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Junges Paar im Bett © cultura2

Rund ums erste Mal

Viele Teenager machen sich Gedanken über das erste Mal, lange bevor es wirklich stattfindet. Zahlreiche Fragen stellen sich: Wie wird es sein? Wird es weh tun? Werde ich die Erwartungen der Freundin/des Freundes erfüllen können? Soll ich es auch tun, weil die anderen es schon getan haben? Ist es schlimm, wenn ich jetzt noch nicht will? Wird es bei der Verwendung des Kondoms eine Panne geben? Und vieles, vieles mehr. Unsicherheiten sind ganz normal – genauso wie Kribbeln, Vorfreude und große Gefühle . . .

Der richtige Zeitpunkt

Einen „richtigen Zeitpunkt“, der für alle gilt, gibt es nicht. Manche Teenager haben früher ihren ersten Sex, andere später. Oft ist es auch nicht geplant, sondern passiert einfach. Umso bedeutender ist es, rechtzeitig über den Körper und über Verhütung Bescheid zu wissen – und das Thema auch anzusprechen. Denn ein Mädchen kann auch schon beim ersten Mal schwanger werden.

Für viele Teenager ist es wichtig, das erste Mal mit jemandem zu erleben, den sie wirklich lieben, mit dem sie über alles reden können und dem sie vertrauen. Auf jeden Fall sollte man auf seine Gefühle hören und, auch wenn es schwer fällt, „Nein“ sagen, wenn man sich noch nicht dazu bereit fühlt. Das sollte auch von der Partnerin/dem Partner respektiert werden. In einer ruhigen und sicheren Atmosphäre fällt es leichter über alles zu reden.

Sex läuft nicht immer nach einem festgelegten Programm ab und schon gar nicht so wie in vielen Filmen und Zeitschriften dargestellt. (Anfangs-)Schwierigkeiten sind völlig normal. Ängste und Unsicherheiten sind es ebenfalls. Während Jungs Zweifel haben, ob es mit der Erektion (steifer Penis) auch klappt und sie mit dem Kondom zurechtkommen, machen Mädchen sich häufig Gedanken darüber, ob sie auch alles „richtig machen“ und ob es vielleicht weh tun wird. Beide haben Angst, dass sie vor dem jeweils anderen nicht mehr gut dastehen, wenn sie noch warten möchten. Das kann verunsichern und an sich zweifeln lassen.

Petting – Küssen & Zärtlichkeit

Beim Petting geht es um Kuscheln, Küssen, zärtlich sein und einander streicheln. Auch die Geschlechtsorgane wie Scheide oder Penis können einbezogen und stimuliert werden. Sensible Stellen gibt es am Körper viele, so zählen z.B. Brustwarzen oder Nacken zu den erogenen Zonen. Besonders empfindlich reagieren etwa Penis (Eichel) und Kitzler auf Berührung. Allerdings wird der Penis beim Petting nicht in die Scheide eingeführt. Auch hier gilt: wie weit jede/jeder gehen möchte, entscheidet jede/jeder selbst. In jedem Fall sollte man sich nicht zu etwas zwingen lassen, was man gar nicht will.

Beim Petting kann es passieren, dass der so genannte Lusttropfen aus dem Penis des Burschen austritt. Auch kann es zu einem Samenerguss kommen. Bereits der Lusttropfen, der vor dem Samenerguss des Jungen austritt, kann Samenzellen enthalten. Gelangt Samenflüssigkeit des Jungen in die Scheide, kann es zu einer Schwangerschaft kommen, auch wenn kein Geschlechtsverkehr stattgefunden hat. Deshalb sollte man darauf achten, dass keine Samenflüssigkeit in den Bereich der Scheide gelangt – beispielsweise über die Hände.

Das Jungfernhäutchen

Dringt der Penis beim ersten Mal in die Scheide ein, kann das Jungfernhäutchen gedehnt werden oder reißen („Entjungferung“). Für manche Mädchen ist das schmerzhaft, für andere nicht. Es kann sein, dass es blutet. Aber das ist nicht immer so. Mehr zum Jungfernhäutchen gibt es unter Anatomie der Frau.

Auch wenn das Mädchen zwar möchte, verliebt und entspannt ist, kann der Körper trotzdem anders reagieren, als geplant – etwa durch die Aufregung. So kann z.B. die Scheide trocken bleiben – d.h. Scheidenflüssigkeit, die beim Geschlechtsverkehr als natürliches Gleitmittel dient, fehlt und das Eindringen des Penis tut weh. Dann sollte man besser auf das „no-go“ des Körpers hören, noch warten und es später wieder probieren. Solche Situationen können übrigens auch später im Leben immer wieder einmal passieren. Denn Sex läuft nicht immer nach Plan ab.

Angst vorm Versagen

Für die Burschen ist der erste Geschlechtsverkehr ebenfalls aufregend. Ein wichtiges Thema spielt dabei oft die Größe des Penis. Sexuelle Befriedigung ist jedoch nicht allein von der Größe abhängig. Auch die Gefühle nehmen beispielsweise eine wesentliche Rolle ein. Stress und Probleme können etwa die Stimmung vermiesen.

Viele Burschen sind vor allem bei den ersten Malen so erregt, dass es zu einem vorzeitigen Samenerguss kommt, noch bevor der Penis in die Scheide eingedrungen ist oder knapp danach. Meist legt sich das mit der Zeit. Allerdings lässt sich der Körper auch hier nicht „programmieren“ und manchmal klappt es einfach nicht so, wie man möchte. Dann gilt: Sich Zeit lassen, nichts erzwingen, locker nehmen und Erfahrungen sammeln. Missgeschicke und „Pannen“ gehören dazu.

Der Orgasmus

Bekommt ein Junge einen Samenerguss, spricht man auch von einem Orgasmus oder sexuellen Höhepunkt. Die Samen werden gemeinsam mit der Samenflüssigkeit auf dem Höhepunkt der sexuellen Erregung stoßartig herausgeschleudert. Dies geschieht durch rhythmisches Zusammenziehen der Penismuskulatur. Bei Mädchen zieht sich bei einem Orgasmus die Muskulatur im Vaginalbereich zusammen und entspannt sich wieder. Nicht bei jedem Sex muss es zu einem Orgasmus kommen, auch wenn es schön war. Stress, Anspannung, Probleme, Müdigkeit, aber auch Alkohol können beispielsweise dazu beitragen, dass der Orgasmus ausbleibt. Durch Selbstbefriedigung (z.B. selbst streicheln der empfindlichen Bereiche wie Eichel oder Kitzler) kann es zu einem Orgasmus kommen. Außerdem ist Selbstbefriedigung eine gute Möglichkeit seinen Körper kennenzulernen.

Mehr zum Körper der Frau: Anatomie der Frau

Mehr zum Körper des Mannes: Anatomie des Mannes

Jugendschutz & Sex

Kinder und Jugendliche stehen in Österreich unter besonderem gesetzlichen Schutz, der sich auch auf den Bereich Sexualität bezieht. Wie alt muss man sein, um Sex haben zu dürfen, und wie alt muss die Partnerin/der Partner sein? Und wann macht man sich strafbar? Jugendgerechte Infos zu den gesetzlichen Regelungen und Sex gibt es auf www.kija.at.

Genaue Infos zu Recht und sexuellen Kontakten findet man auf www.help.gv.at.

Weitere Infos

Infos rund um das Thema „erstes Mal“ erhalten Mädchen und Burschen bei Beratungsstellen. Information und Beratung finden Jugendliche außerdem über die Info Suche von feel-ok.at. 

Informationen gibt es außerdem in der Broschüre Love, Sex und so des Jugendministeriums.

Weitere Infos zu erzwungenem Geschlechtsverkehr erhält man unter Sexualisierte Gewalt.

Infos sowie eine Linksammlung zu „Sexualität & Liebe“ bietet das Österreichische Jugendportal.

Einen Film mit Infos zu Liebe, Sexualität und Verhütung gibt es unter dem Broschürenservice der Frauengesundheit der Stadt Wien (Sex we can?!).

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