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Salzstreuer © Claudio Baldini
Salzstreuer © Claudio Baldini

Natrium und Chlorid

Der Mineralstoff Natrium kommt in allen Zellen und Körperflüssigkeiten vor. Er steht in engem Zusammenhang mit Chlorid – zusammen bilden sie das Speisesalz (NaCl). Natrium und Chlorid sind lebensnotwendig und spielen zusammen mit Kalium eine wichtige Rolle im Elektrolyt- und Wasserhaushalt des Körpers. Natrium und Chlorid sind erforderlich für die Aufrechterhaltung verschiedener Zell- und Körperfunktionen, so z.B. der Regulation des Flüssigkeitsvolumens, des Blutdrucks und des Säure-Basen-Haushalts.

Natrium spielt zudem eine Rolle bei der Reizübertragung im Nervensystem und aktiviert viele Enzyme. Chlorid ist zudem wichtig für die Bildung der Salzsäure in den Belegzellen des Magens. Somit spielt Chlorid nicht nur bei der Verdauung, sondern auch bei der Abwehr von Krankheitserregern eine Rolle. Insgesamt liegt die Aufnahme an Natrium und Chlorid über den empfohlenen Zufuhrsmengen: Grund ist der hohe Konsum an Salz über die Nahrung.

Wo sind Natrium und Chlorid enthalten?

Natrium kommt in nahezu allen Lebensmitteln vor – natürlicherweise und in Form von Speisesalz (Kochsalz, NaCl = Natriumchlorid). Chlorid kommt überwiegend zusammen mit Natrium vor. Hauptquelle für Natrium und Chlorid ist Speisesalz; ca. 90 % der Natrium- und Chloridzufuhr erfolgen über NaCl. Insbesondere verarbeitete Nahrungsmittel sind reich an NaCl. Hierzu zählen u.a. verarbeitete Fischprodukte, Fleisch- und Wurstwaren, Brot und (Knabber)-Gebäck, Käse, Fertiggerichte, Suppen, Saucen oder Snacks. Ein Zuviel an Salz steht in Verbindung mit der Entstehung von Bluthochdruck und somit indirekt auch mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Wie viel Natrium und Chlorid brauchen wir?

  • Natrium: Der genaue Bedarf ist nicht bekannt. Der Schätzwert für eine angemessene Zufuhr für Erwachsene (25 bis < 51 Jahre) pro Tag nach den D-A-CH-Referenzwerten liegt bei 1.500 mg Natrium. Dieser Wert gilt auch für Schwangere und Stillende.
  • Chlorid: Der genaue Bedarf ist nicht bekannt. Der Schätzwert für eine angemessene Zufuhr für Erwachsene (25 bis < 51 Jahre) pro Tag nach den D-A-CH-Referenzwerten liegt bei 2.300 mg Chlorid. Dieser Wert gilt auch für Schwangere und Stillende.

Hinweis Die Zufuhr an Natrium und Chlorid liegt im Schnitt deutlich über den empfohlenen Zufuhrsmengen der D-A-CH-Referenzwerte: Daher sollte darauf geachtet werden, vermehrt (salzarme) Nahrungsmittel mit geringem Natrium- und Chlorid-Gehalt zu verzehren. Hierzu zählen u.a. Obst, Gemüse, unverarbeitete Nüsse (ungesalzen) sowie generell unverarbeitete Lebensmittel. Die aktuelle Empfehlung für die maximale, tägliche Salzaufnahme liegt zwischen fünf bis sechs Gramm (WHO bzw. D-A-CH-Referenzwerte).

Näheres zu allen Altersklassen bzw. Personengruppen sowie Geschlecht erfahren Sie in den D-A-CH-Referenzwerten für Natrium und Chlorid. Weitere Informationen erhalten Sie unter Deckung des Tagesbedarfs an Mineralstoffen.

Zu viel/zu wenig Natrium

  • Ein Zuviel an Natrium mit der Folge einer erhöhten Menge im Blut (Hypernatriämie) über die Ernährung ist kaum möglich, da sich der Körper stets selbst reguliert, um ein Gleichgewicht aufrechtzuerhalten. Allerdings steht eine hohe Zufuhr an Salz (NaCl) in Verbindung mit Bluthochdruck. Da viele Nahrungsmittel Salz in versteckter Form enthalten, wird bereits unbewusst sehr viel Salz verzehrt. 
    Eine Hypernatriämie kann sich unter einer zu geringen Wasserzufuhr oder bei Verlust von natriumarmer Flüssigkeit entwickeln. Zudem können bestimmte Krankheiten (z.B. Herz- oder Leberinsuffizienz) die Entstehung einer Hypernatriämie begünstigen. Ein erhöhtes Risiko haben v.a. ältere Menschen sowie Patientinnen/Patienten mit schlecht eingestelltem Diabetes mellitus. Symptome einer Hypernatriämie sind u.a. Durst, Verwirrtheit, Übererregbarkeit, Krämpfe oder Koma. 
  • Ein Natriummangel ist sehr selten. Denn: Eine zu geringe Aufnahme an Natrium über die Nahrung wird über hormonelle Mechanismen im Körper ausgeglichen, indem die Ausscheidung über den Urin vermindert wird. Jedoch kann ein Mangel bei großen Flüssigkeitsverlusten entstehen, die etwa infolge von starkem Erbrechen, Durchfall, starkem Schwitzen, extremer körperlicher Belastung oder durch die Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. Diuretika) entstehen. Hohe Natriumverluste sind meist mit hohen Chloridverlusten verbunden. Anzeichen eines Natrium-Mangels sind u.a. Muskelkrämpfe oder niedriger Blutdruck. Ein schwerer Natriummangel bedarf intensivmedizinischer Behandlung. Symptome eines Chloridmangels sind u.a. niedriger Blutdruck und Tachykardie (beschleunigter Herzschlag).

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

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