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Osteocalcin (OCAL)

Osteocalcin kann im Blut gemessen werden. Es ist eine Labormessgröße zur Beurteilung der Aktivität der Knochenneubildung.

Warum wird Osteocalcin im Blut bestimmt?

Der Knochen ist ein stoffwechselaktives Gewebe, das ständigen Auf- und Abbauprozessen unterliegt. Beim Erwachsenen ist für eine gesunde Knochenstruktur ein ausgewogener Knochenstoffwechsel wichtig (Grundvoraussetzung für die Heilungsprozesse nach Knochenbrüchen).
Im Alter bzw. bei Frauen nach der Menopause kommt es meist zu einer Verschiebung des Knochenstoffwechsels zugunsten von Abbauprozessen. Dies kann zu Knochenbrüchigkeit (Osteoporose) führen.

Die wichtigsten Funktionen des Knochensystems umfassen:

  • Stützfunktion (Skelett),
  • Schutzfunktion für das zentrale Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) sowie für Sinnesorgane,
  • Grundlage für den Bewegungsapparat,
  • Calcium- und Phosphatspeicher des Körpers,
  • Sitz der Blutbildung im Knochenmark.

Der Knochen besteht aus organischen sowie anorganischen Anteilen:

  • Der organische Anteil sind bestimmte Knochenzellen sowie die organische Knochenmatrix (Osteoid genannt, bestehend aus Kollagenfasern, Osteocalcin etc.). Zu den Knochenzellen gehören
    • die Osteoblasen (das sind Zellen, die für die Knochenneubildung verantwortlich sind) und
    • die Osteoklasten (das sind Fresszellen, die den Knochen abbauen).
  • Der anorganische Anteil besteht aus Apatitkristallen (Phosphaten, Karbonaten etc.). Diese sind zwischen die organischen Anteile der Knochenmatrix eingelagert.

Für einen gesunden Knochenstoffwechsel ist ein ausgewogenes Zusammenspiel zwischen den knochenaufbauenden und -abbauenden Prozessen wichtig.

Im medizinischen Labor gibt es eine Reihe von Messgrößen für den Knochenstoffwechsel. Dabei kann zwischen Laborwerten für den Knochenaufbau bzw. den Knochenabbau unterschieden werden:

Diese Laborwerte können im Rahmen der Diagnose sowie Therapie der Osteoporose im Blut (bzw. z.T. auch im Harn) gemessen werden.

Was bedeuten erhöhte/niedrige Osteocalcinwerte?

Erhöhte Werte von Osteocalcin im Blut können unterschiedliche Ursachen haben:

  • Normal sind erhöhte Osteocalcinwerte z.B. nach Frakturen im Verlauf des Heilungsprozesses.
  • Krankhafte Erhöhungen findet man bei: Knochentumoren, Knochenmetastasen, Osteoporose mit erhöhtem Knochenumsatz (d.h. gesteigerter Knochenstoffwechsel zugunsten abbauender Prozesse) etc.

Niedrige Werte von Osteocalcin im Blut findet man z.B. bei

  • einer Therapie mit Kortison.

Osteoporose

Die Osteoporose ist eine Erkrankung, bei der es zu einer quantitativen Verminderung des Knochengewebes bei erhaltener Knochenstruktur kommt. Verantwortlich dafür sind

  • eine Steigerung des Knochenabbaus und/oder
  • eine Verminderung des Knochenanbaus.

Im Gegensatz zur Osteoporose versteht man unter Osteopenie eine altersentsprechende Abnahme an Knochengewebe.

Im Hinblick auf die Ursachen für eine Osteoporose wird unterschieden zwischen:

  • Primärer Osteoporose:
    • Hier ist die Ursache unbekannt (jedenfalls überwiegen knochenabbauende Prozesse). Es sind vor allem Frauen (Erkrankungsgipfel zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr) sowie das gesamte Skelett betroffen.
  • Sekundärer Osteoporose: für diese Form der Osteoporose gibt es eine Vielzahl von Ursachen:
    • Östrogenmangel nach der Menopause kann zu einem Überwiegen von knochenabbauenden Prozessen führen;
    • Kortisontherapie;
    • Cushing-Syndrom (Überproduktion von Kortisol im Körper);
    • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) etc.

Die Osteoporose führt zu einem gesteigerten Risiko für Knochenbrüche – insbesondere im Bereich der Wirbelsäule und der Extremitäten:

  • Wirbelkörpereinbrüche können zu einer Buckelbildung (Kyphose) führen;
  • Oberschenkelhals-, Radiusfrakturen (Bruch der Elle).

Für die Diagnose einer Osteoporose gibt es eine Reihe von Möglichkeiten:

Auch bei der Behandlung der Osteoporose gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Therapie der Grunderkrankung,
  • ausreichende Zufuhr von Kalzium, Vitamin D (Ernährungsempfehlungen), Sonnenlicht,
  • ggf. Hormonsubstitution (Östrogene, Androgene),
  • antiresorptive Therapie („Bisphosphonate“ – vermindern den Knochenabbau und steigern die Knochendichte),
  • Verabreichung von Fluor, Strontium, Parathormon (intermittierend).
Weitere Informationen finden Sie unter Osteoporose.
LOINC: 2697-1

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
ng/ml (Nanogramm pro Milliliter) 2–15 ng/ml 2–15 ng/ml 2–15 ng/ml 2–15 ng/ml

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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