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Direktes Bilirubin (DBIL)

Direktes Bilirubin ist die wasserlösliche Form von Bilirubin.

Warum wird DBIL im Blut bestimmt?

Eine Messung von direktem Bilirubin im Blut ist nur bei einer Erhöhung des gesamten Bilirubins (BIL) im Blut über 2 mg/dl sinnvoll.

Beim Abbau der roten Blutkörperchen (durch Fresszellen in Milz, Leber und Knochenmark) wird der Häm-Anteil des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin) in zuerst wasserunlösliches Bilirubin umgewandelt. In der Leber wird dieses Bilirubin dann in wasserlösliches, direktes Bilirubin umgewandelt und dieses über die Galle in den Darm ausgeschieden.

Ursachen für eine Erhöhung von direktem Bilirubin im Blut sind:

  • Lebererkrankungen,
  • Störungen des Abflusses der Galle (z.B. Gallensteine).

Wie entsteht DBIL?

Rote Blutkörperchen leben im Durchschnitt zirka 120 Tage. Danach werden sie von Fresszellen in Milz, Leber und Knochenmark abgebaut. Bei diesem Abbauvorgang werden eine Reihe von Stoffen frei, beispielsweise:

  • Eisen wird ins Knochenmark zurücktransportiert und dort wiederverwertet.
  • Roter Blutfarbstoff (Hämoglobin) zerfällt in seine Bestandteile Globin (Proteinrest) und Häm. Häm wird dann weiter zu Bilirubin abgebaut.

Im nächsten Schritt muss Bilirubin nun zur Leber transportiert werden. Da Bilirubin aber wasserunlöslich ist, wird es im Blut an Albumin gebunden transportiert. Diese Form von Bilirubin wird als indirektes (unkonjugiertes, wasserunlösliches) Bilirubin (IBIL) bezeichnet.

In der Leber wird Bilirubin dann wasserlöslich gemacht (an Glucuronsäure gebunden). Diese Form des Bilirubins wird als direktes (konjugiertes, wasserlösliches) Bilirubin (DBIL) bezeichnet.

Das direkte Bilirubin wird über die Galle in den Darm ausgeschieden. Im Darm entstehen schließlich über die Zwischenstufe Urobilinogen die Stuhlfarbstoffe Urobilin und Stercobilin.
Während direktes Bilirubin (DBIL) im Blut gemessen werden kann, muss das indirekte Bilirubin ausgerechnet werden: indirektes Bilirubin = Gesamtbilirubin minus direktes Bilirubin

Was bedeuten erhöhte DBIL-Werte?

Erhöhte Werte von DBIL finden sich vor allem bei Störungen des Gallenflusses (Cholestase), beispielsweise bei einem Gallensteinleiden.

Erhöhtes indirektes Bilirubin

Eine Erhöhung des indirekten Bilirubins findet sich beispielsweise bei

  • einer vermehrten Zerstörung von roten Blutkörperchen (Hämolyse),
  • Morbus Meulengracht (einer angeborenen harmlosen Leberstörung),
  • Neugeborenengelbsucht.

Gelbsucht (Ikterus)

Die Ursache für eine Gelbsucht (Ikterus) sind erhöhte Gesamtbilirubinwerte im Blut, die sich ergeben können durch:

  • eine vermehrte Zerstörung von roten Blutkörperchen (Hämolyse):
    • falsche Bluttransfusion
    • Vitamin-B12- oder Folsäuremangel
    • Neugeborenengelbsucht (gesteigerter Abbau von fetalem Hämoglobin)
    • Hämoglobinerkrankung (Thalassämie, Sichelzellenanämie etc.)
  • Lebererkrankungen:
  • Störungen des Gallenflusses (z.B. durch Gallensteine)

Störungen des Gallenflusses

Gallensteine sind in Österreich eine häufige Erkrankung. Die Galle wird in der Leber gebildet und gelangt über die Gallenblase in den Zwölffingerdarm (Duodenum). Eine Behinderung des Gallenflusses (z.B. durch Gallensteine) führt zur Gallestauung (Cholestase), was wiederum zu einer Gelbsucht (Ikterus) führen kann.

Bei einer Cholestase sind oft die folgenden Laborwerte erhöht:

  • Gamma-GT (GGT),
  • alkalische Phosphatase (AP) und
  • Bilirubin (bei schweren Formen).
LOINC: 1968-7

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
mg/dl (Milligramm pro Deziliter) ≤0,25 mg/dl ≤0,25 mg/dl ≤0,25 mg/dl ≤0,25 mg/dl

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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