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Mädchen steht vor Wand © konradbak
Mädchen steht vor Wand © konradbak

Körperliche Veränderungen bei Mädchen

Kennzeichnend für den Beginn des Übergangs vom Kind zum Erwachsenen ist die Pubertät. Der Körper wächst in relativ kurzer Zeit ziemlich schnell und verändert sich. Viele verschiedene Entwicklungen führen zum ausgewachsenen Körper – und zur sogenannten Geschlechtsreife.

Im Körper finden während dieser Zeit besonders viele Veränderungen statt – manche davon sind äußerlich sichtbar, andere passieren eher versteckt im Inneren des Körpers und werden oft nicht bewusst wahrgenommen. Zudem nabeln sich beispielsweise Jugendliche in der Zeit des Erwachsenwerdens von den Eltern ab, Interessen prägen sich aus, und in der Gefühlswelt kann es turbulent zugehen.

Die Veränderungen beim Erwachsenwerden passieren nicht von heute auf morgen, sondern der Prozess dauert einige Jahre. Die Pubertät verläuft bei jedem anders. Bei den einen setzt sie früher ein, bei den anderen später. Erste Anzeichen der Pubertät treten bei Mädchen in etwa zwischen neun und dreizehn Jahren auf.

Wachstum & weibliche Körperformen

Wann die Pubertät beginnt, wie lange sie dauert und wie sie abläuft, ist unterschiedlich. Bereits bevor von außen bemerkbar wird, dass die Pubertät begonnen hat, geben  Hormone den Startschuss für Umbaumaßnahmen im Körper. Eines der ersten Anzeichen der körperlichen Veränderungen ist das schnelle Körperwachstum. Dadurch verändert sich die Größe, aber auch die Proportionen des Körpers verschieben sich. Nicht immer wachsen alle Körperteile gleichzeitig. Durch eine vermehrte Produktion des Wachstumshormons Somatotropin (STH) sowie des Insulin-like growth factor 1 (IGF-1) – und unter Einfluss der Sexualhormone – beginnt der Körper zu wachsen und das Skelett (die Knochen) zu reifen. Erste Anzeichen für weibliche Körperformen (Brust, breitere Hüfte im Verhältnis zur Taille, ausgeprägtere Oberschenkel) werden sichtbar. Das liegt zum Teil an der Entwicklung der Knochen und Muskeln, aber auch an der Fettverteilung. Mädchen setzen z.B. eher an Becken und Oberschenkeln Fettgewebe an als Burschen, Burschen z.B. eher an Bauch und Oberkörper.

Es kann sein, dass sich manchmal Mädchen in ihrem „neuen“ weiblichen Körper nicht so richtig wohl fühlen. Sie versuchen, mit einseitigen Diäten und Hungerkuren die Fettpölsterchen loszuwerden. Diese bringen aber langfristig kaum Erfolge. Im Gegenteil: Sie können dem Körper schaden und führen meist zu mehr Kilos als davor. Wer schlank sein möchte, orientiert sich besser an gesunder, ausgewogener Ernährung. Ein besseres Körpergefühl kann übrigens auch durch Sport erreicht werden. Mehr Infos zur Bewegung.

Sexuelle Entwicklung & Hormone

Die „Umbaumaßnahmen“ und hormonellen Veränderungen stehen im Zusammenhang mit der Produktion von Sexualhormonen. Für die sexuelle Entwicklung des Körpers sind sowohl männliche (Androgene) als auch weibliche Hormone (Östrogene) notwendig. Männliche Hormone sind bei Mädchen allerdings in viel geringerem Ausmaß vorhanden als bei Burschen. Primäre Geschlechtsmerkmale reifen heran (Eierstöcke, Gebärmutter, Scheide). Und auch die sogenannten sekundären Geschlechtsmerkmale wie Brüste der Frau oder Achsel- und Intimbehaarung (Schambehaarung) entwickeln sich. Alle diese Veränderungen passieren nicht von heute auf morgen, sondern über Jahre hinweg. Ein besonders markanter Zeitpunkt der Pubertät bei den Mädchen ist die erste Regelblutung (auch Menarche genannt). Weitere Infos zur Regelblutung.

Die Veränderungen während der Pubertät können sich zum Leidwesen vieler Teenager auch durch fettiger werdende Haut und Pickel zeigen – in manchen Fällen bis hin zur Akne.

Während der Pubertät werden auch Drüsen aktiv, sodass man stärker schwitzt und anders riecht. Körperhygiene wie regelmäßiges Duschen ist deshalb besonders wichtig. Mehr zu Körperhygiene gibt es in den Broschüren:

Entwicklung der Brust (Thelarche)

Wann das Brustwachstum beginnt und wie lange es dauert, ist individuell verschieden. Auch diese Entwicklung ist hormongesteuert. Die Entwicklung der Brüste verläuft über Jahre. Bereits einige Zeit vor der ersten Regelblutung und unter dem Einfluss der Hormone beginnt der Körper meist Drüsen-, Fett- und Bindegewebe aufzubauen. Die Brust ist unter anderem darauf ausgerichtet, mithilfe der Milchdrüsen ein Baby stillen zu können.

Manchmal entwickeln sich im Laufe der Pubertät die Brüste unterschiedlich schnell – sodass eine größer ist als die andere. Es kann auch sein, dass nach Abschluss des Brustwachstums die Brüste nicht die gleiche Größe haben und sich ein wenig unterscheiden. Auch die Form der Brust kann ganz unterschiedlich sein. Diese ist genetisch festgelegt und von Frau zu Frau verschieden. Die Brust kann außerdem sehr empfindlich sein.

Scham- und Achselhaare

Mit der Pubertät wachsen auch die ersten Schamhaare (Pubarche) – auf dem sogenannten Venushügel, an den äußeren „Scheidenlippen“ (Venuslippen, Vulvalippen, Schamlippen). Auch das ist völlig normal und kann wiederum ganz unterschiedlich sein. Weniger oder mehr Haare, heller oder dunkler etc. Außerdem entwickeln sich die Achselhaare. Viele Mädchen entfernen die Intim- (Scham-) und Achselhaare aus ästhetischen Gründen. Aus medizinischen oder hygienischen Gründen muss das jedoch nicht sein. Jedenfalls sollte man beim Entfernen der Haare sehr vorsichtig vorgehen. Die Haut ist in diesen Bereichen sehr empfindlich, kann leicht gereizt werden und sich beispielsweise entzünden.

Umbau im Gehirn

Auch im Kopf von Mädchen und Burschen spielen sich viele Veränderungen ab. Zellen sterben ab, Verbindungen ebenfalls, neue entstehen, bestehende Verbindungen werden gestärkt. Kognitive Fähigkeiten prägen sich aus (z.B. Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Integration von Information und Selbstkontrolle). Abstraktes Denken verbessert sich während der Pubertät. Belastungen und angenehme Reize werden von den Jugendlichen intensiver wahrgenommen. Die Steuerung des Schlaf-Wach-Rhythmus (ebenfalls durch das Gehirn) ändert sich zudem. Jugendliche gehen daher oft später schlafen als vor der Pubertät. Zudem wachsen auch andere Organe, z.B. der Herzmuskel während der Pubertät.

Verfrühte Pubertät (Pubertas praecox) – Verzögerte Pubertät (Pubertas tarda)

Die Pubertät verläuft bei jedem Menschen anders. Bei den einen setzt sie früher ein, bei den anderen später. Erste Anzeichen der Pubertät treten bei Mädchen in etwa zwischen neun und dreizehn Jahren auf. Sekundäre Geschlechtsmerkmale wie beispielsweise Brust können sich jedoch auch früher zeigen. Das kann unterschiedliche Ursachen haben und völlig normal sein. In jedem Fall sollte eine verfrüht einsetzende Pubertät (z.B. vor dem vollendeten 8. Lebensjahr) sicherheitshalber medizinisch abgeklärt werden. Dafür kann man sich an eine Fachärztin/einen Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde wenden.

Auch wenn die Pubertätsentwicklung nicht einsetzt, sollte dies ärztlich abgeklärt werden, beispielsweise wenn die Menarche (erste Regelblutung) nicht eintritt. Bei plötzlichem sowie längerem Stillstand der bereits begonnenen Pubertätsentwicklung, sollte dies ebenfalls mit der Ärztin/dem Arzt besprochen werden. 

Beides, sowohl ein zu frühes Einsetzen als auch eine verzögerte Pubertät sollten unter anderem deshalb rasch abgeklärt werden, da Entwicklungsverzögerungen oftmals große Unsicherheiten für die Betroffenen bedeuten – und die Frage auftauchen kann, „ob etwas nicht stimmt“.

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