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Kreatinin (KREA)

Kreatinin im Blut ist ein wichtiger Laborwert für die Nierenfunktion.

Warum wird Kreatinin im Blut bestimmt?

Kreatinin entsteht aus dem Stoff Kreatin der Muskulatur. In der Muskulatur ist dieses Kreatin eine Energiespeichersubstanz (Kreatinphosphat), damit der Muskel stets eine bestimmte, kurzfristig verfügbare Energiereserve für Spitzenbelastungen zur Verfügung hat.
Im Stoffwechsel wird Kreatin in Kreatinin umgewandelt und über die Nieren in den Harn ausgeschieden. Kreatinin ist ein wichtiger Labormesswert für die Nierenfunktion.

Was bedeuten normale/erhöhte Kreatininwerte?

Bei der Interpretation des Labormesswertes für Kreatinin im Blut bedarf es einiges an Fingerspitzengefühl. Denn ein normaler Kreatininwert schließt eine Nierenfunktionsstörung nicht aus. Diese Tatsache wird als „kreatininblinder Bereich“ bezeichnet.

Erst ein Kreatininwert von über 1,7 mg/dl ist ein starker Hinweis auf eine gestörte Nierenfunktion. Stark erhöhte Kreatininwerte sind Beweis für ein Nierenversagen.
Auf der anderen Seite kommen mäßige Erhöhungen des Kreatininwertes im Blut auch bei folgenden Umständen vor, ohne dass die Nierenfunktion gestört wäre:

  • Durst, Flüssigkeitsmangel (Exsikkose),
  • besonders fleischreicher Ernährung,
  • bei Bodybuildern (aufgrund der insgesamt höheren Muskelmasse),
  • schweren Muskelschädigungen.

Bei medizinischem Verdacht auf eine gestörte Nierenfunktion ist die Kreatininbestimmung alleine daher zu wenig. In diesem Fall muss eine sogenannte Clearance-Untersuchung durchgeführt werden.

Dazu muss der Harn der Patientin/des Patienten über 24 Stunden gesammelt werden, und danach wird die Ausscheidungsleistung der Niere beispielsweise anhand der Bestimmung des Harn- und Blut-Kreatinins beurteilt (Kreatinin-Clearance).

Kreatininmessung im Harn

Kreatinin kann nicht nur im Blut, sondern auch im Harn gemessen werden. Dies wird zum Beispiel bei der Untersuchung der Kreatinin-Clearance gemacht. Weiters ist die Kreatininbestimmung im Harn ein wichtiger Hinweis auf die Harnkonzentration.

Bei der Zufuhr großer Flüssigkeitsmengen (Wasser) wird der Harn verdünnt, und dementsprechend sinkt auch der Kreatininwert im Harn. Aus diesem Grund sollte beispielsweise bei der Suche nach illegalen Drogen im Harn immer auch eine Kreatininmessung des Harns gemacht werden, da bei einer zu geringen Harnkonzentration die Untersuchungsergebnisse im Hinblick auf die Drogen nicht verwertbar sind.

Nierenversagen

Die Nieren (lateinisch „Renes“) erfüllen im Körper drei Aufgaben:

  • Produktion von Harn und Ausscheidung harnpflichtiger Stoffe (vor allem Kreatinin, Harnstoff, Harnsäure).
  • Konzentrierung des Harns zur Regulierung von Wasser/Elektrolyt- sowie Säure/Basen-Haushalt im Blut sowie Regulation des Kalzium- und Phosphatstoffwechsels (Knochen).
  • Produktion der Nierenhormone: Erythropoetin, Prostaglandine, Cholecalciferol (Vitamin-D-Vorstufe), Kinine (für die Blutdruckregulation).

Bei einem Nierenversagen ist in erster Linie die Ausscheidungsleistung der Nieren gestört, und es kommt zu einer Ansammlung von harnpflichtigen Stoffen im Blut. Das wird als Harnvergiftung (Urämie) bezeichnet.

Die Ursachen für ein Nierenversagen sind vielfältig: Ein Schock kann aufgrund einer Verminderung der Nierendurchblutung zu einem akuten Nierenversagen führen. Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und Atherosklerose sind die wichtigsten Ursachen für ein chronisches Nierenversagen. Für die Behandlung des Nierenversagens gibt es nur die folgenden Möglichkeiten:

  • Blutwäsche (Hämodialyse) oder
  • Nierentransplantation.

Weitere Infos:

LOINC: 2160-0

Referenzwert

Einheit Referenzbereich      
  Männer bis 18 Jahre Männer über 18 Jahre Frauen bis 18 Jahre Frauen über 18 Jahre
mg/dl (Milligramm pro Deziliter)  0,5–1,2 mg/dl 0,5–1,2 mg/dl 0,5–1,0 mg/dl 0,5–1,0 mg/dl

Hinweis Die an dieser Stelle angeführten Referenzwerte dürfen nicht für die Interpretation eines Laborbefundes verwendet werden, da es sich hierbei um einen Näherungsbereich dieser Labormessgröße in der jeweils untersuchten Körperflüssigkeit handelt. Grundsätzlich hängen Labor-Normalwerte von Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten ab. Darüber hinaus können auch tageszeitliche Schwankungen bzw. eine Reihe von biologischen Rhythmen die Laborwert-Ergebnisse beeinflussen. Daher sollten immer nur die am jeweiligen Laborbefund ausgewiesenen Referenzwerte für die medizinische Interpretation herangezogen werden. Von einzelnen Laborwerten darf niemals auf das Vorliegen einer Krankheit geschlossen werden. Denn leichte Abweichungen vom Referenzbereich kommen auch bei Gesunden vor. Außerdem können die Ergebnisse auch von der Untersuchungsmethode abhängen (nicht alle Labors verwenden die gleiche Methode). Mehr Informationen finden Sie unter: Was sind Normalwerte?

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