Gesundheitsportal
Inhaltsbereich
Junge Frau raucht auf der Strasse © Fotolia/Sergey Petermann
Junge Frau raucht auf der Strasse © Fotolia/Sergey Petermann

Nikotinsucht vermeiden, Nichtraucher bleiben 

Wer sich angewöhnt hat, regelmäßig zu rauchen, tut sich oft sehr schwer, wieder davon loszukommen. Erste Raucherfahrungen finden z.B. schon im Jugendalter statt. Der Weg in die Nikotinsucht ist oft kurz. Rauchen beeinträchtigt die Gesundheit und kann nachgewiesenermaßen zu schweren Erkrankungen führen. Trotz dieser bekannten Risiken ist Rauchen nach wie vor verbreitet.

Zur Rauchprävention ist frühes Gegensteuern besonders bei Kindern und Jugendlichen entscheidend. Viele Faktoren können zur Entstehung einer Sucht beitragen. Wichtig ist unter anderem, Risikofaktoren für eine Nikotinsucht zu erkennen und zu vermeiden. Dabei spielen z.B. Erwachsene und bei Jugendlichen auch gleichaltrige Nichtraucherinnen und Nichtraucher als Vorbilder eine Rolle.

Was kann ich tun?

Wie kann man selbst vermeiden, mit dem Rauchen anzufangen und nikotinabhängig zu werden? Wer eigentlich Nichtraucherin oder Nichtraucher bleiben möchte, aber doch manchmal Lust auf eine Zigarette verspürt, sollte sich über die Gründe klar werden. Was bringt mir das Rauchen? Was erwarte ich mir davon? Wenn man die Situationen kennt, in denen man zum „Glimmstängel“ greifen möchte, weiß man auch, welchen man auszuweichen kann.

Bei der Entwicklung einer Abhängigkeit von einer Substanz wie Nikotin spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Sowohl die Faktoren, wie auch deren zusammenwirken, ist individuell verschieden. 

Folgendes kann jedoch dabei helfen, gar nicht erst zur Zigarette zu greifen:

  • Selbstwertgefühl verbessern: Unsicherheiten oder fehlende Ziele im Leben führen dazu, dass Rauchen als Ersatzhandlung dient. In jedem Alter können Phasen der Unsicherheit und Veränderung zu dem Wunsch führen, sich in Suchtmittel wie Nikotin zu flüchten. Rauchen soll aber auch ein bestimmtes Lebensgefühl ausdrücken. Dabei spielt die Werbung eine wichtige Rolle. Auch der Wunsch nach Anerkennung durch Freunde (Gruppendruck) kann ein Auslöser sein. Andere sind mit ihrem Körpergewicht oder ihrer Figur nicht zufrieden und erhoffen sich z.B., durch Rauchen abzunehmen.
  • Stress bewältigen: Lernen Probleme zu lösen und Belastungen zu bewältigen. Dazu gehört auch die Fähigkeit, sich nicht zu viel vorzunehmen und auch Nein sagen zu können.
  • Probleme anpacken: Probleme können dann gelöst werden, wenn man ihnen auf den Grund geht und die Dinge beim Namen nennt. Dabei helfen Gespräche mit vertrauten Personen. Unter Umständen ist auch professionelle Hilfe (z.B. durch eine Psychotherapie) sinnvoll, um eine schwierige Lebenssituation besser meistern zu können. Manchmal hilft es, einfach etwas Abstand zu gewinnen, um den Kopf frei zu haben. 
  • Positives erleben, Ziele setzen: Egal ob Laufen, Musik machen oder eine neue Sprache lernen – sportliche, kulturelle oder geistige Aktivitäten können das Selbstwertgefühl stärken, wirken positiv auf die Stimmung und lenken vom Rauchen ab. Erfolgserlebnisse helfen ebenfalls.
  • Richtig entspannen: Es ist wichtig zu wissen, wie man sich entspannt, ohne zu einer Droge wie Nikotin zu greifen. In Pausen kann man Rauchrituale durch andere Gewohnheiten ersetzen, z.B. Tee trinken, Obst essen oder Entspannungsübungen machen. Zum sich richtig Entspannen gehört auch, sich bewusst Zeit für sich selbst zu nehmen und z.B. ein Buch zu lesen, Musik zu hören oder Bummeln zu gehen.  
  • Sich informieren: Wenn man die Gefahren des Rauchens kennt, kann man sich leichter dagegen entscheiden.
  • Vorbild sein: Nichtraucherin/Nichtraucher zu sein und bewusst aufs Rauchen zu verzichten bedeutet, Verantwortung für andere zu übernehmen, z.B. für seine Kinder, für Kolleginnen/Kollegen oder für Freunde.
  • Alter: Besonders gefährdet sind Jugendliche. Ihre Einstellungen und Werte bilden sich unter anderem in der Pubertät aus, auch ihr Rauchverhalten. Jugendliche wollen durchs Rauchen auch zeigen, dass sie erwachsen werden. Eine Nikotinabhängigkeit kann sich dann auch rasch entwickeln.

Weitere Infos finden Sie unter Risiko- und Schutzfaktoren.

Jugend- und Nichtraucherschutz

Eltern können einen wirksamen Beitrag zur Rauchprävention leisten, indem sie ihre Kinder aufklären und unterstützen, nicht mit dem Rauchen zu beginnen, und vor allem selbst als Vorbild nicht rauchen.

Laut Jugendschutzgesetz der einzelnen Bundesländer ist seit 2019 das Kaufen und Konsumieren von Zigaretten und verwandten Erzeugnissen (E-Zigarette, Wasserpfeife, Kautabak etc.) für Jugendliche unter 18 Jahren verboten. Am Schulgelände und den dazugehörigen Freigelände darf schon länger nicht geraucht werden.

Weitere Informationen:

Drucken RSS-Feed Teilen Feedback
Zum Seitenanfang springen