Verhaltensregeln oder Möglichkeiten, das Umfeld mitzugestalten. Angebote zu Konflikt- und Krisenbewältigung für Schülerinnen/Schüler mit besonderen Bedürfnissen sind ebenso wichtig wie empfehlenswert. Die Stärkung von Lebenskompetenzen aller Personen im Lebensraum Schule spielt bei der Schaffung und Erhaltung einer guten Schulatmosphäre eine wesentliche Rolle. Unterstützung für Lehrpersonal kann z.B. in Form von Supervision oder Coaching hilfreich sein.

Informationen zu Gewalt und Mobbing an Schulen finden Sie unter Gewalt und Mobbing.

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