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Thyroidea-Zytologie

Bei der Schilddrüsenzytologie handelt es sich um die mikroskopische Untersuchung von Zellen, die aus der Schilddrüse gewonnen werden. Das Untersuchungsmaterial wird dabei mithilfe des Verfahrens der Feinnadelaspiration (FNA) entnommen. Die Schilddrüsenzytologie ist eine einfache und kostengünstige diagnostische Methode zur Abklärung krankhafter Prozesse im Bereich dieses Organs.

Warum wird eine SCHILDDRÜSENZYTO-Untersuchung durchgeführt?

Bei der Schilddrüsenzytologie handelt es sich um die mikroskopische Untersuchung von Zellen, die aus der Schilddrüse gewonnen werden. Das Untersuchungsmaterial wird dabei mithilfe des Verfahrens der Feinnadel-Aspiration (FNA) entnommen. Die Schilddrüsenzytologie ist eine einfache, ungefährliche und kostengünstige diagnostische Methode zur Abklärung krankhafter Prozesse im Bereich dieses Organs.

Eine Schilddrüsenzytologie wird insbesondere dann durchgeführt, wenn im Rahmen der bildgebenden Diagnostik der Schilddrüse auffällige Befunde erhoben werden. Zur bildgebenden Diagnostik zählen:

  • Ultraschalluntersuchungen – mit diesem Verfahren können sogenannte Knoten im Schilddrüsengewebe entdeckt werden. Besonders auffällig sind hierbei echoarme Knoten.
  • Szintigraphie – mit diesem Verfahren werden knotige Veränderungen der Schilddrüse in die Kategorien „kalt“, „warm“ bzw. „heiß“ eingeteilt, je nachdem wie stark sich die Knoten mit einem zuvor verabreichten radioaktiven Nuklid (z.B. Technetium-99m) anreichern.

Besonders auffällig sind sogenannte „echoarme“, „kalte“ Knoten. Diese Strukturen sollten zytologisch abgeklärt werden. Auf diese Weise kann festgestellt werden, ob eine Schilddrüsenoperation erforderlich ist.

Darüber hinaus können mithilfe der Schilddrüsenzytologie aber auch entzündliche Prozesse, Infektionserkrankungen und viele andere krankhafte Veränderungen dieses Organs abgeklärt werden.

Auf der anderen Seite kann eine alleinige zytologische Untersuchung aber unzureichend sein, da bei bestimmten Erkrankungen mit der Zytologie keine sichere Diagnose gelingt. Dazu zählt etwa die Unterscheidung zwischen einem follikulären Adenom (gutartig) und einem follikulären Karzinom (bösartig). Im Zweifelsfall ist in diesen Fällen eine operative Entfernung der betroffenen Schilddrüsenareale bzw. der gesamten Schilddrüse unvermeidbar.

Wie funktioniert eine SCHILDDRÜSENZYTO-Untersuchung?

Die Materialgewinnung erfolgt bei der Schilddrüsenzytologie mithilfe des Verfahrens der Feinnadelbiopsie (Feinnadelpunktion):

  • Dazu wird die auffällige Stelle der Schilddrüse mit einer feinen Nadel angestochen und Untersuchungsmaterial aus diesem Bereich abgesaugt (aspiriert).
  • Die Punktion kann dabei auch unter Sichtkontrolle durchgeführt werden:

Nach der Gewinnung des Untersuchungsmaterials wird dieses auf Objektträger (dünne Glasplättchen) aufgebracht. Bei der Verarbeitung des zellhaltigen Materials ist besondere Sorgfalt sowie große Erfahrung notwendig, denn eine unsachgemäße Probenverarbeitung kann die nachfolgende zytologische Beurteilung erschweren, wenn etwa das Material zu dick ausgestrichen wird oder die Zellen unter zu starkem mechanischen Druck zerstört werden.

Anschließend wird das Präparat für eine Färbung nach May-Grünwald-Giemsa luftgetrocknet. Bevorzugt man die Färbung nach Papanicolaou, ist die Fixierung des ausgestrichenen Materials in einem Äther-Alkohol-Gemisch (z.B. Fixierspray) notwendig.

Danach werden die Objektträger zur Weiterverarbeitung in ein zytologisches Speziallabor gebracht. Dort erfolgt schließlich die Färbung des Untersuchungsmaterials, wobei die folgenden Standardfärbungen zum Einsatz kommen:

  • Färbung nach May-Grünwald-Giemsa (MGG) sowie
  • Färbung nach Papanicolaou (PAP).

Für bestimmte medizinische Fragestellungen können in weiterer Folge auch Spezialfärbungen (für Fett, Eisen, Bakterien etc.) sowie immunzytochemische Färbungen (zur exakten Abklärung unterschiedlicher Tumortypen) durchgeführt werden.

Im Anschluss an die Färbung erfolgt die mikroskopische zytologische Begutachtung. Dabei werden Zellen, Zellverbände sowie zellumgebende Strukturen (der sogenannte „Hintergrund“ des Präparates) als

  • gesund,
  • reaktiv (zelluläre Reaktionen auf Umwelteinflüsse aller Art) bzw.
  • krankhaft bewertet.

Wie wird das Ergebnis einer SCHILDDRÜSENZYTO-Untersuchung ausgewertet?

Das Ergebnis der Schilddrüsenzytologie wird stets in Form eines schriftlichen Befundes zusammengefasst. In der Praxis werden zytologische Befunde zumeist in mehrere Abschnitte eingeteilt:

  • Erster Abschnitt: Beurteilung der Qualität des Untersuchungsmaterials in „gut“, „eingeschränkt“, „nicht beurteilbar“.
  • Zweiter Abschnitt: Morphologische Beschreibung des zytologischen Untersuchungsmaterials.
  • Dritter Abschnitt: Klassifikation des Untersuchungsergebnisses der zytologischen Examinierung nach bestimmten Bewertungsgruppen.

Bei den Bewertungsgruppen zytologischer Untersuchungsergebnisse gibt es verbindliche Richtlinien hinsichtlich Klassifikation und Namensgebung (Nomenklatur). In Österreich kommen die von der Österreichischen Gesellschaft für Zytologie (ÖGZ – www.cytology.at) empfohlenen Bewertungsgruppen zur Klassifizierung zytologischer Befunde zur Anwendung:

  • Bewertungsgruppe 0: nicht beurteilbar.
  • Bewertungsgruppe A: kein Anhaltspunkt für Malignität (Bösartigkeit).
  • Bewertungsgruppe B: auffällig, unklare Dignität (d.h. Gut- bzw. Bösartigkeit der Zellveränderungen).
  • Bewertungsgruppe C: malignitätsverdächtig, maligne (bösartig).

Beispiele für SCHILDDRÜSENZYTO-Befunde 

Abbildung 1. Normale Zellen der Schilddrüse (Thyreozyten). Bewertungsgruppe A (Material: FNA; Färbung May-Grünwald-Giemsa; © Inst. f. Labordiagnostik, Otto-Wagner-Spital, Wien).

Die Schilddrüsenzytologie ist ein diagnostisches Verfahren zur Abklärung krankhafter Prozesse im Bereich der Schilddrüse.

Mithilfe der Schilddrüsenzytologie kann zwischen normalem Schilddrüsengewebe (Abbildung 1 und Abbildung 2) sowie krankhaften Veränderungen unterschieden werden.


Abbildung 4. Follikuläres Karzinom der Schilddrüse. Bewertungsgruppe C (Material: FNA; Färbung May-Grünwald-Giemsa; © Inst. f. Labordiagnostik, Otto-Wagner-Spital, Wien).

Abbildung 3. Follikuläres Adenom der Schilddrüse. Bewertungsgruppe B (Material: FNA; Färbung May-Grünwald-Giemsa; © Inst. f. Labordiagnostik, Otto-Wagner-Spital, Wien).

Abbildung 2. Normales Zellbild der Schilddrüse („Mikrofollikel“). Bewertungsgruppe A (Material: FNA; Färbung May-Grünwald-Giemsa; © Inst. f. Labordiagnostik, Otto-Wagner-Spital, Wien).

Allerdings kann die zytologische Unterscheidung zwischen einem gutartigen follikulären Adenom der Schilddrüsen (Abbildung 3) und dem bösartigen follikulären Karzinom (Abbildung 4) oft große Schwierigkeiten bereiten. In diesen Fällen ist eine Schilddrüsenoperation unvermeidlich.

Synonyme: Schilddrüsenzytologie (SCHILDDRÜSENZYTO)
LOINC: 18497-8

Referenzwert

Für die Schilddrüsenzytologie gibt es keinen Referenzwert.

Generell ist es bei zytologischen Befunden aber üblich, das Untersuchungsergebnis entsprechend einer Bewertungsgruppe zu klassifizieren. Bei gynäkologischen Zytologiebefunden sind das die sogenannten PAP-Klassen.

Bei extragenitalen Zytologiebefunden (wie z.B. der Schilddrüsenzytologie) kommen die von der Österreichischen Gesellschaft für Zytologie (ÖGZ – www.cytology.at) empfohlenen Bewertungsgruppen zur Anwendung:

  • Bewertungsgruppe 0: nicht beurteilbar.
  • Bewertungsgruppe A: kein Anhaltspunkt für Malignität.
  • Bewertungsgruppe B: auffällig, unklare Dignität.
  • Bewertungsgruppe C: malignitätsverdächtig, maligne.

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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