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Nierenzytologie (NIERENZYTO)

Bei der Nierenzytologie handelt es sich um die mikroskopische Untersuchung von Zellen, die aus der Niere gewonnen werden. Das Untersuchungsmaterial wird dabei mithilfe des Verfahrens der Feinnadelaspiration (FNA) entnommen. Die Nierenzytologie ist eine einfache und kostengünstige diagnostische Methode zur Abklärung krankhafter Prozesse im Bereich dieses Organs.

Warum wird eine NIERENZYTO-Untersuchung durchgeführt?

Bei der Nierenzytologie handelt es sich um die mikroskopische Untersuchung von Zellen, die aus der Niere gewonnen werden. Das Untersuchungsmaterial wird dabei mithilfe des Verfahrens der Feinnadelaspiration (FNA) entnommen. Die Nierenzytologie ist eine einfache und kostengünstige diagnostische Methode zur Abklärung krankhafter Prozesse im Bereich dieses Organs.

Eine Nierenzytologie wird insbesondere dann durchgeführt, wenn im Rahmen bildgebender Untersuchungsverfahren auffällige Befunde erhoben werden. Zu diesen bildgebenden Verfahren zählen:

Finden sich bei diesen Untersuchungen auffällige Veränderungen im Bereich der Nieren, so kann mittels Feinnadelaspiration versucht werden, Zellmaterial aus den betroffenen Regionen des Organs zu entnehmen und mikroskopisch zu begutachten.

Auf diese Weise kann eine Unterscheidung zwischen gutartigen und bösartigen Nierenerkrankungen getroffen werden.

  • Beispiele für gutartige („benigne“) Nierenerkrankungen sind bzw.
    • Nierenentzündung,
    • Adenome der Niere.
  • Ein Beispiel für eine bösartige („maligne“) Nierenerkrankung ist das
    • Nierenzellkarzinom.

Wie funktioniert eine NIERENZYTO-Untersuchung?

Die Materialgewinnung erfolgt bei der Nierenzytologie mithilfe des Verfahrens der Feinnadelbiopsie (Feinnadelpunktion):

  • Dazu wird die auffällige Stelle der Niere mit einer feinen Nadel angestochen und Untersuchungsmaterial aus diesem Bereich abgesaugt („aspiriert“).
  • Die Punktion kann dabei auch unter Sichtkontrolle durchgeführt werden:
    • ultraschallgezielt (Kontrolle der Materialentnahme mittels Ultraschall),
    • CT-gezielt (Kontrolle der Materialentnahme mittels Computertomographie).

Nach der Gewinnung des Untersuchungsmaterials wird dieses auf Objektträger (dünne Glasplättchen) aufgebracht. Bei der Verarbeitung des zellhaltigen Materials ist besondere Sorgfalt sowie große Erfahrung notwendig, denn eine unsachgemäße Probenverarbeitung kann die nachfolgende zytologische Beurteilung erschweren, wenn etwa das Material zu dick ausgestrichen wird oder die Zellen unter zu starkem mechanischen Druck zerstört werden.

Anschließend wird das Präparat für eine Färbung nach May-Grünwald-Giemsa luftgetrocknet. Bevorzugt man die Färbung nach Papanicolaou, ist die Fixierung des ausgestrichenen Materials in einem Äther-Alkohol-Gemisch (z.B. Fixierspray) notwendig.

Danach werden die Objektträger zur Weiterverarbeitung in ein zytologisches Speziallabor gebracht. Dort erfolgt schließlich die Färbung des Untersuchungsmaterials, wobei die folgenden Standardfärbungen zum Einsatz kommen:

  • Färbung nach May-Grünwald-Giemsa (MGG) sowie
  • Färbung nach Papanicolaou (PAP).

Für bestimmte medizinische Fragestellungen können in weiterer Folge auch Spezialfärbungen (für Fett, Eisen, Bakterien etc.) sowie immunzytochemische Färbungen (zur exakten Abklärung unterschiedlicher Tumortypen) durchgeführt werden.

Im Anschluss an die Färbung erfolgt die mikroskopische zytologische Begutachtung. Dabei werden Zellen, Zellverbände sowie zellumgebende Strukturen (der sogenannte „Hintergrund“ des Präparates) als

  • gesund,
  • reaktiv (zelluläre Reaktionen auf Umwelteinflüsse aller Art) bzw.
  • krankhaft bewertet.

Wie wird das Ergebnis einer NIERENZYTO-Untersuchung ausgewertet?

Das Ergebnis der Nierenzytologie wird stets in Form eines schriftlichen Befundes zusammengefasst. In der Praxis werden zytologische Befunde zumeist in mehrere Abschnitte eingeteilt:

  • Erster Abschnitt: Beurteilung der Qualität des Untersuchungsmaterials in „gut“, „eingeschränkt“, „nicht beurteilbar“.
  • Zweiter Abschnitt: Morphologische Beschreibung des zytologischen Untersuchungsmaterials.
  • Dritter Abschnitt: Klassifikation des Untersuchungsergebnisses der zytologischen Examinierung nach bestimmten Bewertungsgruppen.

Bei den Bewertungsgruppen zytologischer Untersuchungsergebnisse gibt es verbindliche Richtlinien hinsichtlich Klassifikation und Namensgebung (Nomenklatur). In Österreich kommen die von der Österreichischen Gesellschaft für Zytologie (ÖGZ – www.cytology.at) empfohlenen Bewertungsgruppen zur Klassifizierung zytologischer Befunde zur Anwendung:

  • Bewertungsgruppe 0: nicht beurteilbar.
  • Bewertungsgruppe A: kein Anhaltspunkt für Malignität (Bösartigkeit).
  • Bewertungsgruppe B: auffällig, unklare Dignität (d.h. Gut- bzw. Bösartigkeit der Zellveränderungen).
  • Bewertungsgruppe C: malignitätsverdächtig, maligne (bösartig).

Beispiele für NIERENZYTO-Befunde

Die Nierenzytologie ist ein diagnostisches Verfahren zur Abklärung krankhafter Prozesse im Bereich der Nieren.

Die Nierenzytologie erlaubt die Unterscheidung zwischen normalem Nierengewebe (Abbildung 1) und bösartigem Gewebe (Nierenzell-Karzinom: Abbildung 2).

In mehr als 80 Prozent der Fälle handelt es sich bei Nierenzell-Karzinomen um sogenannte „hellzellige“ bzw. „klarzellige“ Tumore (Abbildung 3 und Abbildung 4).

Abbildung 1. Normales Zellbild der Niere (sogenannte „Tubuluszellen“). Bewertungsgruppe A (Material: FNA; Färbung May-Grünwald-Giemsa; © Inst. f. Labordiagnostik, Otto-Wagner-Spital, Wien).

Abbildung 2. Tumorzellen eines Nierenzell-Karzinoms. Bewertungsgruppe C (Material: FNA; Färbung May-Grünwald-Giemsa; © Inst. f. Labordiagnostik, Otto-Wagner-Spital, Wien).

Abbildung 3. Typisches Zellbild eines hellzelligen Nierenzell-Karzinoms. Bewertungsgruppe C (Material: FNA; Färbung May-Grünwald-Giemsa; © Inst. f. Labordiagnostik, Otto-Wagner-Spital, Wien).

Abbildung 4. Tumorzellen eines Nierenzellkarzinoms. Bewertungsgruppe C (Material: FNA; Färbung May-Grünwald-Giemsa; © Inst. f. Labordiagnostik, Otto-Wagner-Spital, Wien).

LOINC: 31188-6

Referenzwert

Für die Nierenzytologie gibt es keinen Referenzwert.

Generell ist es bei zytologischen Befunden aber üblich, das Untersuchungsergebnis entsprechend einer Bewertungsgruppe zu klassifizieren. Bei gynäkologischen Zytologiebefunden sind das die sogenannten PAP-Klassen.

Bei extragenitalen Zytologiebefunden (wie z.B. der Nierenzytologie) kommen die von der Österreichischen Gesellschaft für Zytologie (ÖGZ – www.cytology.at) empfohlenen Bewertungsgruppen zur Anwendung:

  • Bewertungsgruppe 0: nicht beurteilbar.
  • Bewertungsgruppe A: kein Anhaltspunkt für Malignität.
  • Bewertungsgruppe B: auffällig, unklare Dignität.
  • Bewertungsgruppe C: malignitätsverdächtig, maligne.

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen exemplarischen Näherungsbereich aus der medizinischen Fachliteratur für diese Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labornormalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborergebnisse beeinflussen. Daher dürfen immer nur die auf dem jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Liegen einzelne Laborwerte des Laborbefundes außerhalb der entsprechenden Referenzbereiche, darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich können auch bei Gesunden vorkommen. Außerdem hängen die Laborergebnisse auch von der vom jeweiligen medizinischen Labor eingesetzten Untersuchungsmethode ab (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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